Wenn Alan Wake auf What Remains of Edith Finch trifft, dann kommt da SCP: Secret Files bei heraus. Denn anders als bei vielen anderen SCP-Spielen trete ich hier nicht direkt gegen eine bestimmte Entität an – sondern dokumentiere ihre Begegnungen mit Augenzeugen und erlebe die Vorkommnisse durch ihre Augen.
Wem es noch nicht so geläufig ist: SCP steht für das Motto »Secure, Contain, Protect« oder die Special Containment Procedure. Es ist auch das Motto der fiktiven SCP Foundation, die mysteriöse und potenziell gefährliche Anomalien sichert und nach Bedarf in Quarantäne hält, um sie zu erforschen.
Die Geschichten um die Anomalien, auch mit SCP abgekürzt, begannen mit einer Creepypasta einem Horrorforum und umfassen mittlerweile hunderte Geschichten, Spiele, Comics und Videos. Kurz gesagt ist es ein »Was wäre, wenn Urban Myths wahr wären und es eine Organisation gäbe, die sie einfängt und erforscht?«, das aus dem Ruder gelaufen ist.
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Übernatürliche Probezeit
Die Viecher sind verdammt gruselig. Deswegen wird auch Hauptfigur Karl in SCP: Secret Files sehr umsichtig von seinen Kollegen eingearbeitet, auch wenn er die Anomalien als Research Assistant nur katalogisiert und nicht selbst einfängt.
Ein guter Plan, denn es stellt sich raus, dass Karl die Augenzeugenberichte nicht nur liest, sondern während des Abtippens aktiv erlebt. Und wem es schon beim Lesen mancher der Creepypastas im SCP-Archiv kalt den Rücken herunterläuft, der kann sich vorstellen, wie es Karl gerade geht.
Was mir besonders gut daran gefällt, ist, wie sehr sich die Berichte und damit das Gameplay unterscheiden. Denn je nachdem, wer erzählt, schlüpfe ich in ein anderes Genre. Streife mit einer Taschenlampe im Survivalstil durch eine verlassene Forschungsanlage, um ein entflohenes Monster zu finden.
Erlebe ich eine SCP-Sichtung aus den Augen eines Kindes, fühlt sie sich weniger nach Horror und vielmehr wie ein Märchen an. Und dazwischen wirft es mich – beziehungsweise Karl – immer wieder zurück in sein kleines Büro und den Teamchat mit seinen Kollegen.
Ich kann euch sagen: Wenn der Mann nach dem Einarbeiten nach Hause kommt, ist er durch. Vor allem, weil nicht nur die Sichtungen selbst gruselig wie sonst was sind. Die Berichte zeigen auch, wie die Foundation mit den SCPs umgeht.
Was bei einem wirklichkeitsverändernden Toaster ja kein Problem ist. Wenn stattdessen aber ein kleines Mädchen verloren und einsam in einer riesigen, leeren Halle sitzt, oder ein Forscher seine Kollegen für den großen Durchbruch unter den Bus wirft, kommen mit der Zeit vielleicht Zweifel auf, mit wem er da eigentlich in der Mittagspause an einem Tisch sitzt.
Mit knapp fünf Stunden ist SCP: Secret Files genau lang genug, dass die Stories und die Rahmenhandlung spannend bleiben, vor allem, weil Gameplay und Grafikstil sich immer wieder abwechseln. Der einzige Wermutstropfen? Niemand hat Karl die Lamas mit Hüten gezeigt.
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