Viele Menschen, die halbwegs regelmäßig Shooter spielen (es reichen aber auch schon Spiele, in denen man schießt), teilen eine Angewohnheit. Hier erschießt man mit drei Kugeln einen Zombie, dort reicht eine Kugel, um den Gegner zu erledigen und dann hat man auch schon genug Argumente, um direkt wieder nachzuladen. Es könnte ja gleich eine Situation kommen, in der jede Kugel zählt und da will man natürlich kein Risiko eingehen.
Wer sich aber halbwegs mit echten Waffen auskennt, weiß, dass man so im Gefecht lieber nicht mit Munition umgeht. Denn man würde wertvolle Kugeln verschwenden, wenn beim Nachladen das Magazin noch nicht leer ist.
Pawlow lässt grüßen
Viele Spiele, die eine Waffenmechanik haben, verzichten zugunsten der Spielspaßes auf authentisches Nachlade-Handling. Durch Shooter wie Call of Duty oder Halo haben wir uns eine Art pawlowschen Reflex angewöhnt. Aber selbst wer eher Titel wie Resident Evil oder The Last of Us spielt, eignet sich das Hämmern auf die R-Taste schneller an als der Gegner »Hände hoch« brüllen kann.
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Der nach Iwan Petrowitsch Pawlow benannte Reflex beschreibt eine automatische Reaktion, die durch eine über Zeit entstandene Kopplung an einen Reiz gebunden ist. Bei Pawlow waren es Hunde, die schon allein durch die Schritte ihres Besitzers das Sabbern anfingen, weil sie wussten »Jetzt gibt's Futter!«
Wir hingegen bemerken in Spielen, dass wir Munition verschossen haben und fühlen uns erst dann sicher und gut vorbereitet, wenn wir mit dem Nachladen wieder aufstocken. Der Knackpunkt ist, dass wir darüber gar nicht lange nachdenken, es passiert einfach - ähnlich wie bei Pawlows Hunden.
Leider fällt einem diese Angewohnheit immer häufiger auf die Füße. Denn immer mehr Spiele nehmen ihre Nachlademechanik deutlich ernster und bestrafen zu frühes Nachladen mit dem Verlust wertvoller Kugeln.
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Die Atmosphäre von Escape from Tarkov ist unter den Extraction Shootern noch immer einzigartig
Escape from Tarkov ist für seinen knallharten Realismus bekannt und wird dafür geliebt. Die Spielerinnen und Spieler stehen in dem Extraction-Shooter unter enormen Stress, wenn sie im Gefecht nachladen. Kugeln existieren hier als physische Objekte, genau wie die Magazine, die mit ihnen manuell gefüllt werden. Zum Nachladen hat man zwei Optionen: Entweder tauscht man das Magazin und steckt das alte zurück in die Westentasche oder man lässt es direkt fallen, wenn's schnell gehen muss.
Auch Counter-Strike 2, das Jahre lang auf die unrealistische, konsequenzlose Nachlade-Mechanik gesetzt hat, änderte vor wenigen Monaten seinen Ansatz. Wer jetzt das Magazin wechselt, muss mit verschwendeten Kugeln rechnen. Das fanden längst nicht alle cool, denn niemand ändert gerne Gewohnheiten.
Neu ist die realistischere Variante aber bei weitem nicht. Schon in Spielen wie dem originalen Tom Clancy’s Rainbow Six von 1998 oder Mafia von 2002 musste man darauf achtgeben, die Kugeln beisammenzuhalten. Es ist also gut möglich, dass einige von euch sich den Nachlade-Reflex gar nicht angeeignet haben, weil sie immer die »richtigen« Spielen gespielt haben.
Wie ist es bei euch? Zu welcher Fraktion gehört ihr und welche Variante ist euch überhaupt lieber? Schreibt es gerne in die Kommentare!
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