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Seite 3: Prototype im Test - Viel Blut, zu wenig Spiel

Aufrüsten und Abschlachten

Für gemeisterte Missionen und erledigte Gegner erhalten Sie Erfahrungspunkte, mit denen Sie neue Fähigkeiten und Angriffe freischalten. Das Kampfsystem ist grundsätzlich sehr variantenreich und bietet dank vieler Fähigkeiten, Schlagkombinationen und Waffen unzählige Möglichkeiten zum herumexperimentieren.

Trotzdem fehlt es den Rangeleien stellenweise an Dynamik. Auseinandersetzungen gegen einzelne Gegner sind sehr selten, meistens bekommen Sie es mit größeren Gruppen zu tun, die (mit wenigen Ausnahmen) dem guten Mr. Mercer nicht viel entgegen setzen. Besonders dann nicht, wenn Sie mit dem gewaltigen Devastator-Angriff mehr als 50 Gegner auf einen Schlag in den Polygonhimmel schicken.

Nervenaufreibende Prügeleien mit Kontermöglichkeiten und einem hohen Maß an Kontrolle sind bei Prototype eine Seltenheit. Meist schlachten Sie sich durch Horden von abwechslungsarmen Feinden oder sorgen mit einem Panzer oder Helikopter für Ruhe. Dabei laufen die Kämpfe wegen der hohen Gegnerdichte meist sehr chaotisch ab. Schwere Geschütze nehmen Alex unter Feuer, Hubschrauber schicken Ihnen Raketen hinterher, ganz nebenbei werdet Sie von Huntern gejagt, von Soldaten beschossen und sind umringt von grunzenden Infizierten. Das hier nicht nur der Spieler, sondern auch die Kamera und das Zielsystem den Überblick verlieren, ist keine Seltenheit. Im direkten Vergleich mit dem kürzlich erschiene X-Men Origins: Wolverine zieht das Kampfsystem von Prototype deutlich den Kürzeren.

Technik mit Macken

Die Steuerung funktioniert mit einem Gamepad trotz der unübersichtlichen Kämpfe ordentlich und ist nicht überfrachtet. Mit Maus und Tastatur jonglieren Sie hingegen oft mit vielen, aber immerhin frei konfigurierbaren Knöpfen. Hinzu kommt ein Bug, der Sie nach links rennen, aber nach rechts nur gehen lässt. Im Spiel fiel uns der Fehler jedoch kaum auf, da wir die Seitwärtsschritte meist diagonal und ohne Probleme nutzten. Das Sprinten klappt hingegen in alle Richtungen.

Allerdings ergeben sich aus dem Zusammenspiel von träger Kameraführung und Alex’ Geschwindigkeit oftmals schlecht beherrschbare Situationen. Da der Held automatisch über Zäune, Autos und sonstige Hindernisse springt, entwickelt er schnell die Eigendynamik einer Bowlingkugel und ist nur schwer zu kontrollieren, geschweige denn zu stoppen. So hüpfen wir regelmäßig das eine oder andere Häuserdach zu weit und damit am Feind vorbei.

Technisch ist Prototype nur Durchschnittsware. Die Kampf-, Kletter- und Laufanimationen des Hauptdarstellers und einiger Gegner sind gelungen, andere Bewegungsabläufe, besonders bei den Infizierten wirken abgehackt und ungewollt plump. Auch sonst hat das Programmgerüst einige Probleme: Die Sichtweite ist stellenweise nicht besonders hoch, Texturen sowie ganze Gebäude und Autos ploppen trotzdem von einer Sekunde auf die andere ins Bild. Besonders polygonreich ist die Kulisse ebenfalls nicht. Auch die matschigen Texturen und Effekte sorgen für Unmut. Die Menge an Leben in den Straßen ist zwar beachtlich, setzt sich aber aus immergleichen Autos und kantigen Passanten zusammen. Das Ergebnis: Viel Katastrophenchaos, aber wenig Details.

Einziger Lichtblick ist der sehr räumliche Sound und die gute, englische Synchronisation. Eine deutsche Sprachversion oder wenigstens Untertitel gibt es nicht.

Weitere Informationen zur PC-Version

Neben der bereits beschriebenen Maus-Tastatur-Steuerung bietet die inhaltsgleiche PC-Version von Prototype mehr Grafikoptionen als ihre Konsolen-Pendants. Sie können die Schatten- und die allgemeine Grafikqualität in drei Stufen regeln, die gängigen Auflösungen wählen und Antialiasing zuschalten. Die Hardwareanforderungen sind moderat. Details lesen Sie im Wertungskasten.

Besondere, auf die PC-Umsetzung zurückzuführende Probleme sind uns bis auf den ebenfalls bereits genannten Bewegungs-Bug nicht aufgefallen. Gamepads werden sofort erkannt und die Anzeigen entsprechend geändert. Alle Tasten sind frei konfigurierbar.

Eine Online-Registrierung oder ein CD-Key sind nicht notwendig, lediglich die Original-DVD muss zum Spielen im Laufwerk liegen.

» Wertungskasten zu Prototype ansehen
» Erklärung des Wertungssystems

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