Zoom- und Teleobjektive in Handys waren lange Zeit ein Ding der Unmöglichkeit. Immerhin erfordern solche physisch lange Objektive, die man in dünnen Handys einfach nicht unterbringen kann - zumindest nicht ohne irgendwelche Kompromisse einzugehen.
Die Lösung dafür ist eine alte Erfindung, die ihren Ursprung bei U-Booten hatte. Bevor die Hersteller darauf gekommen sind, gab es allerdings allerlei kreative Experimente.
Die Experimente der Vergangenheit
Das Samsung Galaxy S4 Zoom ist praktisch eine Superzoom-Kamera mit einem 10-Fach-Zoomobjektiv, das ein Smartphone eingebaut hat.
Das Sony DSC-QX10 ist ein Objektiv, das sich kabellos mit eurem Handy verbinden kann und per Clips befestigt wird. Damit kann praktisch jedes Handy mit einem 10-fach Zoom ausgestattet werden.
Das Nokia 808 Pureview war das erste Handy mit einer hohen Megapixel-Zahl von 41. Dadurch konnte es einen verlustfreien 4-fach-Zoom anbieten. Dank Pixel-Binning erhielt man unabhängig von der Zoomstufe immer 8-Megapixel-Bilder.
Von den drei vorgestellten »Experimenten« hat sich nur die Technologie des Nokia-Handy durchgesetzt. Heute verwenden sehr viele Smartphones dieses Verfahren, um einen möglichst verlustfreien Digitalzoom anzubieten.
Nun kombinieren viele Hersteller hochauflösende Bildsensoren mit Periskopen - eine Technologie, die ihren Ursprung bei U-Booten hat.
Was ist überhaupt ein Periskop?
Ein Periskop ist eine optische Vorrichtung, die es ermöglicht, von einem geschützten Raum aus um Ecken zu sehen oder über Hindernisse hinwegzublicken. Im Fall von U-Booten war das Periskop von entscheidender Bedeutung, um die Oberfläche zu überwachen, ohne das Boot selbst aus dem Wasser auftauchen zu müssen.
Das erste wurde von Hippolyte Marié-Davy im Jahre 1854 erfunden. Die Konstruktion war simpel, aber effektiv: Ein dünnes Rohr mit zwei schrägen Spiegeln an jedem Ende.
Warum Periskop-Kameras in Handys so genial sind
Wie bringt man all die optischen Elemente in einem Handy unter, ohne dieses unnötig dicker machen zu müssen?
Die eigentlich simple und dennoch geniale Antwort: Man legt sie längst ins Gehäuse. Ein Spiegel lenkt das Licht durch diese hindurch und auf den Bildsensor.
So kann man selbst lange Objektive in die Handys einbauen, ohne es dicker machen zu müssen.
Das Problem, das nicht unbedingt eines ist: Der Bildsensor für Teleobjektive kann natürlich nicht sehr groß sein, sonst wird das Handy wieder dicker. Je kleiner ein Bildsensor ist, desto kleiner sind die einzelnen Pixel, desto mehr müssen diese digital verstärkt werden - das Resultat ist eine insgesamt schlechtere Bildqualität und mehr Rauschen.
Bei langen Zoom-Objektiven ist ein kleiner Sensor allerdings oft wünschenswert, da es den sogenannten Crop-Faktor erhöht. Simpel ausgedrückt: Je kleiner ein Bildsensor ist, desto mehr sind dessen Bilder »hinein gezoomt« - perfekt für Zoom-Kameras in Handys.
Welche Handys haben ein Periskop-Objektiv?
Das erste Handy mit einer Periskop-Kamera war das 2019 erschienene Huawei P30 Pro. Es besaß eine Periskop-Kamera mit einem 5-fach-Zoom, der dank eines verlustfreien Bildsensor-Zooms auf 10-fach erweitert werden konnte.
Seitdem haben immer mehr Hersteller ein solches eingebaut. Bisher stammen die meisten dieser Handys von chinesischen Herstellern. Einige aktuelle Handys mit eingebauten Periskop-Kameras sind:
- Huawei P60 Art
- OnePlus 11
- Honor Magic 5 Pro
- Xiaomi 14 Pro
Der größte Hersteller, der Handys mit Periskop-Kameras anbietet, ist Samsung. Das Galaxy S23 Ultra. Mit diesem kann man sogar 10-fach optisch zoomen. Auch das Sony Xperia 1 V bietet eine.
Apple steigt ein: Gerüchten zufolge wird das kommende Top-Modell der iPhone 15-Serie, das wahrscheinlich iPhone 15 Ultra heißen soll, eine Periskop-Kamera erhalten . Mit dieser soll es möglich sein, 6-fach zu zoomen.
Mehr Informationen zu den kommenden iPhones findet ihr hier:
iPhone 15: Release, Preise, Features - alle Infos & Gerüchte
Mit dem Einstieg von Apple in die noch relativ junge Smartphone-Technologie, dürften in Zukunft immer mehr Smartphone-Hersteller Periskope verbauen.
Ob die neuen Pixel 8-Handys eines haben werden, ist bisher noch nicht bekannt. Was wir über diese bisher wissen, könnt ihr hier nachlesen.
Google Pixel 8 und 8 Pro: Release, Preis, Features - alle Infos und Gerüchte
Aktuell findet man solche Periskop-Kameras meist nur in den Top-Modellen der Hersteller. Mit etwas Zeit wird die Technologie ihren Weg auch auf günstigere Handys finden - hoffen wir zumindest.
Wie findet ihr Periskop-Kameras? Ist ein langer Zoom in Smartphones wichtig für euch oder könnt ihr darauf verzichten? Welche Kamera-Features sind für euch besonders wichtig? Schreibt es uns in die Kommentare!

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