Path of Exile: Das umstrittenste Update ist ein Schritt in die richtige Richtung

Expedition macht Path of Exile härter, die Helden schwächer, die Monster stärker. Nicht jede Änderung war gut durchdacht, grundsätzlich aber sinnvoll.

von Sascha Penzhorn,
28.07.2021 11:00 Uhr

Das Expedition-Update hat die Community von Path of Exile in Aufregung versetzt. Doch hinter dem Shitstorm schlummern sinnvolle Änderungen, die den Weg für Path of Exile 2 bereiten. Das Expedition-Update hat die Community von Path of Exile in Aufregung versetzt. Doch hinter dem Shitstorm schlummern sinnvolle Änderungen, die den Weg für Path of Exile 2 bereiten.

»Ein gutes Spiel zu entwickeln, ist uns wichtiger als Eitelkeitsstatistiken wie die Menge gleichzeitig aktiver Spieler.« So schrieb es Chris Wilson, Chef hinter Path of Exile, noch kurz vor dem Release von Expedition auf Reddit und sprach bei Spielerzahlen von einer sogenannten »vanity metric«. Bei dieser Aussage wird er sich etwas gedacht haben, denn am Start-Wochenende des neuen Updates sprangen die Spieler schneller wieder ab als bei allen vergangenen Updates seit August 2017.

Vom Release-Freitag auf Sonntag sank die Spitze gleichzeitiger Spieler auf Steam um 24 Prozent. Die Stimmung in den offiziellen Foren und im Subreddit erholt sich gerade wieder etwas, übers Wochenende gab es aber verstärkt Abschieds-Postings, manche Spieler flehen regelrecht um eine Entfernung der neuesten Änderungen, große Teile der Reddit-Community sind auch nicht furchtbar happy.

Natürlich darf man hier nicht ignorieren, dass Steam-Statistiken allein nicht zwingend auf die Gesamt-Spielerzahlen (also auf Konsolen und außerhalb Steam) schließen lassen und dass sinkende Spielerzahlen nicht unbedingt allein auf den drastischen Balancing-Änderungen am Wochenende beruhen müssen. Trotzdem sind viele Spieler von Path of Exile verärgert, einige machen Pause und hoffen auf Abschwächungen und Verbesserungen oder eine völlige Aufhebung der abgeänderten Spielmechaniken.

Ich kann den Frust und die Enttäuschung absolut nachvollziehen, auch wenn ich grundsätzlich glaube, dass das Update notwendig und ein guter Schritt war, auch wenn an einigen Stellen definitiv nachjustiert werden muss - und das schnellstmöglich.

Wieso Path of Exile momentan in seiner größten Krise seit Jahren steckt und was das alles für den Nachfolger Path of Exile 2 bedeutet, lest ihr bei GameStar Plus.

Der Autor
Sascha Penzhorns Garderobe besteht zu einem beachtlichen Teil aus offiziellen T-Shirts zu Path of Exile. Er hat die Soundtracks, das Artbook, die allerersten Supporter-Packs. Kaum ein anderes Spiel hat ihn über die Jahre so beschäftigt, wenige Titel hat er so lange aktiv verfolgt und gespielt. Derzeit prügelt er sich mit dem nagelneuen Reaper durch T-16-Maps und hält einige der aktuellsten Balancing-Änderungen für übertrieben bis fragwürdig. Doch grundsätzlich begrüßt er die größere Herausforderung, denn die Verbannten von Wraeclast waren zuletzt deutlich mächtiger als je zuvor. Das machte eine Weile Spaß, nutzte sich für ihn aber auch recht schnell wieder ab.

In Expedition sinken die Steam-Spielerzahlen am Launch-Wochenende schneller als je zuvor. Viele Spieler haben aufgrund der Balancing-Änderungen keine Lust mehr. Quelle: Reddit In Expedition sinken die Steam-Spielerzahlen am Launch-Wochenende schneller als je zuvor. Viele Spieler haben aufgrund der Balancing-Änderungen keine Lust mehr. Quelle: Reddit

Was ist passiert?

Vereinfacht formuliert wurden die Spielercharaktere in Path of Exile merklich geschwächt (generft). Das geht los mit Dingen wie eingeschränkter Schadenswirkung und Beweglichkeit über entfernte Immunitäten und erhöhte Manakosten in bestimmten Situationen bis zu Abschwächungen vieler Tränke, die Angriffs- und Verteidigungswerte bei richtiger Spielweise praktisch beliebig lange in atmosphärische Höhen trieben.

Wer seine Charaktere richtig zusammengebastelt hat, konnte vor Expedition in abartiger Geschwindigkeit Endgame-Karten absolvieren, viele Gefahren praktisch vollkommen ignorieren und die meisten Bossmonster in Sekundenbruchteilen pulverisieren. Die stärksten Spieler waren nicht einfach nur Götter - sie haben Götter vernichtet.

Als dann am Wochenende Expedition live ging, wurde Path of Exile entschleunigt. Effekte wie Gift, Blutung oder Einfrieren können nicht länger mehr oder weniger ignoriert werden, viele Immunitäten gegen Statuseffekte wurden entfernt, Bossmonster leben jetzt auch mal lange genug, dass man deren Mechaniken nicht mehr einfach so durch massiven Schaden aushebeln kann. Das Spiel wurde langsamer und schwerer.

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