Einer meiner allerersten Aufträge als freier Autor war die Komplettlösung zu Dawn of War 2. Das ist ein bis heute beliebtes Echtzeitstrategie-Spiel. Aber für mich bot es nur selten die Momente, die ich mir unter einer Umsetzung von Warhammer 40.000 vorgestellt habe.
Ich hatte mir gigantische Schlachten gewünscht, in denen Geschosse den Boden aufwühlen und riesige Kampfschreiter Orks unter den Füßen zerquetschen. Keine taktischen Scharmützel mit Heldeneinheiten. Sondern das pure Chaos. Hunderte über den Bildschirm wuselnde Soldaten.
Auch in der Folge blieb diese Fantasie weitestgehend unerfüllt und ich verlor die Lust am Videospielumsetzungen der Tabletop-Vorlage, auch weil zwar viele erschienen aber nur ganz wenige echte Dauerbrenner waren:
Und jetzt also Space Marine 2. Der nicht mehr für möglich gehaltene Nachfolger zu einem Third-Person-Shooter, der in gewissen Fan-Kreisen als Kult bezeichnet wird, soll noch 2023 erscheinen und bietet dem ersten Eindruck nach genau das, was ich in so vielen Warhammer-Spielen bisher vermisst habe.
Möglich macht das vor allem der technische Fortschritt im Vergleich zu Teil 1 aus dem Jahr 2011. Der sorgt nicht nur für knackig scharfe Grafik wie im Trailer zu sehen:
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Space Marine 2: Im Trailer geht es mit Kettenschwert gegen Tyraniden
Vorsprung druch Technik
Space Marine 2 benutzt die Engine von World War Z, dem Zombie-Koop-Shooter von Saber Interactive. Dasselbe Studio hat für Publisher Focus Home Interactive die Arbeit an Space Marine 2 übernommen und bislang sieht alles danach aus, dass sich dieser Entwicklerwechsel (hinter Teil 1 steckte Relic Entertainment) allein schon wegen der Technik gelohnt hat.
Im ersten Gameplay-Video sieht man jetzt tatsächlich Dutzende, teils sogar Hunderte Tyraniden, die durch die Prachtstraßen eines imperialen Planeten krabbeln, eine unaufhörliche Woge an Fleisch, Zähnen und Klauen, furchteinflößend in ihrem tödlichen Starsinn.
Ich denke mir bei diesen Szenen: »Ja, ja, jaaaa!« Genau das ist es doch, was ich mir schon im Vorgänger gewünscht habe! Klar, da gab es teils auch coole Szenen in Schützengräben, die der Atmosphäre des Szenarios würdig waren. Aber zu oft beschränkte sich die Action dann doch auf kleine Gruppenkämpfe in übersichtlichen Arenen.
Schluss mit dem Klein-Klein: Dank der Technik von World War Z (links) inszeniert Space Marine 2 ein wildes Gewühl, das der Vorlage gerecht werden könnte (rechts).
Die grotesk übertriebenen Dimensionen von Warhammer 40.000 erfordern aber mehr, sie rufen nach Spektakel, nach Gigantismus. In World War Z klettern Hunderte Zombies gleichzeitig übereinander, ohne dass die FPS in die Knie gehen - bei Space Marine 2 sieht es aktuell danach aus, dass der Shooter diese Technik ideal adaptiert, um zumindest in einem Punkt jedes bisherige Warhammer-Spiel zu überflügeln.
Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass zum Release nicht nur die Gegnerzahl unvergleichlich hoch ist, sondern auch der Spielspaß in neue Sphären vorstößt.
Wie steht's bei euch, seid ihr gespannt auf Warhammer 40.000: Space Marine 2 oder wartet ihr noch ab, wie sich der Entwicklerwechsel so lange Zeit nach Teil 1 auswirkt? Habt ihr vielleicht schon den Vorgänger nicht gemocht? Und welchen Eindruck macht die Technik bisher auf euch? Schreibt's mir in die Kommentare und diskutiert mit!
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