Enttäuschung 2017 - Dimi: »Ich lag so falsch ...«

Dimi prognostizierte Star Wars: Battlefront 2 als Anwärter fürs beste Spiel 2017. Nun, die Realität verlief ein wenig anders.

von Dimitry Halley,
26.12.2017 00:01 Uhr

Star Wars: Battlefront 2 hätte genial werden können. Wurde es aber nicht. Star Wars: Battlefront 2 hätte genial werden können. Wurde es aber nicht.

Ich habe diese Geschichte im Testvideo erzählt, in Diskussionsrunden, Podcasts, Artikeln und Rückblicken. Und ich erzähle sie gerne erneut: Star Wars: Battlefront 2 ist mein größter Irrtum und meine größte Enttäuschung des Jahres 2017. Wenn man unseren Job eine Weile ausübt, wird man resistenter gegen unangenehme Überraschungen. Aber was EA und Dice mit diesem Spiel gemacht haben, hat mich als Fan, Kritiker und Spieler eiskalt erwischt.

Als ich im April 2017 bei der ersten Trailer-Enthüllung von Battlefront 2 live auf der Star Wars Celebration in Orlando vor Ort war, verließ ich den Saal mit einem breiten Grinsen und einem fröhlichen Strahlen. Wie gut klangen die Ideen hinter dem neuen Star-Wars-Spiel bitte auf dem Papier?

Eine Singleplayer-Kampagne, in der man ein imperiales Elite-Kommando spielt? Multiplayer-Schlachten aus allen Star-Wars-Ären? Mehr Helden, mehr Planeten, eine bombastische Grafik, Weltraumschlachten und ganz generell ein Best-Off all der Dinge, die Gefechte im Krieg der Sterne so opulent machen. Noch kurz vor Release versicherte mir einer der Story-Writer, er habe sich Star Wars: Republic Commando als persönliches Vorbild für den Inferno Squad erkoren. Wie gut klingt das bitte?

Der Autor: Als Kind war Dimis größte Sorge, dass es mit der Geschichte von Star Wars nicht mehr weitergeht. Als Erwachsener ist seine größte Sorge, dass es mit der Geschichte von Star Wars immer weitergeht. So sehr er die Bücher, Comics, Spiele und natürlich Filme auch lieben mag, so besorgniserregend sind viele Wege, die die Marke seit der Machtergreifung Disneys einschlägt. Aber hey, dafür verheilen alte Wunden. Mittlerweile mag Dimi selbst die Prequels ein bisschen. Mit Ausnahme von Jar Jar Binks.

Ich proklamierte also Battlefront 2 vor vielen Monaten als mein potenzielles Highlight des Jahres. Als ruhmreiches Zeichen, dass Dice aus den Fehlern des ersten Serienreboots lernen würde. Stattdessen wurde alles noch schlimmer: Lootboxen, Mikrotransaktionen und so ziemlich jede profitmaximierende Praktik großer Publisher gruben sich so tief in die Spielmechaniken dieses Shooters, dass das Internet darüber explodierte.

Das Internet explodiert über Battlefront 2

EA wurde auf Reddit härter abgestraft als jeder andere Publisher zuvor, die Echtgeld-Shops mussten auf Befehl von Kapitän Disney entfernt werden. Und diverse Nationen ermitteln, ob es sich bei Battlefront 2 um illegales Glücksspiel handelt.

Battlefront 2 Lootboxen - Video-Talk: Welchen Plan verfolgt EA? 10:23 Battlefront 2 Lootboxen - Video-Talk: Welchen Plan verfolgt EA?

Herrje, ich war mir sicher, die Lootbox-Blase würde irgendwann platzen. Aber ich hätte nicht damit gerechnet, dass ausgerechnet Battlefront 2 zum Mahnmal künftiger Triple-A-Generationen würde. Und selbst die Singleplayer-Kampagne entpuppte sich wegen ihrer lahmen Geschichte als Enttäuschung.

Spiele ich Battlefront 2 trotzdem? Ja, aktuell zeigt mir die Origin-Uhr knapp 70 Stunden an, in denen ich prächtig unterhalten wurde. Denn unter dem Berg an Problemen steckt im Kern immer noch ein spaßiger Star-Wars-Shooter, der mir regelmäßig grandiose Fan-Momente beschert. Mittlerweile habe ich auch längst alle Helden freigeschaltet und ignoriere den ganzen Star-Card-Quatsch getrost.

Aber das alles ändert nichts an der ernüchternden Wahrheit: Battlefront 2 ist eine Enttäuschung. Und die Gaming-Zukunft von Star Wars war lange nicht mehr so ungewiss wie heute.

Star Wars: Battlefront 2 - Testvideo: Die dunkle Seite ist stark 11:29 Star Wars: Battlefront 2 - Testvideo: Die dunkle Seite ist stark

zu den Kommentaren (151)

Kommentare(151)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.