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Resident Evil 9 schafft in 30 Minuten, was ich nach meinem härtesten Horror-Erlebnis für unmöglich hielt: Die Angst ist zurück

Ich durfte das neue Resi für 30 Minuten spielen und wurde dabei mit Emotionen konfrontiert, die ich eigentlich längst abgelegt hatte.

Ich wünsche mir, dass mich eines Tages jemand so sehr liebt wie Game Director Koshi Nakanishi die Suche nach Sicherungen. Ich wünsche mir, dass mich eines Tages jemand so sehr liebt wie Game Director Koshi Nakanishi die Suche nach Sicherungen.

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Dies ist nur der Beginn unserer bisher düstersten Symphonie. Mit diesem markanten Spruch endet die von mir gespielte Demo zu Resident Evil 9. Und Capcom scheint dieses Versprechen zu halten, das habe ich am eigenen Leib erfahren.

Die Atmosphäre war zum Schneiden und mir lief der Schauer eiskalt den Rücken herunter. Nachdem ich 2020 Resident Evil 7 mit VR-Brille überlebt habe, dachte ich, das sei nicht mehr möglich. In Videospielen fühlte ich mich seither unbesiegbar, doch das hat nun ein Ende.

Grund dafür ist nicht nur das meisterhafte Spiel mit Licht und Schatten, sondern auch der wohl interessanteste und bedrohlichste Verfolger seit Nemesis.

Tristan Gudenrath
Tristan Gudenrath

Tristan und Horror gehen gingen schon lange Hand in Hand. Als Kind dachte er sich Schaudergeschichten aus, die ihn so sehr selbst gruselten, dass er nicht mehr schlafen konnte. Im Jugendalter litt er unter fürchterlichen Albträumen und schaute stundenlang Let's Plays zu Resi und Co. Jetzt geht er regelmäßig ins Kino, um die neuesten Horror-Streifen zu konsumieren. Ihr merkt also: So schnell bringt ihn nichts aus der Fassung.

Infos zur Transparenz: Ich wurde von Capcom nach Hamburg eingeladen, um auf der PlayStation 5 Pro Resident Evil: Requiem, Pragmata und Onimusha: Way of the Sword zu spielen. Eine Erstattung der Reisekosten wurde angeboten, jedoch aus logistischen Gründen abgelehnt.

Wer dieses Hotel gebucht hat, sollte lieber auf der Straße übernachten

Darum geht's: Ihr spielt die FBI-Agentin Grace Ashcroft, die trotz ihrer Ausbildung an der Waffe vor allem vom Schreibtisch aus arbeitet. Doch das hat jetzt ein Ende. Denn nachdem es nahe Raccoon City vermehrt zu mysteriösen Todesfällen kommt, wird sie prompt zum Tatort beordert, um sich die Situation vor Ort anzusehen.

Ein doppeltes Desaster: Nicht nur reist sie damit direkt ins Zentrum eines Höllenlochs, dem wohl nur die Wenigsten lebendig entfliehen können. Auch ihre Mutter kam in einem der örtlichen Hotels wenige Jahre zuvor ums Leben. Eine alte Wunde, die nun wieder aufreißt.

Das konnte ich spielen: In ebenjenem Hotel wache ich in der Demo auf - kopfüber und mit angelegter Bluttransfusion. Nach einer kurzen Befreiungsaktion schleiche ich jetzt also durch die dunklen Flure und suche nach einer Sicherung für den Stromkasten, um zu fliehen.

Video starten 10:00 Resident Evil 9: 10 Minuten Gameplay von Requiem enthüllen den besten Verfolger seit Nemesis

Hell? Dunkel? Egal: gruselig!

Mein stetiger Begleiter ist der beeindruckende Einsatz von Lichteffekten, der für eine atmosphärische Dichte sorgt, die wirklich ihresgleichen sucht. Lichtkegel, flackernde Lampen und variierende Farbeinsätze haben mich selten so sehr fasziniert.

Aus der Atmosphäre wird Spannung und aus der Spannung wird Angst. Versteht mich nicht falsch, die Angst vor flackerndem Licht kennt jeder mit einer Reihenschaltung in der Deckenlampe, aber die Furcht in Requiem ist anders. Weniger real, dafür aber tiefgründiger und von innen auftürmend.

Die ganze Zeit denke ich: Jetzt kommt's! Nein, jetzt! Oder jetzt? Ich warte auf den Befreiungsschlag. Ironischerweise ist es dann der Moment, an dem ich kurz Erleichterung verspüre, an dem mich der Horror letztendlich überkommt. Da ist er endlich, der Schrecken, den ich mir im Vorfeld so sehr gewünscht habe!

Gestatten: Frau Fischkopf-Zombie-Ork

So sehr mich Leveldesign und Gameplay auch in den Bann ziehen, beim Ablick des Serien-typischen Verfolgers will ich davonlaufen. Optisch erinnert sie nämlich an eine Kreuzung aus Zombie mit Fischaugen und einem kränkelnden Ork aus Der Herr der Ringe. In der Demo begegne ich ihr schon nach wenigen Minuten und werde sie bis zum Ende nicht mehr los.

Verfolgerin: Ketchup-Unfall Ihr könnt zwar den PC ausschalten, doch die die Bilder der Verfolgerin leben in euren Gedanken weiter.

Verfolgerin auf dem Catwalk Tut uns Leid, wir haben heute leider kein Bild für dich.

Verfolgerin: Akrobatik Warum befindet sich die Sicherung für den Strom im gesamten Flur im Wandschrank eines Gästezimmers?

Was macht sie so besonders? Während frühere Verfolger wie Mr. X, Jack Baker und Lady Dimitrescu vor allem durch ihre machtvolle Präsenz und die wehrlose Jagdsituation für Schauer gesorgt haben, geschieht das bei der neuen Verfolgerin vor allem durch das eklige Design. Ein schauriger Mix aus verwahrlostem, vermodertem Menschen und animalischen Verhaltensweisen.

Die Augen sind ergraut, vermutlich ist sie blind. Dennoch reicht es nicht leise zu sein, denn durch meinen Geruch kann sie die Fährte aufnehmen. Hinzu kommen furchterregende Geräusche wie bedrohliches Stöhnen und unheilvolles Knacken. Und dann sind da noch ihre ruckartigen Bewegungen, die meinen Nerven dann doch ordentlich Feuer unterm Hintern machen.

Bei meiner Erkundung des Hotels muss ich immer einen Fluchtweg vorausplanen. Denn nur, weil die Verfolgerin gerade hinter mir ist, muss sie es fünf Sekunden später nicht auch sein. Als ich aufatmend einen Raum verlasse, in dem mir beinahe der Kopf abgerissen wurde, fällt plötzlich das Monstrum vor mir durch die Decke und ich renne ihm in die Arme.

Die Fischaugen-Ork-Verfolgerin reagiert dynamisch auf mein Vorgehen. In meinem ersten Durchlauf bricht sie eine verschlossene Tür auf und öffnet eine Abkürzung, weil ich zur falschen Zeit am falschen Ort bin. Beim zweiten Durchgang läuft das völlig anders. Da entscheidet sich das Monster nämlich dazu, von oben Hallo zu sagen, und die Tür bleibt verschlossen.

Video starten 4:59 Resident Evil 9: Die Entwickler erklären Requiem zur Grabrede für alle Charaktere der ersten Stunde

Third-Person- oder Ego-Ansicht?

In welcher Perspektive soll ich spielen?, fragen sich viele Resi-Fans bestimmt zum Launch. Die gute Nachricht: Ihr könnt euch jederzeit im Spiel umentscheiden. Ich habe die Demo in beiden Perspektiven von vorne bis hinten durchgespielt und empfehle ganz klar die Schulterperspektive.

Grace' sichtbare Emotionen und Bewegungen werten das Erlebnis in einer Weise auf, wie es die Ego-Perspektive nicht vermag. Zuvor hatte ich Angst, dass die Third-Person-Kamera in den engen Fluren zu Problemen führen könnte, das hat sich aber nicht bewahrheitet. Falls ihr jedoch Ego-Fans seid, ist das auch kein Problem. Gelungen sind nämlich beide Perspektiven.

Was haben wir nicht erfahren?

Nach wie vor fehlen konkrete Infos zur Story - hier konnten (oder wollten) mir meine Fragen leider nicht beantwortet werden. Auch zum Thema Waffen, Upgrades und Kämpfe bin ich bedauerlicherweise nicht schlauer geworden. Bisher ist nur bekannt, dass es Schießeisen geben wird. Wie und in welchem Umfang? Ein Geheimnis …

Wie schaut es aus mit zusätzlichen Modi wie dem Mercenaries- oder Raid-Modus so mancher Vorgänger? Kommt doch noch Leon S. Kennedy aus dem Wandschrank gesprungen und macht alle platt? Es bleibt spannend!

Eine Schwäche des Feindes, die das ganze Spiel verändern könnte

Eine Besonderheit habe ich mir für den Schluss aufgehoben: Frau Fischauge hat einen besonderen Schwachpunkt, der sich auch auf den Rest des Spiels massiv auswirken könnte. Wer hier lieber weiterhin im Dunklen tappen möchte, sollte an dieser Stelle lieber zum Fazit springen.

Die Verfolgerin kann sich nicht in grellem Licht aufhalten. Das bedeutet, dass ihr in bestimmten Räumen, die mit der nötigen Beleuchtung ausgestattet sind, sicher seid. In der Demo konnte ich mit mehreren Stehlampen interagieren. Das deutet darauf hin, dass ihr im fertigen Spiel bestimmte Bereiche zusätzlich absichern oder die Laufrouten der Verfolgerin beeinflussen könnt. Das ist derzeit aber nur Spekulation

Resident Evil: Requiem erscheint am 27. Februar 2026 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S.

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