Auch nach Jahren steht die Frage im Raum, ob man zu OLED greifen sollte, wenn man sich einen neuen TV oder Monitor kaufen möchte. Perfekte Schwarzwerte, starke Kontraste und eine minimale Reaktionszeit sprechen dafür, Burn-in und niedrige Spitzenhelligkeit dagegen.
Gute Nachrichten; die Technik ist besser geworden – und den wenigsten ist vermutlich aufgefallen, dass einer der eben genannten Nachteile keiner mehr ist.
Einer der für die Bildqualität meiner Meinung nach essenzieller Wert war ewig eine Kluft zwischen OLED und LED: Die Spitzenhelligkeit.
OLED: Spitzenhelligkeit ist spitze
In einem Ask me Anything (AMA) zu OLEDs stellte Meerel eine ganze simple Frage:
Was sind die Nachteile bei einem OLED-Bildschirm, abgesehen von dem höheren Preis?
Burn-in kommt mir als Erstes in den Sinn, aber das ist bei normaler Nutzung heutzutage kein Problem mehr. Ich trete mit einem OLED-TV als Monitor den Beweis an und habe auch bei rund 10 Stunden täglicher Nutzung nach zweieinhalb Jahren keine Geisterbilder.
Und dann ist da noch die andere Baustelle: Spitzenhelligkeit. Jahrelang war OLED im Vergleich zu LED notorisch zu dunkel. Selbstleuchtende Pixel hatten schlichtweg keine Schnitte gegen die potente Hintergrundbeleuchtung eines LED-Displays.
Heute ist das nicht mehr so.
Vor allem aktuelle QD-OLED- und neue Top-WOLED-Modelle sind deutlich heller geworden als frühere Generationen, schreibt RTINGS. Unter der Zwischenüberschrift »Brightness« seht ihr zwei LG-Modelle im direkten Vergleich: eines mit 1.120 Nits und eines mit 211 Nits. Natürlich haben die Kolleginnen und Kollegen das bewusst gemacht, um die Unterschiede wirksam aufzuzeigen.
Interessant ist vor allem der Fakt, dass der LG G5 mit über 1.000 Nits aufwartet, ein Wert, von dem ältere OLEDs nur träumen können.
In der Praxis bedeutet das: OLED-Geräte ziehen vor allem in Highlights (Sonnenreflexe, Explosionen, Lichter) mit vergleichbaren LEDs gleich. Das ist die wichtigste Disziplin, wenn es um Filme, Serien und die meisten Spiele geht; hier sind die Kontraste in der Regel am größten.
11:48
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Ein Nachteil bleibt
Vollends an LED heranreichen tut OLED aber nicht, jedoch müssen dazu besondere Bedingungen herrschen.
- Mini-LED-Geräte schaffen bei großen hellen Flächen mit großem Weißanteil (Skisport oder ein weißer Sandstrand) immer noch eine höhere Spitzenhelligkeit.
Das liegt unter anderem an Schutzmechanismen und der Art, wie OLED-Pixel Strom und Hitze managen. Je höher helle Bildanteile sind, desto niedriger ist bei OLED die ausgegebene Gesamthelligkeit.
Genau das ist auch der Grund, warum LED und vor allem Mini-LED oft als besser für helle Räume gelten. Sie können von außen einfallendes Umgebungslicht mit einer großflächigen Spitzenhelligkeit besser ausgleichen. Das wird bis auf Weiteres auch erst mal so bleiben; OLED bleibt der Profi fürs dunkle Heimkino.
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Ein Nachteil von OLED als solchem bleibt am Ende aber doch und den hat Meerel selbst schon benannt: der höhere Preis. Gerade im Niedrigpreissegment bekommt ihr für lau deutlich günstigere TVs.
Wenn es allerdings um Einbrennen und Spitzenhelligkeit geht, dürft ihr eure bisherigen Vorurteile über Bord werfen. OLEDs haben sich in den letzten Jahren verändert – und ausschließlich zum Besseren.
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