50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Warum Sony mit der Zahl 299 die Gaming-Welt für immer verändert hat

1995 hat der PlayStation-Konzern nur eine Sekunde benötigt, um die gesamte Spielebranche in Aufruhr zu versetzen. Wir erklären euch, was damals geschehen ist.

Video starten 17:58 Wer nicht so viel lesen mag, kann sich die Geschichte von Sonys Gaming-Sparte auch im Video anschauen.

Vor 28 Jahren sah die Welt des Gamings noch ganz anders aus. Der PC mauserte sich dank des taufrischen Windows 95 mehr und mehr zur ernstzunehmenden Anlaufstelle für Spieler. 3D-Grafik steckte noch in den Kinderschuhen und niemand sprach von dem Konsolenkampf zwischen Sony und Microsoft - die Xbox existierte damals noch nicht einmal als Idee.

1995 trugen die großen Platzhirsche andere Namen: Nintendo und SEGA lieferten sich ein erbittertes Duell um den Platz an der Spitze und während der Mario-Konzern noch eifrig am Nintendo 64 arbeitete, stand der SEGA Saturn bereits in den Startlöchern. Alles sah nach einer weiteren Generation aus, die von den beiden alten Erzrivalen geprägt werden sollte - doch dann kam Sony und hatte die Zahl 299 im Gepäck.

Sören Diedrich
Sören Diedrich

Sörens eigene Historie als Spieler reicht zwar nur bis ins Jahr 1995 zurück, doch dank der Lektüre unzähliger schriftlicher Reportagen aus der Spielebranche sowie des Konsums hervorragender YouTube-Kanäle wie NoClip oder dem deutschsprachigen Kanal Spielewelten hat er sich über die Jahre ein recht umfangreiches Wissen über die Geschichte der Videospiele und allem, was dazugehört, angeeignet.

Nintendos fataler Fehler

Bevor wir uns 1995 widmen, müssen wir zunächst noch einmal ein paar Jahre zurückgehen und uns Nintendo zuwenden, das einen folgenschweren Fehler begangen hatte:

Habt ihr jemals von der Nintendo PlayStation gehört? Kein Scherz, dieses gemeinsame Projekt zwischen Nintendo und Sony hatte Anfang der 90er-Jahre sowohl eine CD-Variante des Super Nintendo Entertainment System (SNES) sowie eine eigene Konsole von Sony zum Ziel. Das Problem: Laut abgeschlossenem Vertrag hätte einzig Sony an den Verkäufen von CD-SNES-Spielen verdient, Nintendo wäre leer ausgegangen.

Von der Nintendo PlayStation existierten bereits vorzeigbare Prototypen. Um ein Haar wäre die Geschichte ganz anders verlaufen und viele von uns hätten ihre Kindheit auf diesem Gerät verdaddelt. Von der Nintendo PlayStation existierten bereits vorzeigbare Prototypen. Um ein Haar wäre die Geschichte ganz anders verlaufen und viele von uns hätten ihre Kindheit auf diesem Gerät verdaddelt.

Aus diesem Grund entschied sich Nintendo doch noch um und kündigte eine Zusammenarbeit mit dem Sony-Konkurrenten Philips an - hier würde Nintendo auch an den CD-Verkäufen mitverdienen. Pikanterweise geschah dies nur einen Tag, nachdem Sony auf der Consumer Electronics Show 1991 stolz die PlayStation vorgestellt hatte.

Es wäre naheliegend gewesen, wenn sich Sony nach diesem Debakel aus der Spielebranche zurückgezogen und wieder auf sein florierendes Kerngeschäft mit Audio und Video konzentriert hätte. Doch der HiFi-Spezialist war gekränkt: Der damalige Sony-CEO Norio Ōga entschied sich, jetzt erst recht in die Gamingbranche einzusteigen - mit einer eigenen Konsole!

Dank 299 von 0 auf 100

Was wie eine unlogische Matheaufgabe klingt, wird in wenigen Augenblicken Sinn ergeben, versprochen. Bei Sony liefen die Vorbereitungen für den Konsolen-Einstand auf Hochtouren. Als Projektleiter fungierte der Vater der PlayStation, der Sony-Ingenieur Ken Kutaragi.

Ken Kutaragi gilt als »Vater der PlayStation« und begleitete die Konsole als Präsident der Spielesparte Sony Computer Entertainment (SCEI) bis hin zur PlayStation 3. Ken Kutaragi gilt als »Vater der PlayStation« und begleitete die Konsole als Präsident der Spielesparte Sony Computer Entertainment (SCEI) bis hin zur PlayStation 3.

Im Dezember 1994 war es dann so weit: Die PlayStation erschien in Japan zum Preis von 35.820 Yen, was damals rund 573 D-Mark entsprach - blöd nur, dass ein Import nach Deutschland schnell mal vierstellige Beträge nach sich zog.

Auch die USA gingen vorerst leer aus und das sah Sony weitaus kritischer. Denn der amerikanische Markt war damals der wichtigste Gradmesser für den internationalen Erfolg eines Unterhaltungsprodukts wie einer Spielekonsole. Sony musste sich also etwas einfallen lassen, wenn man SEGA und Nintendo dauerhaft Paroli bieten wollte.

Ihr müsst euch vor Augen halten: PlayStation war damals noch kein Begriff, der wie heute für leuchtende Spieleraugen sorgte. Sony war ein Neueinsteiger, im Konsolengeschäft noch grün hinter den Ohren. Aber: Sony hatte einen Plan. Einen Plan, mit dem die Konkurrenz nicht rechnete.

Auf der E3 1995 (übrigens der ersten E3 überhaupt) gab Sony eine Pressekonferenz, in der es um den geplanten Launch der PlayStation in den USA gegen Ende des Jahres ging. Dreh- und Angelpunkt war natürlich der Preis. SEGA hatte kurz zuvor verkündet, dass die Saturn-Konsole zum Launch stolze 399 US-Dollar kosten wird.

Nach einer kurzen Ansprache trat Steve Race, damaliger Präsident von Sony Computer Entertainment of America, ans Rednerpult. Was folgte, ging in die Gaming-Geschichte ein:

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Nur 299 US-Dollar - diese aggressive Preispolitik von Sony sollte sich auszahlen: Ein paar Monate später legte die PlayStation einen erfolgreichen Start auf dem US-Markt hin.

Und auch die Konkurrenz half Sony unfreiwillig: Denn SEGA kämpfte beim Saturn nicht nur mit dem höheren Preisschild, sondern vor allem mit einer anfangs schlechten Verfügbarkeit, die nur dadurch entstand, weil man die Konsole unbedingt früher als die PlayStation auf den Markt bringen wollte. Die Folge: Es gab kaum Spiele, was für eine Spielekonsole … nun ja, suboptimal ist.

Der Nintendo 64 wiederum galt bei der wichtigen Zielgruppe (Jugendliche und junge Erwachsene) mit seinem Image als Kinderkonsole als weniger cool als die hippe PlayStation mit ihren eher actionlastigen Titeln, was voll zum Zeitgeist der 1990er passte.

Außerdem setzte Nintendo statt auf die modernen CD-ROMs weiter auf schnelle, aber in Sachen Speicherplatz magere Module, wodurch der N64 kaum Support von Third-Party-Entwicklern erfuhr.

SEGA Saturn Schwierig zu programmieren, zu früh auf den Markt gebracht, teurer als die PlayStation: Die SEGA Saturn stellte sich selbst ein Bein und brachte es im Laufe ihres Lebenszyklus auf nur rund 11,56 Millionen verkaufte Einheiten.

Nintendo 64 Den N64 fand man zwar in vielen Kinderzimmern, dennoch stehen unterm Strich nur etwas mehr als 39 Millionen verkaufte Einheiten. Maßgeblich daran schuld war die Entscheidung, auf die nicht mehr zeitgemäßen Spielmodule zu setzen, statt auf modernere Speichermedien wie die CD-ROM zu wechseln.

Der Rest ist Geschichte

Das Ende vom Lied dürfte euch bekannt sein: Die PlayStation verkaufte sich viele Jahre wie geschnitten Brot. Ein Jahr nach dem Launch senkte Sony den Preis sogar noch einmal von 299 auf nur noch 199 Dollar. Und legendäre Spiele wie Crash Bandicoot, Metal Gear Solid, Gran Turismo und Final Fantasy 7 gab es nur auf der PlayStation.

Binnen weniger Jahre wandelte sich Sony vom Neueinsteiger zum Dominator. Mit über 102 Millionen Einheiten rangiert die PS1 bis heute auf Platz 6 der meistverkauften Konsolen aller Zeiten und damit noch vor der PlayStation 3, der Xbox 360 und sogar der Nintendo Wii.

Ihr seht also: Manchmal reicht eine einzige Zahl aus, um eine gesamte Branche für immer zu verändern.

Stand bei euch damals auch eine PlayStation 1 im Kinder- oder Wohnzimmer? Was waren eure Lieblingsspiele für Sonys erste Konsole? Und hättet ihr in Zukunft Lust auf weitere solcher Geschichten aus der abenteuerlichen Historie der Videospiele? Wenn ja, dann lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen, unser Fundus an Storys ist noch prall gefüllt!

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