Spam-Anrufe sind nicht nur lästig, sie können auch richtig gefährlich sein. Aber ihr seid Betrügern und aggressiven Verkaufsanrufen nicht schutzlos ausgeliefert.
Wir zeigen euch 5 simple Maßnahmen, die sofort gegen Spam-Anrufe helfen. Wir haben uns bei der Recherche an Informationen der Bundesnetzagentur und der Verbraucherzentrale orientiert.
In unserem Artikel erfahrt ihr:
Was ist Spam?
Maßnahmen gegen Spam-Anrufe
2:21
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Was ist Spam?
Als Spam bezeichnete eine US-amerikanische Firma in den 1930er Jahren ihr hauseigenes Dosenfleisch. Heute bezeichnet Spam – angelehnt an einen Monty-Python-Sketch – unerwünschte Massen-Nachrichten, meist zu Werbezwecken.
Einen ausführlichen Artikel zu der kuriosen Herkunft des Wortes Spam findet ihr hier:
Auch für lästige Anrufe wird das Wort mittlerweile verwendet. Spam-Anrufe unterteilen sich hauptsächlich in:
- Phishing-Anrufe: Betrüger geben sich als Banken, Behörden oder bekannte Unternehmen aus, um vertrauliche Daten wie Passwörter, Kontodaten oder Sozialversicherungsnummern zu stehlen.
- Robocalls: Automatisierte Anrufe mit aufgezeichneten Nachrichten (z. B. Fake-Gewinnspiele oder unerwünschte Werbung).
- Ping-Calls: Kurze Anrufe, die nur wenige Sekunden klingeln, um den Angerufenen zum Rückruf zu verleiten, der dann mit hohen Kosten verbunden sein kann – vor allem bei ausländischen Nummern.
- Schockanrufe & Enkeltrick: Die Anrufer geben sich als Familienangehörige, Polizei oder Anwälte aus und behaupten, ein Verwandter sei in einer Notlage und benötige sofort Geld.
- Werbe- und Verkaufsanrufe: Unerwünschte Anrufe von Callcentern, die Produkte oder Dienstleistungen verkaufen wollen.
Maßnahmen gegen Spam-Anrufe
1. Unbekannte Nummern ignorieren und nicht zurückrufen
Wenn ihr gleich erkennt, dass es sich etwa um einen Robocall handelt, dann legt direkt wieder auf. Seid besonders kritisch bei Anrufen aus dem Ausland, gerade wenn ihr keine private Verbindung in dieses Land habt. Ebenso ist Vorsicht geboten bei kurzer Klingeldauer – dahinter können sich Ping-Anrufe verbergen.
2. Nummer blockieren
Wenn ihr einen Spam-Anruf angenommen habt oder euch sicher seid, dass sich hinter einer Nummer Spam verbirgt, dann blockiert sie sofort.
Dazu geht ihr so vor:
Android:
- Geht in die Telefon-App eures Handys.
- Tippt lange auf die Nummer, die ihr blockieren wollt.
- Wählt
Blockieren/Spam melden
iPhone:
Geht in die Telefon-App.
- Tippt auf das
i
neben der Nummer, die ihr blockieren wollt. - Wählt
Anrufer blockieren
. - Optional:
Spam melden
auswählen.
3. Keine persönlichen Daten am Telefon preisgeben
Gebt niemals persönliche Daten am Telefon weiter. Echte Firmen, Banken und Behörden fragen solche Informationen nicht am Telefon ab. Dazu zählen unter anderem:
- Bank- und Kontodaten
- Sicherheitscodes und Passwörter
- Finanzinformationen
Und hier noch ein persönlicher Tipp aus dem Umfeld der Redaktion, im Kontext von Schockanrufen und Enkeltricks: Daten für Betrüger können ganz unbewusst weitergegeben werden. Wenn ihr etwa eine unbekannte Stimme am Telefon hört, stellt viele offene Fragen wie: Wer ist da?
Und vermeidet dagegen Formulierungen wie: Peter, bist du's? Auch so erfahren Betrüger Informationen, mit denen sie ihre Masche weiter treiben können.
4. Anruf-Filter über euer Betriebssystem oder Apps
Damit ihr gar nicht erst von Spam-Anrufen belästigt werdet, könnt ihr auch einen Spam-Filter einschalten. Dazu habt ihr folgende Möglichkeiten:
1. mit Android
Die Telefon-App bietet bei den meisten Android-Handys einen integrierten Spamfilter. Falls ihr auf eurem Android-Smartphone keinen habt, könnt ihr euch die Google Telefon-App im Play Store herunterladen.
Um den Spamfilter zu aktivieren, geht ihr wie folgt vor:
- Öffnet die (Google-)Telefon-App eures Handys.
- Tippt oben rechts auf das Dreipunkt-Menu.
- Tippt auf »Einstellungen«.
- Tippt auf »Anrufer-ID und Spam«.
- Aktiviert »Spam-Anrufe herausfiltern«.
In iOS ist kein eigener Anruf-Spam-Filter integriert. Stattdessen könnt ihr mit iPhones auf eine externe App zurückgreifen.
2. mit Apps
Es gibt einige Apps, die Spam-Anrufe filtern. Wir haben für euch 2 effektive herausgesucht:
- Truecaller für Android und iOS
Die App identifiziert laut eigener Beschreibung Spam-Anrufe mithilfe einer umfangreichen Datenbank von Telefonnummern, die durch Millionen von Nutzern ständig aktualisiert wird. - Hiya für Android und iOS
Die App schützt Nutzer vor Spam- und Betrugsanrufen, identifiziert eingehende Anrufer und zeigt identifizierten Spam auf dem Display an.
5. Spam-Anrufe melden
Damit die Warnung vor Spam-Anrufen verbessert werden kann, solltet auch ihr Nummern, hinter denen Spam steckt, aktiv melden. tellows.de ist beispielsweise eine Online-Plattform, die es Nutzern ermöglicht, Informationen über unbekannte Nummern auszutauschen und sie zu bewerten.
Wenn ihr regelmäßig mit Spam-Anrufen zu tun habt, dann solltet ihr das auch bei der Bundesnetzagentur melden. Die kann Verstöße gegen Telekommunikationsvorschriften untersuchen und gegebenenfalls Bußgelder verhängen.
Fazit
Spam-Anrufe und Betrug am Telefon wird es wohl so lange geben wie es Telefone gibt. Aber wenn ihr die obigen Tipps befolgt, könnt ihr euch schützen und es Betrügern und aufdringlichen Verkäufern so schwer wie möglich machen.
Jeder kann Opfer für Telefonbetrug werden, nicht nur die Älteren. Deswegen ist neben der Aufklärung und dem persönlichen Schutz besonders wichtig: Offenheit und Verständnis. Untersuchungen zeigen, dass gerade Betrug auch aufgrund von Scham nicht gemeldet wird.
Egal wie offensichtlich euch ein Betrug oder eine aufdringliche Verkaufsmasche vorkommt, Opfer haben haben immer Mitgefühl und Hilfe verdient.
Und das ist überdies eine weitere Art, das Geschäft mit Spam-Anrufen unrentabler zu machen.
Was meint ihr dazu? Seid ihr oder euer Umfeld Opfer von Spam-Anrufen geworden? Und wenn ja, wie habt ihr euch dagegen gewehrt? Und habt ihr noch weitere Tipps, was man gegen Spam tun kann? Schreibt uns eure Erfahrungen in die Kommentare!

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