Eine Nachricht, die nicht nur Filmfans beunruhigen dürfte, sondern im Prinizp jeden, der digitale Produkte erwirbt. Immer wieder werden hier Diskussionen darüber angestoßen, ob man etwas wirklich besitzt, wenn man es nur digital zur Verfügung gestellt bekommt.
Zumindest im Fall von über die PlayStation erworbenen Filmen scheint das ganz klar nicht zuzutreffen. Denn Sony löscht hier über 500 Produkte in einigen europäischen Ländern aus dem Store, die von StudioCanal vertrieben wurden. Auch wenn ihr sie rechtmäßig gekauft habt, verliert ihr so ohne jede Entschädigung den Zugriff in eurer Bibliothek darauf. Betroffen sind unter anderem Titel wie Rambo: First Blood, Terminator 2 oder Bridget Jones' Diary.
Das geht aus einer offiziellen Nachricht von Sony inklusive einer Liste mit allen betroffenen Titeln hervor. Schuld sei ein Lizenz-Konflikt, Konkretes dazu erfahren wir aber nicht.
Im September verschwinden über 500 Filme und Serien aus dem Store und euren Bibliotheken
Das konkrete (übersetzte) Statement liest sich folgendermaßen:
Ab dem ersten September 2026 wird es, aufgrund unserer Lizenzvereinbarungen für Inhalte, nicht mehr möglich sein, Zugriff auf vorher gekauften Content von Studio Canal zu erhalten. Dieser wird dementsprechend aus eurer Video-Bibliothek entfernt.
Offenbar schrieb Sony betroffene Nutzer auch direkt an, wie aus einem X-Post eines Betroffenen hervorgeht, der 1,2 Millionen Mal angezeigt wurde:
Link zum Twitter-Inhalt
Der Poster oder die Posterin zeigt sich sichtlich ungehalten und bemerkt zynisch sinngemäß, dass Sony gerne seine Gewinne einsacke und die Kunden dann trotzdem ohne Skrupel vor den Bus werfe, wenn es nötig sei. In den Kommentaren stimmen viele zu und zeigen ihre phyische Sammlung - Wer digital kaufe, werde ohnehin nur betrogen
. Andere witzeln darunter, dass der PlayStation-Slogan Play Has No Limits
eben doch ganz klare Limitierungen aufweise, die hier deutlich würden.
Besonders sauer stößt vielen auf, dass es sich eben nur um eine Feststellung ohne Entschuldigung oder irgendeine Form von Entschädigung handelt. Niemand erhält sein Geld zurück oder auch nur einen Gutschein mit Store-Guthaben. Für Einige spricht das Bände und sendet ein bedenkliches Signal, wenn es um den Erwerb digitaler Lizenzen geht. Allerdings kann irgendeine Form von Wiedergutmachung oder zumindest eine ausführlichere Erklärung seitens Sony natürlich noch kommen.
Schon in der Vergangenheit sorgten News dieser Art für Bauchschmerzen bei allen, die regelmäßig digitale Güter erwerben:
7:46
Sony schließt PS3-Store und zeigt, weshalb wir besorgt sein sollten - Hardware- & Tech-News - Hardware- & Tech-News
Lizenz auf Zeit statt digitaler Besitz
Insgesamt sind 551 Filme und Serien betroffen, die ihr in der oben verlinkten Liste durchgehen könnt. Sie verschwinden ab dem 1. September 2026 aus dem Store und können wie bereits erwähnt auch von Käufern nicht länger aus der Bibliothek aufgerufen werden.
Deutschland, Österreich oder die Schweiz sind von der aktuellen Löschwelle allerdings nicht betroffen. Hierzulande verschwand der Katalog bereits 2022 auf diese Art. Konkret geht es im Moment um Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien. Trotzdem sorgen die Maßnahmen - wie man am oben verlinkten X-Post sieht - länderübergreifend für Empörung.
Die betroffenen Titel stammen allesamt von der Produktionsfirma StudioCanal, die man auch durch viele Klassiker wie From Dusk Till Dawn von Quentin Tarantino (ebenfalls betroffen) kennt. Auch GTA 6 stieß kürzlich hitzige Diskussionen dazu los, dass man nur noch sehr selten ein physisches Produkt besitzt. Der Open-World-Blockbuster erscheint selbst in seiner Disk-Version
nur noch als Box mit einem Code.
Das Recht an diesem könnten Käufer zumindest in der Theorie ebenfalls irgendwann verlieren. Etwas, das sich unter anderem bereits bei The Crew gezeigt hat, das mit der Abschaltung der Server für immer unspielbar wurde. Auch das zog jedoch einen Aufschrei und sogar Klagen nach sich.
Egal ob PlayStation Store, Steam oder ein anderer digitaler Shop - meist stellen hier die Geschäftsbedigungen klar, dass man grundsätzlich nur eine digitale Lizenz erwirbt, die theoretisch widerrufen werden kann. In der Regel wird man beim Kauf auch nochmal darauf hingewiesen. Trotzdem zeigen diese Aktion und die Reaktionen darauf deutlich, wie wenig präsent dieses Detail in unserem (oft digitalen) Entertainment-Alltag ist.
Wie steht ihr zu dem Thema? Nehmt ihr das Risiko in Kauf oder erwerbt ihr grundsätzlich nur phyische Versionen, wo es möglich ist? Schreibt es uns in die Kommentare!
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