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Inhaltsverzeichnis
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Der erwachte Riese: China verändert die Videospielwelt - aber zu welchem Preis?

Kein Land der Welt hat so viele Spieler wie China. Das weckt Begehrlichkeiten und lässt moralische Bedenken verblassen. Wo ziehen wir die Grenze?

von Martin Dietrich,
26.04.2021 15:00 Uhr

Um in China Erfolg zu habe, zensieren sich viele Spielehersteller selbst oder bieten auf die Zielgruppe zugeschnittene Inhalte an. Um in China Erfolg zu habe, zensieren sich viele Spielehersteller selbst oder bieten auf die Zielgruppe zugeschnittene Inhalte an.

1998 besuchte Disney-Chef Michael Eisner den chinesischen Ministerpräsidenten Zhu Rongji in Beijing. Im Treffen ging es unter anderem um Disneys Expansionspläne nach Fernost - und um eine Entschuldigung.

Ein Jahr zuvor veröffentlichte der Konzern den Monumentalfilm »Kundun« von Martin Scorsese, indem das Leben des 14. Dalai Lamas porträtiert wird und Chinas militärische Invasion Tibets. Diesen Film gemacht zu haben, sei ein Fehler gewesen, ließ sich Eisner zitieren. »Hiermit möchte ich um Verzeihung bitten, und in Zukunft sollten wir derartige Dinge verhindern, die unsere Freunde beleidigen.«

Die Worte des CEO überraschen nicht. Nach »Kundun« durfte Disney mehrere Jahre keine Geschäfte in China machen. Erst 2002 hob die Kommunistische Partei die Sperre auf. Hollywood war das eine Lehre. Heute werden solche in China unliebsamen Themen von großen Filmstudios häufig erst gar nicht mehr aufgegriffen. Der chinesische Filmmarkt ist dafür schlicht zu attraktiv.

Aber nicht nur Disney, Warner Bros. oder Universal stehen vor einem Problem. Mit rund 620 Millionen Menschen, die in China regelmäßig auf Smartphone, PC und Konsolen spielen, braucht man nicht lange nach Gründen suchen, warum auch die Videospielbranche nur schwer den chinesischen Zensurgebaren entsagen kann.

Im ersten Teil unseres China-Reports haben wir uns mit Spielen aus dem Reich der Mitte beschäftigt. Jetzt richten wir den Blick in die entgegengesetzte Richtung und schauen uns an, wie China die Videospielindustrie verändert und was das für uns bedeutet.

Der Flight Simulator ist in China nie offiziell erschienen. Es wird vermutet, dass Microsoft Probleme kriegen könnte, wenn Hobby-Piloten über in China kontroverse Regionen wie Xinjiang fliegen könnten. Der Flight Simulator ist in China nie offiziell erschienen. Es wird vermutet, dass Microsoft Probleme kriegen könnte, wenn Hobby-Piloten über in China kontroverse Regionen wie Xinjiang fliegen könnten.

China: Eine Macht, mit der man rechnen muss

»Für uns ist China wichtiger als die zehn Länder danach bei Steam«, sagt Tim Eulitz, einer der beiden Betreiber der Wallpaper Engine. Mithilfe der App lassen sich individuelle Hintergründe für den eigenen Desktop erstellen und mit anderen teilen. Chinesische Spieler und Spielerinnen sind für Wallpaper Engine der mit Abstand wichtigste Kundenkreis auf Steam.

Als einzige Software aus Deutschland gehörte Wallpaper Engine zu den 53 Spielen und Apps, mit denen Steam China im Februar 2021 an den Start ging. Da das Programm kein reguläres Videospiel darstellt, waren die Auflagen für eine offizielle Veröffentlichung in China übersichtlicher. Trotzdem gab es eine wichtige Anpassung, wie Eulitz erklärt: