Wer sich für ein aktuelles Top-Smartphone interessiert, muss dafür in der Regel tief in die Tasche greifen. Viele Modelle kosten zum Marktstart über 1.000 Euro, die Topausstattung kratzt mitunter an der 2.000-Euro-Marke – Falthandys überschreiten sie sogar.
Dabei ist ein Flaggschiff für viele Nutzer gar nicht notwendig. Wer zwischen 400 und 600 Euro ausgibt, bekommt 2026 teils dieselbe Chip-Generation wie in den Topgeräten aus dem Vorjahr – dazu helle OLED-Displays und gute Kameras mit optischer Bildstabilisierung.
Ich zeige euch drei Geräte bis 500 Euro, die ich selbst getestet habe und euch guten Gewissens empfehlen kann. Am Ende zeige ich euch außerdem zwei Alternativen, die für bestimmte Bedürfnisse noch besser passen könnten.
Darauf solltet ihr beim Kauf eines Smartphones bis 500 Euro meiner Meinung nach achten:
- Mindestens 8 Gigabyte Arbeitsspeicher für flüssiges Multitasking und zukunftssichere Performance
- Helles OLED-Display mit 120 Hertz für gute Ablesbarkeit im Freien und flüssige Darstellung
- Gute Hauptkamera mit optischer Bildstabilisierung für scharfe Fotos auch bei schlechtem Licht
Nothing Phone 4a Pro
Das Nothing Phone (4a) Pro (ab 429 Euro) ist meine Design- und Kamera-Empfehlung dieser Liste. Das Phone (4a) Pro setzt im Gegensatz zum günstigeren Nothing Phone (4a) nicht auf ein transparentes Rückglas, sondern auf ein Aluminium-Unibody-Gehäuse.
Dazu kommt das Glyph-Matrix-Interface – ein pixelbasiertes LED-Panel auf der Rückseite, das Benachrichtigungen, Ladestand und Animationen darstellen kann. Der Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4 ist kein Leistungsrekordhalter, aber für Social Media, Streaming, Surfen und alltägliche Apps völlig ausreichend.
Im PCMark-Akku-Benchmark hielt das Phone (4a) Pro 18:20 Stunden durch – ein solides Ergebnis für den alltäglichen Zweitages-Betrieb, aber schwächer als die nachfolgenden Alternativen.
Kameratechnisch ist das Nothing Phone (4a) Pro vielseitig aufgestellt: Es bietet ein Dreifachkamerasystem mit Periskop-Teleobjektiv, dazu eine 50-Megapixel-Hauptkamera mit optischer Bildstabilisierung und einen Ultraweitwinkel.
Das 6,83-Zoll-AMOLED-Display läuft mit 144 Hertz bei bis zu 1.600 Nits Spitzenhelligkeit – sehr gut ablesbar selbst bei direkter Sonneneinstrahlung. Das Laden erfolgt mit 50 Watt, zudem wird eSIM unterstützt.
Allerdings gibt es Einschränkungen: Das Gerät ist nur nach IP65 zertifiziert (immerhin aber zusätzlich getestet für Untertauchen bis 25 Zentimeter für 20 Minuten) und Wireless Charging fehlt. Daneben wird es zwar sechs Jahre mit Sicherheitspatches versorgt, aber es gibt nur drei große Android-Updates.
Zum ausführlichen Testbericht des Nothing Phone (4a) Pro
- Tolles OLED-Display mit 144 Hertz
- Schickes Design mit Aluminium-Unibody
- Glyph Matrix jetzt auch in der A-Serie
- eSIM-Unterstützung
- Gutes Kamerasystem
- Kein Wireless Charging
- Nur drei große Android-Updates
Poco F8 Pro
Das Poco F8 Pro (ab 440 Euro) ist meine Performance-Empfehlung dieser Liste. Mit dem Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 4 steckt im F8 Pro derselbe Chipsatz, den ihr in Flaggschiff-Geräten aus dem letzten Jahr kennt. Die Leistung ist auch heute noch erstklassig und liegt annähernd auf Galaxy-S25-Ultra-Niveau.
Im Alltag bedeutet das: Apps starten verzögerungsfrei und Mobile Games laufen auf höchsten Einstellungen problemlos.
Was das Poco F8 Pro über die reine Performance hinaus interessant macht, ist ein gutes Dreifachkamerasystem mit Periskop-Teleobjektiv. Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht tolle Ergebnisse mit natürlichen Farben und hoher Detailgenauigkeit.
Im PCMark-Akku-Benchmark erreichte das F8 Pro starke 20:10 Stunden, für ein Leistungsgerät ein beachtliches Ergebnis. Dank Schnellladefunktion mit bis zu 100 Watt ist es zudem schnell wieder aufgeladen. Das AMOLED-Display mit 120 Hertz, eSIM-Support und IP68-Schutzklasse runden das Paket ab.
Wer die Kamera intensiv nutzt, sollte die Einschränkungen kennen: Die Ultraweitwinkel-Kamera ist mit 8 Megapixeln der Schwachpunkt des Kameratrios, Detailgrad und Bildqualität fallen gegenüber Haupt- und Telekamera ab. Bei wenig Licht lässt auch die Hauptkamera nach. Wer regelmäßig in schwierigen Lichtsituationen fotografiert, ist mit dem Nothing Phone (4a) Pro im Direktvergleich besser bedient.
Zum ausführlichen Testbericht des Poco F8 Pro
- Top Performance dank Snapdragon 8 Elite Gen 4
- Lange Akkulaufzeit
- Scharfes und helles OLED-Display
- Gutes Kamerasystem bei Tageslicht
- 100 Watt Schnellladen
- eSIM-Support
- Kein Wireless Charging
- Kamerasystem bei wenig Licht nur mittelmäßig
Poco X8 Pro Max
Das Poco X8 Pro Max (ab 410 Euro) ist die Akku-Empfehlung dieser Liste – und spricht damit eine klar definierte Zielgruppe an: alle, die ihr Handy so selten wie möglich laden wollen. Der 8.500-mAh-Akku ist einer der größten, die ihr derzeit in einem Smartphone finden könnt.
Im PCMark-Akku-Benchmark erreichte das X8 Pro Max ausgezeichnete 23:31 Stunden. Im Alltag sind zwei bis drei Tage ohne Ladekabel möglich. Mit 100-Watt-Schnellladen ist auch der große Akku zudem schnell wieder voll.
Dass Poco beim X8 Pro Max keinen abgespeckten Chip verbaut hat, macht es zusätzlich attraktiv: Der MediaTek Dimensity 9500s liegt auf Augenhöhe mit Top-Smartphones. Das 6,83-Zoll-AMOLED-Display erreicht bis zu 3.500 Nits Spitzenhelligkeit und läuft mit 120 Hertz.
Allerdings ist das Smartphone keine ideale Wahl, wenn euch die Kamera wichtig ist: Das X8 Pro Max verzichtet auf ein Teleobjektiv. Das Kamerasystem besteht nur aus Weitwinkel und Ultraweitwinkel. Die Qualität ist ordentlich, aber nicht überragend.
Zum ausführlichen Testbericht des Poco X8 Pro Max
- Riesiger Akku und lange Laufzeit
- Helles, scharfes OLED-Display mit 120 Hertz
- Viel Leistung
- WiFi 7, Bluetooth 6.0, eSIM
- Kein Wireless Charging
- Kein Telezoom
- Nur 4 Android-Updates
Weitere Alternativen
Nothing Phone (4a)
Wer das Nothing-Erlebnis möchte, aber sparen will, kann das reguläre Nothing Phone (4a) ab 350 Euro in Betracht ziehen. Das (4a) trägt das charakteristische transparente Rückglas und die Glyph-Bar-Beleuchtung – etwas schlichter als die Glyph Matrix des Pro, aber immer noch unverwechselbar. Das
Phone (4a) besitzt ebenfalls ein Periskop-Teleobjektiv, der Kameraunterschied zum Pro ist also geringer als man vermuten würde. Der verbaute Snapdragon 7s Gen 4 ist zwar schwächer als der des Pro-Modells, aber effizienter: Im PCMark-Akku-Benchmark erreichte das Phone (4a) 21:16 Stunden – mehr als das Pro-Modell.
Wer auf eSIM, das Aluminium-Gehäuse und das Glyph-Matrix-Display verzichten kann, bekommt mit dem Phone (4a) ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Zum ausführlichen Testbericht des Nothing Phone (4a)
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Nach knapp 30 Smartphone-Tests: Hier sind unsere 5 Highlights 2025
Sony Xperia 10 VII
Das Sony Xperia 10 VII (ab 449 Euro) richtet sich an eine klar definierte Zielgruppe: alle, die einen 3,5-mm-Kopfhöreranschluss, erweiterbaren Speicher, einen dedizierten Kamera-Auslöser und IP68-Wasserschutz wollen.
Wichtig: Das Xperia 10 VII ist kein Performance-Handy. Der Snapdragon 6 Gen 3 liegt leistungsmäßig weit hinter den Poco-Modellen. Dafür erreichte das Xperia im PCMark-Akku-Benchmark starke 21:05 Stunden und hält im Alltag problemlos zwei Tage durch.
Das Xperia 10 VII ist die richtige Wahl für alle, die genau wissen, was sie wollen – und bereit sind, dafür bei der Performance Abstriche zu machen. Zum ausführlichen Testbericht des Sony Xperia 10 VII
Fazit
Im Preisbereich bis 500 Euro bekommt ihr 2026 viel Smartphone: In den Poco-Modellen stecken High-End-Chipsätze, die sich vor Flaggschiff-Geräten nicht verstecken müssen. Nothing liefert ein Design- und Software-Erlebnis, das in dieser Preisklasse einmalig ist. Und das Sony zeigt, dass es auch 2026 noch eine Zielgruppe gibt, für die Klinkenanschluss und Kamerataste wichtiger sind als Benchmark-Punkte.
Alle drei Hauptempfehlungen sind unterschiedlich positioniert:
- Das Nothing Phone (4a) Pro empfehle ich, wenn ihr ein Smartphone wollt, das aus der Masse heraussticht: mit Aluminium-Unibody, Glyph-Matrix-Interface und einem guten Dreifachkamerasystem.
- Das Poco F8 Pro ist die Wahl für alle, die viel Performance, schnelles Laden und eine gute Kamera wollen.
- Das Poco X8 Pro Max empfehle ich, wenn Akkulaufzeit, schnelles Laden und eine gute Leistung Priorität haben.
Hinweis: Dieser Artikel ist in einer früheren Version bereits auf GameStar.de erschienen.




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