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Seite 2: Planet Zoo im Test: Der König der Zoo-Simulationen

Große und kleine Attraktionen

Nach und nach wird unser Park größer. Wir planen neue Gehege für noch exotischere Tiere. Affen, Flusspferde, Giraffen und Wölfe kommen dazu, jede Kreatur sieht fantastisch aus. Nicht nur optisch sind die Tiere teilweise nicht von ihren realen Gegenstücken zu unterscheiden. Auch ihre Animationen, wie sie sich verhalten und wie sie klingen zeigt, wie viel Mühe in die authentisch Darstellung geflossen ist.

Diego schiebt sich langsam und gemächlich über den Erdboden und flieht auch gerne mal in ein sichtgeschütztes Eck, wenn ihm die Aufmerksamkeit zu viel wird. Unser Gepard räkelt sich gelassen auf einem sonnigen Stein und Nilpferde tauchen vergnügt ins kühle Nass. Die Tierwelt von Planet Zoo ist die lebendigste Fauna, die wir jemals in einem Spiel gesehen haben. Das allein macht einen Rundgang durch unseren eigenen Zoo schon zu einem Erlebnis.

Jedes Tier braucht einen Unterstand, damit es vor Regen geschützt ist oder sich den Blicken der Besucher entziehen kann. Jedes Tier braucht einen Unterstand, damit es vor Regen geschützt ist oder sich den Blicken der Besucher entziehen kann.

Einige Tiere sind dabei selbstverständlich aufregender als andere. Doch selbst Langweiler wie eben Diego faszinieren durch ihre Lebensnähe. 23 Zootiere sind außerdem Insekten, Schlangen, Amphibien oder kleine Echsen, die in Vivarien ausgestellt werden, was natürlich auf den Schaufaktor drückt. Auch diese kleinen Attraktionen wurden aber animiert und können bestaunt werden, wenn man sie denn in den teils etwas zu großen Vivarien entdeckt.

Spielerisch sind die Vivarientiere allerdings eher anspruchslos. Hier reicht es, einfach die richtige Temperatur einzustellen und ein paar Äste mehr oder weniger reinzulegen. Taktisch eignen sie sich dafür hervorragend, um schnell eine Attraktion zu erschaffen, die Besucher an eine bestimmte Stelle im Park lockt. Etwa wenn wir eine angenehm gruselige Spinne dort platzieren, wo besonders viele Souvenirläden stehen.

Allgemein funktioniert die Besucher-KI sehr gut. Irgendwann strömen wahre Massen an Schaulustigen über unsere Straßen und die merken sofort, von wo sie den besten Blick auf unsere Tiere haben. Dafür hapert es manchmal bei den Angestellten. Die können wir zwar individuell aufteilen, trotzdem kommt es aber zu Engpässen, wenn etwa ein Forschungsgebäude belegt ist. Dann bilden sich sogar Schlangen aus wartenden Mitarbeitern, statt in der Zeit doch besser einer anderen Aufgabe nachzugehen.

In was für einem Zustand sich unser Zoo befindet, sehen wir auch in der Spielgrafik. Kaputte Gehege weisen Löcher auf und sollten repariert werden. In was für einem Zustand sich unser Zoo befindet, sehen wir auch in der Spielgrafik. Kaputte Gehege weisen Löcher auf und sollten repariert werden.

Wo ist denn der Bär, Mama?

Beim Bauen der Gehege gilt es nicht nur die Bedürfnisse der Tiere zu bedenken. Besucher kommen ja in den Zoo, um etwas zu sehen. Wir sollten die Absperrung also mit Fenstern ausstatten, oder klein genug machen, damit auch Kinder drüber gucken können. Je mehr von dem Tier zu sehen ist, desto besser. Planet Zoo registriert hervorragend, von wo unsere Kunden den besten Blick haben, was auch kreative Lösungen möglich macht.

Zugegeben, wer so wenig Aufwand wie möglich in ein artgerechtes Gehege stecken möchte, kann einfach ein wenig Untergrund pinseln und Pflanzen setzen, bis das Tier zufrieden ist. Aber das würde bedeuten, freiwillig auf das mächtige Bautool zu verzichten. In Planet Zoo können wir modular aus Einzelteilen unseren Zoo zusammenbauen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, ein Fest für Schönbauer!

Spielerisch ist es zwar egal, ob wir unseren Geparden eine einfache Holzhütte als Unterstand bauen oder eine gewaltige Höhle aus massivem Sandstein auftürmen. Eines von beiden sieht aber einfach imposanter aus. Das Rumexperimentieren macht einen Heidenspaß und gelegentlich droht man beim Gehegebauen einen anderen Aspekt aus den Augen zu verlieren: die Wirtschaft.

Sollte ein Tier sich zunehmend schlechter fühlen, ruft des unzufriedenen Demonstranten auf den Plan. Muupi! Sollte ein Tier sich zunehmend schlechter fühlen, ruft des unzufriedenen Demonstranten auf den Plan. Muupi!

Klappt es mit der Wirtschaft?

Bei all der Tierliebe hat Planet Zoo natürlich noch einen weiteren Anspruch: Es soll eine spannende Wirtschaftssimulation sein. Planet Coaster konnte in diesem Bereich seinerzeit nicht überzeugen, auch Jurassic Park Evolution blieb trotz Verbesserungen hinter seinen Möglichkeiten. Planet Zoo bessert hier einiges nach, verpasst an anderen Stellen aber erneut die Komplexität zu erhöhen.

Damit unser Park rentabel wird, müssen wir die Kunden nicht nur zufrieden halten, sondern ihnen auch genug Gelegenheiten bieten, ihr Geld auszugeben. Während in Planet Coaster noch die Möglichkeit bestand, auf Eintritt zu verzichten und dafür fett an den Achterbahnen und Karussells abzukassieren, dürfen wir in Planet Zoo für die Attraktionen selbst keinen Preis ausschreiben - man kann schließlich nicht »mit dem Löwen fahren«

Den Eintrittspreis erhöhen wir deshalb immer weiter, je größer der Park wird. Werden wir zu dreist, nehmen die Besucherzahlen ab. Das System funktioniert ganz gut, wird mit der Zeit aber zur Nebensache. Unsere eigentliche Einnahmequelle ist nämlich nicht der Eintritt. Etwa 60 Prozent unseres Gewinns erwirtschaften wir mit Spendenbüchsen, die wir taktisch klug dort aufstellen sollten, wo die meisten Kunden die längste Zeit stehen. Also im Normalfall genau neben den Sichtfenstern unserer Gehege.

Um Geld brauchen wir uns keine Sorgen mehr zu machen. Wir verdienen allein 30.000 Dollar durch Spenden. Dreimal mehr als durch Ticketverkäufe. Um Geld brauchen wir uns keine Sorgen mehr zu machen. Wir verdienen allein 30.000 Dollar durch Spenden. Dreimal mehr als durch Ticketverkäufe.

Reich durch Spenden

Wie viel Geld die Leute letztlich in die Eimer werfen, bestimmen wir nur indirekt. Je besser unser Gehege geplant wurde, desto mehr Geld bringen die Spenden das Jahr über ein. Der Geldstrom läuft vollautomatisch und kostet uns keinerlei Verwaltungsarbeit.

Die Spenden allein spülen in der Regel so viel Geld in unsere Kassen, dass wir sehr schnell Unsummen anhäufen. Wer nicht gerade unverhältnismäßig viel baut, sollte nie in Geldnöte kommen. Damit unsere Kunden noch zufriedener sind, errichten wir Verkaufsstände für Trank und Speis, oder einen Souvenirladen. Auch hier rennen uns die Gäste schnell die Bude ein. Wir können zwar Micromanagement betreiben und die Preise anpassen, wirklich nötig ist das aber nicht.

Neben den Tarifen für die Kunden können wir auch das Gehalt unserer Mitarbeiter variieren. Unzufriedenes Personal arbeitet nämlich deutlich schlechter. Aber auch hier kann man die Schieberegler oft ignorieren. Tierwärter, Putzkräfte, Sicherheitsleute und Ärzte sind mit ihrem Standardgehalt meistens vollauf zufrieden. Jeden davon können wir auch weiterbilden, dann wird das Gehalt automatisch hochskaliert. Ist aber egal, schließlich haben wir in der Regel genug Geld.

Mithilfe der Heatmap sehen wir, welche Gehege gekühlt werden und welche nicht. Jedes Tier hat andere Ansprüche an seine Umgebung. Mithilfe der Heatmap sehen wir, welche Gehege gekühlt werden und welche nicht. Jedes Tier hat andere Ansprüche an seine Umgebung.

Rettet die Tiere

Nur Geld reicht aber nicht, wenn wir denn irgendwann einen Löwen oder afrikanischen Elefanten unser Eigen nennen wollen. Es gibt in Planet Zoo noch eine zweite Währung, die sich Naturschutzpunkte nennt. Nur damit können wir wirklich seltene, exotische Tiere kaufen.

Die Punkte verdienen wir damit, dass sich unser Park einen Ruf als artgerechtes und nachhaltiges Unternehmung eingebracht hat. Also indem wir Tiere in die Freiheit entlassen oder Community-Herausforderungen bestehen. Online werden sie auch dafür verliehen, wenn wir uns einloggen.

Ersteres ist spannend, da wir dadurch von der Zuchtmechanik wirklich Gebrauch machen müssen. Wir kaufen dann nicht einfach Tiere ein, sondern sorgen dafür, dass sie sich fortpflanzen - die Nachkommen werden in die Freiheit entlassen. Die schönsten Tiere behalten wir aber, da sie größere Menschenmengen anlocken. Wer allerdings nicht aufpasst, hat Ruckzuck ein Gehege voller Tiere, die sich aufgrund der Überbelegung an die Kehle gehen. Je mehr Tiere in einem Gehege, umso schneller verdreckt es außerdem, was Krankheiten verursacht.

Die Besucher wollen nicht nur gaffen, sondern auch was lernen. Infoschilder verbessern den Bildungswert unseres Zoos. Die Besucher wollen nicht nur gaffen, sondern auch was lernen. Infoschilder verbessern den Bildungswert unseres Zoos.

In diesem Bereich wird das Management von Planet Zoo abseits der schnöden Finanzen dann doch noch wirklich fordernd. Wer nicht stets den Tierbestand im Auge behält und ob unsere Mitarbeiter die Gehege sauber halten, hat schnell dutzende kranke Tiere, aber vielleicht nicht genug Ärzte, um sie zu versorgen. Dadurch wird eine Runde Planet Zoo kontinuierlich anspruchsvoller, da irgendwann der Überblick über unsere Tiere schwierig wird. So entsteht fast nie Leerlauf, es gibt immer was zu tun.

Allgemein merkt man Planet Zoo jederzeit an, wo seine Wurzeln sind. So hat das Spiel sowohl Stärken von Planet Coaster und Jurassic World Evolution, aber eben auch wieder ganz ähnliche Schwächen. Eine komplexe Wirtschaftssimulation sollten Spieler auch dieses Mal nicht erwarten. Doch die liebevoll gestaltete Tierwelt und das spannende Management unserer Attraktionen können darüber hinwegtrösten.

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