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Seite 2: Path of Exile im Test - Kann ein kostenloses Action-RPG besser sein als Diablo 3?

Grenzenloses Endgame

Grundsätzlich lohnt sich Path of Exile schon für seine grandiose, zehn Akte umfassende Story. Daran sitzt man als Einsteiger schon mal locker 20-30 Stunden. In diesem Teil des Spiels levelt geschmeidig, doch durch den enorm komplexen Talentbaum und die 19 spielbaren Ascendancy-Klassen entsteht sehr schnell eine überwältigende Anzahl unterschiedlicher Spielweisen.

Wer sich darauf einlässt, spielt alles vom Totenbeschwörer mit Dutzenden Pets über Nahkampf-Berserker mit Lebensdiebstahl bis zur Überlebenskünstlerin, die ihre Kräfte aus einem ganzen Arsenal von Zaubertränken bezieht. Kein anderes Spiel dieser Art gewährt so viele Möglichkeiten und Freiheiten, was allein für die Story für einen riesigen Wiederspielwert sorgt. Und danach geht es erst richtig los!

Im Endgame spielen wir regelmäßig neue Möglichkeiten und Rezepte für das umfangreiche Crafting-System frei. Im Endgame spielen wir regelmäßig neue Möglichkeiten und Rezepte für das umfangreiche Crafting-System frei.

Das Endgame findet im sogenannten Atlas of Worlds statt. Hier aktiviert man unterschiedliche nach Level und Schwierigkeit gestaffelte Karten, auf denen man reihenweise Monster und einen Boss umnietet, wofür es natürlich auch ordentlich Loot und Erfahrung gibt. So weit, so normal. Wer es härter mag, kann die Karten aber modifizieren, absichtlich schwerer machen und dafür noch bessere Belohnungen abstauben.

Aufgemotzte Karten können beispielsweise bewirken, dass Gegner zusätzlichen Elementarschaden verursachen, dass die komplette Spielwelt in Flammen steht oder dass Spieler nicht länger in der Lage sind, Leben und Mana natürlich zu regenerieren. Wer es sich richtig dreckig geben will, lässt die Modifikatoren verdeckt und stürzt sich blind ins Gefecht, ohne zu wissen, welche Gefahren und Überraschungen dort lauern. Je größer das Risiko, desto größer die Belohnung. Immer vorausgesetzt, dass man Erfolg hat.

Den Tempel von Atzoatl manipulieren wir per Zeitreise. Das macht Spaß, ist aber nicht sehr intuitiv. Den Tempel von Atzoatl manipulieren wir per Zeitreise. Das macht Spaß, ist aber nicht sehr intuitiv.

Ab ins Loch

Mods sind aber nur der Anfang. Es kann schon mal passieren, dass sich mitten in einer Karte ein Schlund in die Unterwelt öffnet und haufenweise groteske Viecher ausspuckt. Haut man diese um, regnet es am Ende Gegenstände, die man nirgends sonst im Spiel findet. Manchmal erscheint anstelle einer Schatzkiste auch ein Durchgang direkt in den Untergrund, wo noch mehr Monster und ein fieser Obermotz lauern.

Oder wir stolpern über einen Riss im Level-Gefüge, der vorübergehend Monster aus einer anderen Dimension beschwört. Die sind besonders mächtig, lassen ihrerseits wieder ganz besondere Gegenstände fallen und hinterlassen sammelbare Splitter, die uns Zugang in ihr Reich gewähren. Dann werden wir selbst zu Eindringlingen, watschen hundertfach Gegner um und bekämpfen am Ende einen extra deftigen Anführer.

Oder wie wäre es mit einer Reise in die Vergangenheit, wo wir den Tempel einer untergegangenen Zivilisation erkunden und manipulieren, um ihn anschließend in der Gegenwart zu plündern? Dann hätten wir die exotischen Kreaturen, die wir für unseren Privatzoo einfangen, in einem Bestiarium katalogisieren und am Ende auf einem Altar opfern, um aus den Überresten mächtige neue Gegenstände und Verzauberungen herzustellen.

Mitglieder des Syndikats können wir gezielt stärken und schwächen – je größer die Gefahr, desto besser die Belohnung. Mitglieder des Syndikats können wir gezielt stärken und schwächen – je größer die Gefahr, desto besser die Belohnung.

Außerdem lauert das unsterbliche Verbrechersyndikat in der Welt, dessen Mitglieder uns immer wieder nachstellen und nach dem Leben trachten. Diese Schurken können wir gezielt schwächen, um uns das Leben zu erleichtern - oder wir machen sie bewusst immer stärker, was einerseits die Herausforderung erhöht und andererseits mächtigere Belohnungen bietet, wenn wir die Gangster schließlich bezwingen. Hatten wir schon die wortwörtlich endlose Mine, die immer tödlicher wird, je weiter wir uns nach unten durchbuddeln?

Und dann sind da noch gewisse Megabosse, die das Spielerlebnis auf Karten völlig umkrempeln. Path of Exile hat so viel Content, so viele Spielelemente und Möglichkeiten, an neue Gegenstände, Upgrades und Aufwertungen zu kommen, dass einem schwindelig wird.

Nicht für jeden

Die größte Stärke des Spiels - seine gigantische Vielfalt in der Charakterentwicklung, den Spielmechaniken und beim Endgame - spricht logischerweise vor allem Spieler an, die sich mit einem derart umfangreichen und komplexen Titel auseinandersetzen wollen. Es gibt Hilfetexte im Spiel, YouTube und die Foren stecken voller Guides und Vorlagen und das Wiki ist hervorragend.

Klicken wir diese dämonische Hand an, beschwören wir haufenweise gefährliche Monster aus einer anderen Dimension. Klicken wir diese dämonische Hand an, beschwören wir haufenweise gefährliche Monster aus einer anderen Dimension.

Aber Path of Exile ist kein Spiel, mit dem man sich abends zum Entspannen mal eine Stunde hinsetzt und blind drauflos spielt. Beim Aufleveln seiner Helden muss man sich Gedanken machen und halbwegs intelligent planen. Das soll nicht heißen, dass man ohne Doktortitel nicht durch die Story kommt, aber es gibt Spitzen beim Schwierigkeitsgrad, wo recht streng nachgeprüft wird, ob man bei der Skillung auch brav auf die Resistenzen geachtet hat. Und ob man gelernt hat, bestimmten Attacken und Effekten auszuweichen.

Wer sich hier durchbeißt, bekommt ein Erfolgserlebnis, das kein abgeschlossenes Nephalem-Portal jemals bieten könnte. Aber die Einstiegshürde, die Lernkurve und der Frustfaktor, gerade fürs bockschwere Endgame fallen dementsprechend auch deutlich größer aus als in Diablo 3. Unterm Strich gibt's in Path of Exile aber auch deutlich mehr Abwechslung, regelmäßige Updates und immer wieder neue Spielmechaniken. Für uns hat es darum inzwischen die Nase vorn. Und wer Path of Exile bisher wegen mangelnder Englischkenntnisse gemieden hat, kann die Spieltexte seit einiger Zeit auch auf Deutsch umstellen.

Als Free2Play-Spiel finanziert sich Path of Exile übrigens durch Ingame-Kosmetik und zusätzliche Fächer für die Lagertruhe. Für den Spielspaß ist zwar nichts davon zwingend notwendig, gerade Vielspielern erleichtern die Truhenfächer das Leben im Endgame aber deutlich.

Mehr von unserem Tester:
Was Sascha WIRKLICH von Path of Exile hält - »Es treibt mich in den Wahnsinn«

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