Skin-Wetten - Britische Glücksspielkommission warnt vor Skin-Glücksspiel bei Kindern

Elf Prozent der britischen Jugendlichen haben schon einmal mit Skins gewettet. Das fand die Glücksspielkommission Großbritannien heraus. Sie fürchtet, dass durch diese Form der Wetten Glücksspiel unter Jugendlichen leichter akzeptiert werden könnte.

von Martin Dietrich,
13.12.2017 13:38 Uhr

Skins in Counter-Strike: Global Offensive sind heißt begehrt und teils tausende Euro wert. Externe Glücksspielseiten machen sich das zu Nutze. Skins in Counter-Strike: Global Offensive sind heißt begehrt und teils tausende Euro wert. Externe Glücksspielseiten machen sich das zu Nutze.

Die britische Glücksspielkommission veröffentlichte ihren jährlichen Report und bezog zum ersten Mal auch Wetten für Ingame-Items wie Skins in die Befragung mit ein. Sie fanden heraus, dass elf Prozent der Jugendlichen zwischen 11 und 16 Jahren schon einmal in ihrem Leben Wetten mit Ingame-Items eingegangen sind. Fast die Hälfe der Kinder und Jugendlichen (45 Prozent) wissen über diese Art des Wetteinsatzes Bescheid und kennen die Vorgehensweise. Jungen schließen mit 20 Prozent wesentlich häufiger solche Wetten ab als Mädchen mit drei Prozent.

Die Befragung fand zwischen Februar und Mai 2017 mit insgesamt 2.881 Jugendlichen zwischen 11 und 16 Jahren statt. Die Forscher besuchten dazu mehrere britische Schulen und ließen die Umfrageteilnehmer schriftliche Fragebögen ausfüllen.

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Ihre Ergebnisse lassen sich bezüglich der Item-Wetten ab Seite 22 des Reports nachlesen. So steigen mit dem Alter auch die Teilnehmer an derartigen Wetten. Drei Prozent der 11-Jährigen haben schon einmal Ingame-Items verwettet, während es bei 14- bis 16-Jährigen schon 14 Prozent sind. Noch mehr sind es bei Jugendlichen, die in der letzten Woche Geld für jedwedes Glücksspiel ausgaben oder an Online-Glücksspiel wie Pokerspiele, Casinospiele oder Online-Automaten teilnahmen.

Eine Übersicht der Ergebnisse des Glücksspiel-Reports. (Quelle: Young people and gambling 2017, Seite 23) Eine Übersicht der Ergebnisse des Glücksspiel-Reports. (Quelle: Young people and gambling 2017, Seite 23)

Jugendlicher verliert mehr als 2.000 Pfund durch Skin-Wetten

Der Report schafft es auch in einen Bericht des BBC. Dieser gibt einen Überblick über die Problematik von Online-Wettseiten, bei denen man Skins aus Counter-Strike: Global Offensive als Wetteinsatz verwendet und so sein Skin-Inventar erweitern kann oder aber Verluste macht. Der Bericht schildert den Fall von Ryan Archer, der als 15-Jähriger begann, Skins zu verwetten. Insgesamt habe er seitdem mehr als 2.000 britische Pfund verloren (circa 2.270 Euro). Er sieht insbesondere eine Gefahr durch die fehlende Regulierung, die bei anderen Glücksspiel-Aktivitäten eigentlich zum Tragen kommt.

Die britische Glücksspielkommission pflichtet in ihrem Report dieser Ansicht bei und möchte Betreiber solcher Seiten stärker in die Pflicht nehmen:

"Die Glücksspielkommission ist der Auffassung, dass die Möglichkeit besteht, Ingame-Items in Echtgeld umzuwandeln oder sie zu handeln (für andere Wertgegenstände) und sie damit einen reellen Wert erreichen und zu Geld oder anderen Geldwerten werden. Wo Glücksspieleinrichtungen britischen Verbrauchern angeboten werden, einschließlich der Verwendung von Ingame-Items, die in Bargeld umgewandelt oder (für Wertgegenstände) gehandelt werden können, ist eine Glücksspiellizenz nötig."

In der Vergangenheit wurde der FIFA-Youtuber Craig »Nepenthez« Douglas zu einer Geldstrafe von rund 100.000 Euro verurteilt, da er zusammen mit seinem Komplizen eine illegale Glücksspielseite namens FUT Galaxy betrieb und bewarb. Die britische Behörde könnte nun also auch Betreiber von Skin-Wettseiten in den Fokus rücken und sie bei Fehlverhalten ebenfalls bestrafen. Es werden also wahrscheinlich nicht Entwickler wie Valve reguliert, die die Skin-Systeme erst in ein Spiel integrieren, sondern die Webseiten, die daraus Profit schlagen.

Normalisierung des Glücksspiels

Im Gespräch mit der BBC gibt Sarah Harrison, Chief-Executive der Kommission, zu verstehen, dass gerade jüngere Konsumenten von CS:GO und Co. mit Skin-Wetten schnell in Kontakt mit Glücksspiel kommen und dabei gar nicht realisieren, dass es sich um Glücksspiel handelt. Eine »Einführung und Normalisierung dieser Art des Glücksspiels« unter Kinder und Jugendlichen sei die Folge, erklärt Harrison.

Der Dragon-Lore-Skin für die AWP in CS:GO gehört zu den seltensten im ganzen Spiel. Die Souvenir-Variante ist das teuerste Skin überhaupt und wird für fünfstellige Summen gehandelt.Der Dragon-Lore-Skin für die AWP in CS:GO gehört zu den seltensten im ganzen Spiel. Die Souvenir-Variante ist das teuerste Skin überhaupt und wird für fünfstellige Summen gehandelt.

Lootboxen: Warum ist das kein Glücksspiel? - Das sagt der Anwalt

Bezüglich Lootboxen hat die britische Kommission jedoch eine andere Meinung. Sie identifizierten zwar bereits 2016 die Lootboxen als potenzielles Risiko für Jugendliche, stufen die Beutekisten aber aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht als Glücksspiel ein. Aktuell passen sie nicht zur gesetzlichen Definition, da man keinen Geldwert aus den Lootboxen erhält, sondern nur einen virtuellen Gegenstand.

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