Es gibt viele Möglichkeiten, wie ihr euer Erlebnis beim Spielen verbessern könnt, beispielsweise neue Hardware. Doch das war schon immer eher teuer, und in den letzten Jahren und besonders Monaten wurde es nur noch schlimmer.
Jüngst ist dafür ein Marktereignis verantwortlich, das oft als RAM- oder Speicherkrise bezeichnet wird, ausgelöst durch den hohen Bedarf an Speicher durch KI-Rechenzentren. Das sorgt für schwindelerregende Preissteigerungen bei vielerlei Hardware, vor allem beim RAM.
Glücklicherweise gibt es einige Methoden, mit denen ihr euer Spielerlebnis ganz ohne den Kauf neuer Hardware verbessern könnt, wie wir in diesem Artikel zeigen.
Dabei geht es uns nicht um das Erhöhen der FPS auf anderen Wegen. Falls ihr genau danach sucht, haltet die Augen auf GameStar.de offen. Ein Artikel mit Fokus auf das Steigern der FPS ist in Planung und wird in Kürze hier verlinkt.
Jetzt aber los!
1. Vergesst WLAN – Nutzt ein LAN-Kabel
Wenn ihr viele Onlinespiele spielt, solltet ihr nicht nur eine einigermaßen brauchbare Internetleitung haben. Auch die Verbindung vom PC zum Router ist relevant. Falls ihr die Möglichkeit habt, nutzt dafür besser eine Kabelverbindung.
Wieso auf WLAN verzichten? Die kabellose Verbindung ist potenziell instabiler als die mit physischem Kabel. Hindernisse wie Wände und Möbel oder andere Funkgeräte können das Signal stören. So entstehen je nach genauen Bedingungen vor Ort Latenzprobleme oder Lags.
Übrigens: Wenn ihr kein Kabel nutzen könnt oder wollt, kann ein Wechsel zum 5-GHz-WLAN Sinn ergeben. Im Gegensatz zu 2,4 GHz ist die Auslastung hier noch klar geringer und teils auch mehr Bandbreite möglich. Nils verrät euch im folgenden Artikel mehr zu 5-GHz-WLAN:
2. Bildschirmfrequenz einstellen
Es ist wahrscheinlich schon den meisten PC-Spielern passiert: Ihr habt einen neuen Bildschirm mit einer höheren Bildwiederholungsfrequenz als der Vorgänger gekauft und freut euch auf das flüssigere Bild. Aber irgendwie sieht das gar nicht flüssiger aus als vorher. Wie kann das sein?
Nein, PC-Spieler haben es nicht an den Augen. Das Problem ist vielmehr, dass Windows nicht automatisch die höchste Bildfrequenz einstellt, die euer Bildschirm bietet.
Das könnt ihr mit wenigen Klicks ändern und holt somit das Beste aus eurem Bildschirm heraus.
So geht ihr vor:
- Macht einen Rechtsklick auf euren Desktop und klickt auf Anzeigeeinstellungen.
- Falls ihr mehr als einen Bildschirm habt, wählt den richtigen per Klick auf die entsprechende Grafik aus.
- Scrollt ein wenig nach unten und klickt auf »Erweiterte Anzeige«.
- Wählt bei der Option »Aktualisierungsrate auswählen« eure gewünschte Rate aus (meist das Maximum).
- Spielt mit maximal flüssigem Gameplay.
Übrigens: Im neuesten Tech-Talk sprechen Lea, Nils und Jan über die Speicherkrise. Da haben wir auch schon Wege thematisiert, wie ihr euren PC jetzt noch optimieren könnt:
1:04:55
Gemeinsam durch die Hardware Krise: Warum die RAM-Knappheit uns ALLE angeht
3. Schaltet V-Sync aus und Adaptive-Sync an (G-Sync/FreeSync)
Was ist V-Sync? V-Sync ist in den meisten grafisch aufwendigen Spielen eine praktische Funktion, die Screen Tearing, also horizontale Streifen im Bild, verhindert. Sie sollte allerdings eure letzte Wahl sein, wenn ihr Screen Tearing verhindern wollt, denn V-Sync sorgt auch für eine spürbare Eingabeverzögerung.
Stattdessen könnt ihr Adaptive-Sync (VRR) nutzen. Genauer gesagt FreeSync von AMD oder G-Sync von Nvidia. Diese Techniken verhindern ebenfalls Screen Tearing, nur dass dabei kein Input-Lag entsteht.
Das liegt daran, dass Adaptive-Sync dem Bildschirm ermöglicht, sich an den Output (FPS) der Grafikkarte anzupassen. Bei V-Sync muss sich die Grafikkarte an die Frequenz des Monitors anpassen und sorgt so für Latenz.
Wie aktiviert ihr Adaptive-Sync? Die Einstellungen dazu findet ihr je nach eurer GPU im AMD- oder Nvidia-Treiber. Vorher solltet ihr allerdings nachsehen, ob die Option in den Einstellungen eures Bildschirms aktiv ist.
FreeSync unterstützen mittlerweile die meisten Monitore, G-Sync ist im Vergleich klar weniger stark verbreitet.
4. Experimentiert mit Multi Frame Generation
Wo ihr gerade schon dabei seid, euren Input-Lag zu verringern, warum nicht gleich weitermachen?
Nvidia treibt ihre (Multi-)Frame-Generation in den letzten Jahren immer weiter voran und sorgt dafür, dass ihr neben den klassisch berechneten (gerenderten) Frames auch KI-generierte Frames bekommt. Das jagt die FPS teilweise extrem nach oben.
Das potenzielle Problem mit Multi Frame Generation: Die Latenz steigt mit jedem Extra-Frame, den eure GPU zusätzlich erzeugt. Das kann sich je nach Spieler und Spiel schnell unschön anfühlen, auch wenn ihr dadurch mehr Frames bekommt.
Falls euer Spiel sich also etwas schwammig anfühlt, probiert die Option im jeweiligen Spiel abzuschalten. Ihr findet sie meist direkt bei den Upscaling-Einstellungen.
Doch MFG kann auch helfen: Sind die Basis-FPS ohne komplett KI-generierte Bilder ausreichend hoch (wir empfehlen mindestens 60, besser 90 oder sogar dreistellige Werte), sorgt Multi Frame Generation potenziell für ein visuell besonders flüssiges Bild.
5. Lüfter anpassen
Ihr startet ein Spiel und eure Lüfter drehen komplett am Rad? Das nervt nicht nur, es ist auch häufig unnötig.
Lüfter sind von Haus aus oft sehr aggressiv eingestellt und lassen sich in den BIOS-/UEFI-Einstellungen runterdrosseln. Das sorgt auch dafür, dass eure Hardware heißer wird, doch das sind oft nur wenige Grad.
Dennoch solltet ihr die Temperaturen nach dem Umstellen eine Weile im Auge behalten.
Mehr zum Anpassen der Lüfterkurven verrät euch Alex im folgenden Artikel:
Neuer PC? Diese 5 Handgriffe solltet ihr zuerst machen
6. Undervolting
Was ist Undervolting? Beim Undervolting wird die elektrische Spannung der Grafikkarte gezielt gesenkt, um Abwärme, Stromverbrauch und Lüfterlautstärke zu reduzieren. Das Schöne daran: Dabei müsst ihr nicht spürbar an Leistung einbüßen.
Wie ist das möglich? Die Leistungsaufnahme (und damit die Hitzeentwicklung) eines Chips skaliert stark mit der angelegten Spannung.
Hersteller geben Chips ab Werk oft mehr Spannung als nötig, damit auch qualitativ schlechtere Chips (aus der sogenannten »Silicon Lottery«) stabil laufen. Beim Undervolting geht es also darum, die Balance zwischen zu viel Spannung und zu wenig Spannung zu finden.
Das ist wohl die komplexeste Methode, die wir euch hier vorstellen, doch auch das ist kein Hexenwerk. Alex verrät euch hier mehr:
Das mache ich mit jeder Grafikkarte – und ihr solltet es auch tun
7. Bessere Peripherie besorgen
Zugegeben, dieser Tipp kostet dann doch Geld. Aber ihr solltet nicht unterschätzen, wie viel Freude und Spielspaß euch neue Peripherie bringen kann.
Das gilt sowohl für Bildschirme als auch für Tastaturen und Mäuse. Sie können den Spielspaß enorm beeinflussen, indem sie euch entweder ein deutlich angenehmeres Gefühl und neue Funktionen bieten oder indem sie die Bildqualität ohne neue PC-Bauteile verbessern.
Gerade der Umstieg von Full-HD-Auflösung auf WQHD oder 4K ist enorm. Auch ein Wechsel von IPS und VA auf OLED wird für ein neues Gefühl beim Spielen sorgen.
Falls ihr euch nach einem neuen Bildschirm umseht, schaut gerne bei Lorenz’ Kaufberatung vorbei. Der Mann hat den Markt genau im Blick:
Der beste Gaming-Monitor 2026: Empfehlungen für 4K, WQHD, Full-HD und Ultrawide im Vergleich
Gute Bildschirme mit WQHD-Auflösung beispielsweise bekommt ihr schon ab rund 200 Euro. Das ist zwar nicht wenig Geld, doch immer noch nur ein Drittel von dem, was euch 64 Gigabyte RAM gerade kosten.
Welche Tipps habt ihr für Spieler, die ihr Erlebnis verbessern wollen, ohne (viel) Geld auszugeben? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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