Wollt ihr eine der aktuell besten Sci-Fi-Serien streamen, werdet ihr schnell bei AppleTV fündig: Severance. Denn die TV-Serie Severance unter den Fittichen von Dan Erickson, an der auch Ben Stiller maßgeblich beteiligt ist, kommt mit einem faszinierenden Konzept daher.
Sci-Fi-Tipp für AppleTV: Worum geht es in Severance?
Im Fokus der Handlung stehen die Mitarbeiter von Lumen Industries, die den mysteriösen Machenschaften ihres Arbeitgebers auf die Schliche zu kommen versuchen. Der Clou: Ein Mikrochip im Gehirn der Angestellten blockiert ihre Erinnerungen, sobald sie ihr Bürogebäude betreten.
Konkret werden der private Werdegang, Interessen oder auch Traumata so komplett ausgeblendet. Und das führt wiederum dazu, dass zwei unterschiedliche Persönlichkeiten innerhalb einer einzelnen Person koexistieren:
- Die
Outies
: Das Privat-Ich und die ursprüngliche Person, die keine Ahnung hat, was innerhalb von Lumen Industries passiert. - Die
Innies
: Das Arbeits-Ich, das aufwacht, sobald die Schwelle zum Büro überschritten wurde und nur das Leben als Angestellter kennt. Die Innies sind den Entscheidungen ihres Outies ziemlich ausgeliefert.
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In Severance vergessen wir auf der Arbeit wieder, wer wir zu Hause sind und umgekehrt
Was eine Psychologin von Severance hält
Über den Verlauf der Folgen entfaltet sich Severance mehr und mehr als Mystery-Thriller, die (wie es sich für Sci-Fi fairerweise auch gehört) auch zahlreiche ethische und moralische Fragen angreift. Deswegen dürfte auch die kanadische Psychologin Dr. Jennifer Fraser auf die Serie aufmerksam geworden sein.
Disclaimer: Ein ähnlicher Artikel zu diesem Thema erschien bereits bei unseren Kolleginnen und Kollegen von Moviepilot.
Schon Anfang 2025 hat sie Severance in einem eigenen Artikel unter die Lupe genommen und ein paar interessante Beobachtungen geteilt. Die Quintessenz: Laut Dr. Fraser ist Severance eine äußerst effektive Metapher auf toxische Situationen im beruflichen Alltag.
Etwa angefangen bei der bloßen Existenz der Outies, die symbolisieren, wie in manchen Jobs schlichtweg Emotionen zugunsten von effizienterer Arbeit oder auch einfach nur einem Zugehörigkeitsgefühl unterdrückt werden.
Das bezieht sich aber nicht nur auf die einfachen Angestellten wie etwa den Severance-Protagonist Mark Scout (Adam Scott). Stattdessen führt Dr. Fraser exemplarisch für ihre These dessen Vorgesetzte Ms. Cobel (Patricia Arquette) an.
Hier eine kleine Warnung: Es gibt zwar keine konkreten Story-Spoiler, aber wenn ihr völlig unvoreingenommen an Severance herangehen wollt, dann werft an dieser Stelle doch einen Blick auf unsere aktuellen Serien-Empfehlungen zum Sci-Fi-Genre.
Immer noch hier? Dann machen wir gleich mal weiter: Laut Dr. Fraser handelt es sich bei Ms. Cobel um ein Paradebeispiel von Personen, die unangenehme Gefühle auf die Welt und ihre Mitmenschen projizieren
– in diesem Fall eben die untergebenen Angestellten.
Und so suchen Menschen wie Ms. Cobel nach Rechtfertigungen, um derartige Projektionen zu verstärken: Für sie ist Mark automatisch ein Feind, der manipuliert und unterdrückt werden muss
.
In Severance verdrängt also nicht nur die Belegschaft, sondern auch die Führungsriege ihre emotionales Ich und ihre eigenen Gefühle. Und dadurch entsteht gemäß der Analyse von Dr. Fraser die Grundlage für Mobbing am Arbeitsplatz, indem der eigene Machtmissbrauch ein Resultat des psychologischen Mechanismus der Unterdrückung
entspricht.
Demnach macht Severance seinen Zuschauern präzise durch das Beispiel Arbeitsplatz begreiflich, wie Unterdrückung und Verdrängung funktionieren
.
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