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Seite 2: Sin City 2: A Dame to Kill For - Viel Schwarz, viel Weiß und am Ende egal

Zwischen toll und geht gar nicht

Es ist eine Geschichte, die vor allem in Millers von Macho-Phantasien geprägter Erzählweise bestens aufgehoben ist, wo Frauen entweder hilflose Opfer oder ruchlose Biester sind. Das mag mit zum anstößigen Gesamtkonzept der gewollten Dauerprovokation gehören, lockt im Grunde aber niemanden mehr recht hinter dem Ofen hervor. Die Mär vom doppelten Spielchen der teuflischen Sirene gab es dann einfach doch schon einmal zu oft.

Die Episode mit Joseph Gordon-Levitt als todesmutiger Glücksspieler ist die beste des Films. Die Episode mit Joseph Gordon-Levitt als todesmutiger Glücksspieler ist die beste des Films.

Zwei Handlungsstränge hat Sin City 2 noch in petto, beide wurden von Frank Miller nachträglich geschrieben, basieren also nicht auf einem Comic: The Long Bad Night ist eine kurze Geschichte um Joseph Gordon-Levitt, der als Zocker in die Stadt der Teufel kommt, um sein Glück zu versuchen. Nancys Last Dance knüpft wiederum an den Vorgänger an und zeigt, was aus Jessica Albas Stripperin geworden ist, nachdem sich ihr Beschützer selbst gerichtet hat.

Während Joseph Gordon-Levitts Segment vor allem von dessen Charisma profitiert und genau die richtige Mischung aus Gewalt, gelebter Über-Coolness und drastischen Wendungen trifft, die Sin City einst zum Meisterwerk machten, kann man die letzte Episode getrost als Desaster bezeichnen. Lahmarschig, nichtssagend und knapp an der Lächerlichkeit vorbei schrammend dümpelt Nancys Rachefeldzug auf ein unspektakuläres Finale zu.

Was nicht passt...

Es ist ein bisschen sinnbildhaft für die Karriere von Robert Rodriguez, der mal richtig gut ist, mal völlig daneben liegt. Sin City 2 leidet unter der wechselhaften Qualität seiner Episoden und der Art, wie sie miteinander verwoben werden - nämlich gar nicht. Da jeder Abschnitt inhaltlich komplett voneinander getrennt ist, wirkt gerade der sprunghafte Wechsel zwischen den Handlungsfäden völlig sinnbefreit.

Und doch brennt sich Sin City 2 wie sein Vorgäger unweigerlich ins Unterstübchen ein. Sobald die Kamera über die trostlosen Gassen der Stadt schwenkt, im Hintergrund der knarzige Jazz-Soundtrack einspielt und jemand Dinge sagt wie »Diese Stadt ist wie ein Krebsgeschwür«, dann werden all jene, die schon den Vorgänger für diese rauchige Noir-Stimmung geliebt haben, abermals verzückt sein.

Jessica Alba bekommt nun endlich mehr Screentime - ihre Episode ist jedoch besonders schlecht. Jessica Alba bekommt nun endlich mehr Screentime - ihre Episode ist jedoch besonders schlecht.

Natürlich ist der Überraschungseffekt von überschaubarem Ausmaß. Zwar fallen Robert Rodriguez abermals hier und da ein paar innovative Kameraeinstellungen ein, der Aha-Effekt des Originals bezüglich Look und Ästhetik stellt sich aber nicht noch einmal ein. Und dann wären dann da auch noch diese neun Jahre, die ein ehemals anstößig freches Werk in ein relativ mildes Unterfangen verwandelt haben - Gewalt und Nihilismus können andere Filme auch, in beiden Punkten war sogar der Vorgänger noch wesentlich forscher.

Fazit

Sin City 2 ist ein schwieriger Fall. Zunächst einmal kann man dieser Fortsetzung zu Gute halte, dass sie, obwohl seit dem Vorgänger neun Jahre ins Land gegangen sind, vom Fleck weg die richtigen Knöpfe drückt. Die düster-rauchige Stimmung ist von fast beispielloser Faszination und zieht in einen schaurig-schönen Strudel aus Gewalt, gebrochenen Figuren und grandiosen Bilderwelten.

Während Teil eins aber wie aus einem Guss erschien, merkt man dieser Fortsetzung an, dass zwei Episoden eher eilig ins Drehbuch gedichtet wurden. Die Qualität der Geschichten schwank stark: Von großartig bis geht gar nicht ist hier alles dabei, auf Spektakel folgt quälende Langeweile und umgekehrt. Als besonderes Seherlebnis funktioniert jedoch auch dieser zweite Teil - Kopf aus, Pupillen weit aufreißen. Dann rockt Sin City 2, aber nur dann. Sin City scheint jedenfalls nach dem ersten Film seine Aufgabe im Medium erfüllt zu haben.

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