In der Welt von Dungeons & Dragons gibt es viele mächtige Gegenstände. Eines der mächtigsten überhaupt ist auf den ersten Blick ziemlich unscheinbar, wird für seine Macht jedoch gefürchtet und geliebt. Denn in ihm schlummert das Potenzial, ganze Kampagnen auf den Kopf zu stellen. Keine Spielleitung, die nicht gerade komplettes Chaos verbreiten will, sollte dieses Objekt ins Spiel bringen.
The Legend of Vox Machina basiert auf Dungeons & Dragons und hat seine Version dieses mächtigen Items in Episode 4 von Staffel 4 eingeführt. Auch in der Kampagne kam es vor, hat dort aber viel mehr bewirkt.
Achtung! Es folgen Spoiler für die besagte 4. Episode der 4. Staffel von The Legend of Vox Machina so wie für die erste Pen&Paper-Kampagne von Critical Role.
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Roulette mit dem Deck of Many Things
Bei besagtem Item handelt es sich in der DnD-Vorlage um das Deck of Many Things, also das Kartendeck der vielen Dinge. Dieses magische Deck ist pures Chaos. Denn jede gezogene Karte hat einen anderen magischen Effekt. Es ist deshalb so berüchtigt, da diese Effekte enorm stark sein können - enorm schlecht, aber auch enorm gut.
Die Spielleitung hat darüber keine Kontrolle und gibt damit ein Stück weit aus der Hand, was in ihrem Abenteuer als Nächstes passiert. Klingt spannend, aber für eine gesittete Pen&Paper-Runde und eine ordentlich geplante Kampagne ist so ein absurd mächtiger Zufallsfaktor absolutes Gift.
Genau dieses Deck zückt in Episode 4 der aktuellen Staffel Tarys Vater, um passenderweise Roulette damit zu spielen. In der Episode werden zwei Karten gezogen:
- Tarys Vater zieht zuerst und bekommt prompt tonnenweise Münze geschenkt. Da die »nur« aus Silber sind, zeigt sich der reiche Mann unbeeindruckt.
- Danach zieht Grog eine Karte und erschafft damit ein tollwütiges Einhorn, dem er im Verlauf der Episode den Garaus machen muss.
Das sind zwei Effekte der Serie – aber sie repräsentieren nicht besonders gut, wie mächtig das Kartenspiel in Wahrheit ist. Das wahre Potenzial kam in der Pen&Paper-Vorlage besser zur Geltung, wo das Deck of Many Things für einige legendäre Momente sorgte.
Das Deck of Many Things in Campaign 1
In der Vorlage für Vox Machina ist das Deck ein längerer Begleiter der Heldentruppe. Wieso es Spielleiter Matt Mercer gewagt hat, dieses Chaosobjekt einzuführen, weiß wohl nur er. Glücklicherweise sorgte das Deck vor allem für haufenweise Lacher, obwohl einige der besten und schlimmsten Karten daraus gezogen wurden.
Ausgerechnet der geistig nicht gerade gesegnete Barbar Grog findet das Deck im Hort des mächtigen Drachen Thordak. Zwar klaut Vex ihm das Deck zwischendurch, gibt es ihm später jedoch zurück. Insgesamt werden im Verlauf der DnD-Kampagne drei Karten aus dem Deck gezogen:
- Die 1. Karte: Grog zieht direkt eine Karte, als er das Deck findet. Matt verwechselt die Bedeutung der Karte und schenkt Grog daraufhin ein tanzendes Schwert. In der nächsten Sitzung bemerkt er den Fehler, woraufhin Grog von dem Schwert permanent verflucht wird.
- Die 2. Karte: Während des Zeitsprungs nach dem Sieg über die Drachen lässt Grog aus Neugier einen zufälligen betrunkenen Mann in einer Gasse eine Karte ziehen. Lustigerweise zieht der Mann ausgerechnet die Mondkarte, die ihm zwei Wünsche beschert. Sein erster Wunsch ist, zu einem mächtigen Adeligen zu werden. Den zweiten Wunsch kennen wir nicht, der Mann saust danach davon in einer noblen Kutsche.
- Die 3. Karte: Die letzte Karte zieht Grog ganz am Ende der Kampagne, wenn sie ihren größten Widersacher bezwungen haben. Es sollte nur ein abschließender Lacher sein, aber Grog zog die Leere. Eine Katastrophe. Seine Seele wird aus seinem Körper gerissen und im Pandämonium gefangen gehalten. Da es die Abschluss-Episode war, übersprang Matt kurzerhand die aufwendige Expedition, den Barbaren wieder zu befreien, und die Spieler taten einfach so, als hätten sie gerade ein gewaltiges Abenteuer erlebt, um Grog zu retten. Später wurde besagtes Abenteuer bei einer Live Show aber nachgeholt.
Mit diesen Effekten können die zwei Karten aus der TV-Serie kaum mithalten. Aber ein derart großer Zufallseffekt ist auch im Rahmen einer solchen Serie sicherlich eher verwirrend als unterhaltsam. Da fokussiert sich die Serie dann doch lieber auf eine kohärente Erzählung und streut nur hier und da ein paar Easter Eggs ein.
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