Von massiver Kritik zu kritischer Masse
Der Tadel des Kernpublikums ist leiser geworden, Quake Champions läuft aktuell stabil, bringt klassische Quake-Rasanz auf den Monitor, ohne den Helden-Aspekt zu stark zu gewichten. »Nachdem viel an der Verteilung von Leben und Rüstung herumgetüftelt wurde, geht es wieder in Richtung altes Quake, aber moderner gestaltet«, sagt Marcel Paul.
Und Joshua Boyle freut sich: »Das ist im Endeffekt unser Megamix aus all den verschiedenen Quakes, kombiniert mit ein paar neuen Sachen«. Doch er ist sich auch der Wirkung des Oldschool-Kerns bewusst: »Du stirbst viel. Hier wird dir nichts einfach geschenkt, du musst es dir verdienen.«
Um auch Einsteiger ins Spiel zu bringen und Frustschwellen zu senken, haben die Entwickler jüngst umfangreichere Tutorials hinzugefügt und Bots, gegen die sich üben und verlieren lässt, ohne sich grandios unterlegen und als Versager zu fühlen. »Es gibt jetzt sichere Bereiche, in denen der Spieler lernen kann«, sagt Boyle. Klingt nach einem guten Hebel, um die Zielgruppe zu erweitern und eine Generation ins Spiel zu bringen, die ohne Rocket Jump und Railgun groß geworden ist.
Der zweite Hebel wurde vor wenigen Tagen angesetzt und heißt Free-to-Play. Abgesehen von einigen kurzen Gratisphasen mussten Spieler bislang rund 30 Euro für ein Champions Pack zahlen, das es auch heute noch zu kaufen gibt und alle aktuellen (14) und kommenden Charaktere umfasst. Wer sich den Gratis-Client herunterlädt, bekommt die Figuren Ranger und Scalebearer und einen dritten Helden, der jeweils im Wochenturnus wechselt.
Geduld ist gefordert
Klingt nach niedriger Einstiegshürde, und ist es eigentlich auch, wenn da nicht typische Elemente wären, die der Free-to-Play-skeptische Spieler als unangenehm und aufdringlich empfindet. Login-Belohnungen, Beutekisten, EP-Boosts und drei Währungen unterminieren die Aussage der Betreiber, dass es sich hier um keine harte Monetarisierung handele, nur kosmetische Inhalte und Zeitboni verkauft würden. Korrekt ist sie letztlich trotzdem, auch wenn das Freischalten neuer Champions durch Ingame-Währung zeitaufwändig und mühsam ist.
Trotz des heute in puncto Technik, Spielmechanik und Einstieg stabilen Fundaments dürfte auch der Weg von Quake Champions in den Massenmarkt zeitaufwändig und mühsam werden. Man ist sich dessen bewusst bei Bethesda, gibt sich aber unbesorgt. Community-Manager Joshua Boyle ist sich aber sicher, dass der Shooter seinen Weg finden wird:
"Wir kennen unser Publikum und wir erleben Wachstum. Im Kern ist die Spielerfahrung bekannt und man weiß, wie viel Spaß sie bringt. Es ist nur eine Frage der Zeit. Auch Counter-Strike und viele andere, haben viele Jahre gebraucht, um an den Punkt zu kommen, an dem sie heute sind."
10:06
Quake Champions - Video: Warum Duell nicht mehr Duell ist

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