Was Alpha-Spieler schon seit Jahren wissen, ist jetzt für alle Welt zu sehen: Star Citizen ist noch lange nicht fertig.
Entwickler Cloud Imperium Games hat in einem offiziellen Livestream eine schwere Niederlage in den Augen der Öffentlichkeit hinnehmen müssen - und wird dafür nun schon seit Wochen hart kritisiert. Was ist passiert?
»Das Spiel, wie es funktionieren soll«
Was als Demonstration der beabsichtigten Spielerfahrung gedacht war, endete in unzähligen Bugs, massiver Frustration und spürbaren Spannungen innerhalb des Teams bei Cloud Imperium Games (CIG). Das seit über 14 Jahren in Entwicklung befindliche und durch Crowdfunding mit über einer Milliarde US-Dollar finanzierte Star Citizen, ein vermeintliches PC-Vorzeigeprojekt, offenbarte dabei vor laufender Kamera seine weitreichenden technischen Baustellen.
Eigentlich sollte das Event zeigen, wie das Spiel unter optimalen Bedingungen funktioniert. Da das Public Test Universe zu diesem Zeitpunkt unter starken Performance-Problemen litt, wich das Team auf einen internen Build aus. Host Jared Huckabe erklärte zu Beginn des Streams, dass man die geplante Vision demonstrieren wolle:
»Wir spielen heute nicht auf dem PTU, weil es nicht ganz das leistet, was wir heute wollen. Deshalb spielen wir auf einem internen Build. Das ist das Spiel, wie es funktionieren soll.«
Die Realität auf den internen Servern erwies sich jedoch als wenig optimal und blockierte den Spielfortschritt enorm.
Technische Aussetzer
Anstatt eines reibungslosen Ablaufs wurden die Entwickler im Rahmen der Mission Siege of Orison mit gravierenden Fehlern konfrontiert. Das Austauschen von Waffen funktionierte nicht zuverlässig, der Zugriff auf das Inventar war fehlerhaft und Ausrüstung verschwand.
In einem besonders bizarren Moment stellte Entwickler Ollie mitten im Gefecht fest, dass er seine medizinische Ausrüstung unfreiwillig ausgetauscht hatte, und kommentierte dies damit, dass er sein Heilwerkzeug für »dieses verdammte Spielzeug« fallen gelassen habe.
Kurz darauf geriet der YouTuber, der inzwischen im Videoteam von CIG arbeitet, in Panik, als ihm die Munition ausging: »Ich habe keine verdammten Patronen mehr. Nachladen, nachladen. Das gefällt mir gar nicht.« Kollege Max merkte mit einer ordentlichen Portion Galgenhumor an:
»Wir haben den Bug behoben, bei dem man stirbt, wenn man nicht exakt in der Mitte eines Shuttles steht. Es ist also alles in bester Ordnung.«
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Star Citizen 2026: Bekommen wir jetzt endlich, was uns versprochen wurde? | FYNG Talk
Frust bei den Entwicklern
Die anhaltenden technischen Aussetzer blieben nicht ohne Folgen für die Atmosphäre. Mit zunehmender Dauer wuchs die Frustration der beteiligten Entwickler spürbar. Anstatt konstruktiv zusammenzuarbeiten, entwickelte sich eine passiv-aggressive Grundstimmung.
Das Team begann, sich gegenseitig mit abfälligen Bemerkungen zu bedenken, und das Geschehen gipfelte in absichtlichen Abschüssen der eigenen Kollegen. Das Chaos fand seinen finalen Höhepunkt beim Bossgegner der Mission: Alle Spielercharaktere starben einen Bildschirmtod.
Entwickler Elliot musste ernüchtert feststellen: »Wir wurden alle ausgelöscht, es ist ein Party Wipe. Ich glaube, wir sind auf diesem Build jetzt ausgesperrt. Unsere Zeit ist abgelaufen, Leute. Wir haben verloren.« Da keine weitere Möglichkeit für einen Versuch bestand, wurde der Stream nach knapp zwei Stunden vorzeitig abgebrochen.
Link zum YouTube-Inhalt
Besonders eine Abschlussbemerkung sorgte im Nachgang für Unverständnis. Ein Entwickler betonte, er sei stolz auf die Arbeit des Teams und wolle diesen Build schnellstmöglich veröffentlichen, damit die Spieler exakt dieselbe Erfahrung machen könnten.
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In der Community sorgte diese Aussage - egal ob nun Ausdruck der eigenen Frustration oder verquerer Scherz - für Kopfschütteln. Kommentare unter dem Video beschrieben das Event als unangenehm, erzwungen und teilweise unheimlich. Es habe sich angefühlt wie ein Geiselvideo, bei dem niemand Spaß hatte. Dass die Verantwortlichen die Aufzeichnung im Nachgang nicht offline nahmen, verwunderte viele Beobachter.