Wer in Rollenspielen nicht an die Hand genommen werden möchte, sondern die totale Freiheit und eine echte Sandbox sucht, kommt an Namen wie Mount & Blade oder Kenshi kaum vorbei.
In genau diese Kerbe schlägt ein neuer Titel, der morgen, am 10. Dezember 2025, in den Early Access auf Steam startet. The End of History (zum Spiel bei Steam) verspricht eine komplexe Mischung aus Grand Strategy, Rollenspiel und Simulation. Spannend ist dabei vor allem, wer hinter dem Projekt steckt: Ein Entwickler, der zuvor an einem der größten Rollenspiele der letzten Jahre mitgearbeitet hat.
Vom Environment Artist bei Cyberpunk zum Solo-Entwickler
Hinter dem Studionamen Tatamibeya steht der in Polen lebende Japaner Hiroshi Sakakibara. Sein Lebenslauf ist für ein solches Projekt durchaus ungewöhnlich, aber vielversprechend. Bevor Sakakibara in die Spieleindustrie wechselte, studierte er westliche Geschichte und forschte in Tansania zu architektonischen Ornamenten.
In der Gaming-Branche machte er sich zunächst als Environment Artist einen Namen und trug unter anderem zur Gestaltung von Cyberpunk 2077 bei. Dass er Atmosphäre schaffen kann, bewies er zudem mit seinen eigenen Indie-Titeln Nostalgic Train (2018) und Faraway Train (2021).
Mit The End of History verknüpft er nun seine Faszination für World-Building mit seinem historischen Hintergrund.
Was macht man in The End of History eigentlich?
Auf den Screenshots geht es in Richtung Mount & Blade, doch spielerisch geht The End of History einen eigenen Weg. Ihr beginnt nicht als Auserwählter, sondern als namenloser Wanderer, als eine kleine Variable in einer riesigen, simulierten Welt. Es gibt keine vorgegebene Story-Kampagne, der ihr folgt. Stattdessen schreibt ihr eure Geschichte durch eure Handlungen selbst.
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The End of History: Wer Kenshi und Mount & Blade liebt, sollte sich dieses Mittelalter-Rollenspiel ansehen
Das Spiel wirft euch in eine feudale Welt, die völlig autonom funktioniert. NPCs haben eigene Agenden, führen Kriege, schmieden Allianzen oder sterben – egal, ob ihr dabei seid oder nicht.
Und ihr sucht euch eine Rolle in diesem Chaos:
- Der Händler: Ihr reist von Stadt zu Stadt, beobachtet Preisschwankungen und organisiert Logistik. Hier greift eine der spannendsten Mechaniken: Nahrung ist eine Waffe. Kauft ihr in einer Region alle Vorräte auf, provoziert ihr eine Hungersnot. Das senkt euer Ansehen drastisch, treibt die Preise aber in die Höhe. Liefert ihr hingegen Nahrung an hungernde Dörfer, werdet ihr als Retter gefeiert. Wirtschaft ist hier also Teil der Politik.
- Der Söldner & Feldherr: Das Spiel verbindet ein recht simples Kampfsystem mit Strategie. Ihr befehligt Truppen, achtet auf Formationen und versucht, den Feind zu flankieren. Positionierung ist in The End of History wichtiger als Reflexe, weil Angriffe von hinten oder der Seite besonders mächtig sind.
- Der Intrigant: Ihr könnt euch auch ohne Schwert hocharbeiten. Das Spiel erlaubt tiefgreifende diplomatische Interaktionen. Ihr könnt Vasall werden, Reiche von innen heraus destabilisieren oder – neu zum Early-Access-Start – eigene unabhängige Nationen gründen.
Was für viele von euch Geschmackssache sein dürfte: Im Gegensatz zu reinen »Mach was du willst«-Sandboxen gibt es hier eine Bedrohung im Hintergrund.
Die Welt steuert auf einen unausweichlichen »Kollaps« zu, getrieben durch Hass und Spaltung. Ein mysteriöser Obelisk und seine über die Welt verstreuten Fragmente bergen die Weisheit, diesen Verfall vielleicht aufzuhalten. Ob ihr diesen Meta-Plot verfolgt oder einfach nur als Warlord die Welt brennen sehen wollt, liegt am Ende aber immer noch ganz bei euch.
Technik, Preis und Roadmap
The End of History startet morgen zu einem Preis von 28 US-Dollar; der Euro-Preis wird ähnlich ausfallen. Die Early-Access-Phase ist auf sechs bis zwölf Monate ausgelegt.
Wichtig für Couch-Gamer und Steam-Deck-Besitzer: Zum Start unterstützt das Spiel nur Maus und Tastatur. Ein voller Controller-Support steht laut Sakakibara zwar ganz oben auf der Prioritätenliste, erfordert aber ein umfassendes Redesign der komplexen Menüs und folgt später.
Zudem ist das Spiel vorerst nur auf Englisch, Japanisch und Chinesisch verfügbar – ihr solltet also fit in einer dieser Sprachen sein, um die komplexen Mechaniken zu verstehen. Die Systemanforderungen (mindestens GTX 1050 Ti) sind dagegen moderat. Wenn ihr also Lust auf eine Sandbox habt, die tiefe Strategie und Rollenspiel mit der Freiheit eines Kenshi mischt, könnte sich der Blick in die Demo lohnen.
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