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Seite 2: Planescape: Torment – Enhanced Edition im Test - Die Legende (wiederbe)lebt

Behutsame Restaurierung

Wer bis hierhin gelesen hat, der wird hoffentlich verstehen, warum Planescape: Torment für mich wie ein gutes altes Buch ist, dass man immer wieder gern hervorkramt und bei dem man mit jedem Lesedurchgang neue Facetten entdeckt.

Entsprechend gespannt war ich, wie die Remaster-Experten von Beamdog dieses Buch restauriert haben - zumal man das Original dank GOG.com seit Jahren problemlos auf modernen Rechnern spielen kann und mit Torment: Tides of Numenera gerade erst ein »modernes Torment« erschienen ist.

Planescape: Torment - Original und Enhanced Edition im Grafik-Vergleich 2:11 Planescape: Torment - Original und Enhanced Edition im Grafik-Vergleich

Die schlechte Nachricht: Auf den ersten Blick fallen die Neuheiten und Verbesserungen der Enhanced Edition kaum auf. Die gute Nachricht: Genau das ist ihre Stärke! Anders als noch bei Baldur's Gate 1 & Baldur's Gate 2 hat Beamdog komplett auf neue Kapitel oder Spielmodi verzichtet, sondern lediglich die Original-Inhalte behutsam aufpoliert - was sich praktischerweise direkt in den Spieloptionen auch jederzeit wieder rückgängig machen lässt.

Am auffälligsten sind noch die grafischen Anpassungen. Die Enhanced Edition unterstützt nun Auflösungen von bis zu 4k, Menüs und Texte skalieren entsprechend mit. Es gibt eine Zoomfunktion sowie diverse Kontur- und Filtereffekte, wodurch insbesondere die Figuren besser zu erkennen sind, aber auch verwaschener wirken, weshalb ich diese Funktion bald wieder deaktiviert habe.

Kleine Verbesserungen, große Wirkung

Erst im direkten Vergleich mit dem Original wird deutlich, wie viel komfortabler und flüssiger sich die Enhanced Edition spielt. So entfallen unter anderem die Ladepausen beim Betreten von Gebäuden und Arealen, Item- und Fähigkeiten-Beschreibungen werden direkt in der Schnellauswahl angezeigt, eine Schnellsammel-Funktion beschleunigt das Aufklauben von Beute, und per Tab-Taste kann ich nun wie in modernen Adventures alle interaktiven Objekte hervorheben.

Für sich gesehen alles Kleinigkeiten, die in ihrer Gesamtheit das Abenteuer aber deutlich runder machen und sich zudem genau wie die grafischen Optimierungen beliebig zu- und abschalten lassen.

Per Tab-Taste lassen sich in der Enhanced Edition interaktive Objekte hervorheben, was das Auffinden wichtiger Gegenstände erheblich erleichtert. Per Tab-Taste lassen sich in der Enhanced Edition interaktive Objekte hervorheben, was das Auffinden wichtiger Gegenstände erheblich erleichtert.

Ebenfalls erwähnenswert: Ich darf nun jederzeit direkt im Hauptmenü die Sprache wechseln. Bei der GOG-Version des Originals muss ich mich hingegen bei der Installation für Deutsch oder Englisch entscheiden und dann mit dem Ergebnis leben.

Wer über gutes Schulenglisch beherrscht, sollte es in jedem Fall mit der Originalversion probieren, jetzt kann er ja jederzeit umschalten. Denn obwohl die deutsche Übersetzung grundsätzlich gelungen ist, geht doch einiges an sprachlichen Feinheiten verloren. Und Planescape Torment ist nun mal eines dieser seltenen Spiele, bei dem man kein noch so kleines Detail verpassen möchte. War so. Ist so. Bleibt so.

Addendum: Bekenntnisse eines Spieletesters – Wie ich die Torment-Wertung ruinierte

Heinrich Lenhardt: Niemand will der einsame Ignorant sein, der ein Spiele-Meisterwerk nicht richtig zu würdigen weiß. Dessen Wertung ganz unten in der Metacritic-Rangliste steht, mit weitem Abstand zu den Medien, die offensichtlich vernunftbegabtere Rezensenten beschäftigen. Okay, ganz so schlimm war's auch wieder nicht mit meiner Test-Wertung für Planescape: Torment.

Aber vor 16 Jahren wurde mir rasch klar, dass ich nicht ganz so sehr von dessen Stärken geblendet war wie die meisten internationalen Kollegen. 82 Punkte lautete die von mir zur verantwortende GameStar-Gesamtwertung, gelobt wurde ansatzweise zähneknirschend: »sperrig-gehaltvoller Trip für Experten«, ein »gleichermaßen irritierendes wie inspirierendes Spielerlebnis«.

Und ganz ehrlich: Ich stehe heute noch dazu. Nun gut, ein mittlerer Achtziger wäre rückblickend gesehen fairer gewesen. Damals war die Zeit knapp für den Test dieses Geduldsspiels, dessen bei 640x480-Auflösung präsentierte Textunmengen viel Muße erfordern. Auf der anderen Seite hatte das wirklich starke Fallout 2 ein Jahr vorher auch »nur« 83 Punkte erhalten, Baldur's Gate war mit 89 Punkten verdientermaßen eine Klasse höher eingestuft - GameStar testete schon immer etwas strenger (Ausnahmen wie Ultima 9 bestätigen die Regel, hüstel).

Bei aller Begeisterung für das fantastische Szenario und die anspruchsvolle Story sollte man die Schwächen von Planescape: Torment nicht verdrängen. Nichts gegen einen hochklassigen Quatsch-Simulator, aber für mich gehört ein packendes Kampfsystem mit gut austarierten Erfahrungspunkte-Belohnungen zum Rollenspiel-Vergnügen - und da ist das erzählerische Meisterwerk allenfalls gehobenes Mittelmaß.

Als Kronzeugen rufe ich dessen Mastermind Chris Avellone auf, der einige Jahre nach Veröffentlichung von Planescape: Torment einräumte, dass andere Spielelemente zugunsten der Dialoge vernachlässigt wurden: »Es war eine persönliche Vorliebe von mir. Letztendlich denke ich, dass es nicht die richtige Entscheidung war (Spielmechaniken sollten an erster Stelle stehen, und Torments Spielmechaniken waren sehr plump), aber die Dialoge waren bei diesem Projekt der Design-Hauptfokus«.

Für Plus-User mit Zusatzpaket »Heft- und DVD-Videoarchiv«: Die Originaltest von Planescape: Torment aus der GameStar 02/2000

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