50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Star Trek ist heute Kult, vor 56 Jahren war es ein Quoten-Desaster. Doch ein Trick rettete Kirk & Co.

Heute ein Sci-Fi-Gigant, 1969 ein totaler Flop: Star Trek wurde nach Staffel 3 abgesetzt. Heute ist es trotzdem ein riesiger Erfolg.

Star Trek wäre beinahe in der Vergessenheit verschwunden. Star Trek wäre beinahe in der Vergessenheit verschwunden.

Wenn ihr heute an Science-Fiction denkt, ist Star Trek eine feste Konstante. Ein Universum, das so selbstverständlich existiert, dass man sich eine Welt ohne die Sternenflotte kaum vorstellen kann. Doch die Historie dieses Giganten ist keineswegs so makellos, wie der heutige Erfolg vermuten lässt.

Tatsächlich steht das Fundament von Star Trek auf einem massiven geschäftlichen Misserfolg. Vor genau 56 Jahren, im Jahr 1969, zog der US-Sender NBC die Reißleine und setzte die Originalserie Raumschiff Enterprise nach nur drei Staffeln ab.

Die Gründe waren banal: schlechte Quoten und Desinteresse beim Mainstream-Publikum. Dass wir heute dennoch über Warp-Antriebe und Klingonen diskutieren, liegt an einem Trick, den die Serie durch die Hintertür zum Welterfolg machte.

Warum die Enterprise ursprünglich abstürzte

Um zu verstehen, wie knapp Star Trek vor dem endgültigen Aus stand, müsst ihr euch die TV-Landschaft der 60er Jahre vor Augen führen. Damals zählten vor allem leichte Unterhaltung und Western. Showrunner Gene Roddenberry hatte jedoch eine andere Vision: Er wollte Science-Fiction nutzen, um komplexe gesellschaftliche Fragen zu verhandeln.

Das Ergebnis war eine Serie, die ihrer Zeit schlicht zu weit voraus war. Während die Kritiken teilweise das Potenzial erkannten, stimmte die breite Masse mit der Fernbedienung ab – gegen die Enterprise. Sobald andere Sender attraktive Konkurrenzprogramme platzierten, rutschte Star Trek in den Quoten ab. Das Urteil der damaligen Senderchefs war vernichtend: Die Serie galt als zu verkopft für den Mainstream.

NBC hielt die Serie überhaupt nur deshalb drei Staffeln lang am Leben, weil sie bei einer sehr spezifischen Zielgruppe gut ankam – nämlich bei technikaffinen, gut gebildeten jungen Männern. Doch Nischen-Publikum reichte in den 60ern nicht aus, um die hohen Produktionskosten einer Sci-Fi-Serie zu decken. Nach 79 Episoden zog der Sender 1969 endgültig den Stecker.

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Der »Trick«: Wie die Syndication das Franchise rettete

Normalerweise endet die Geschichte einer Serie hier. Das Set wird abgebaut, die Schauspieler suchen sich neue Jobs, das Format gerät in Vergessenheit. Doch bei Star Trek griff ein Mechanismus, den man heute am ehesten mit einem »Sleeper Hit« auf Steam vergleichen kann, der erst Jahre nach Release durch einen Streamer oder YouTuber plötzlich viral geht.

Das Zauberwort hieß Syndication.

Nach der Absetzung suchte das Produktionsstudio einen Weg, um mit den bereits produzierten 79 Folgen noch irgendwie Geld zu verdienen. Sie verkauften die Ausstrahlungsrechte zu günstigen Konditionen an unzählige lokale TV-Stationen quer durch die USA und später weltweit. Diese Sender brauchten billigen Content, um ihre Sendeplätze am späten Nachmittag oder frühen Abend zu füllen.

Das führte zu einem paradoxen Effekt: Als »gescheiterte« Serie hatte Raumschiff Enterprise plötzlich eine viel höhere Präsenz als zu ihrer eigentlichen Laufzeit zur Primetime.

  • Die Serie lief in Dauerschleife. Wer die Erstausstrahlung verpasst hatte, stolperte nun beim Zappen zwangsläufig über Kirk und Spock.
  • Durch die Ausstrahlung im Nachmittagsprogramm erreichten die Geschichten erstmals Kinder und Jugendliche in massiver Zahl – die nächste Generation der Fans war geboren.
  • Auch der internationale Markt, inklusive Deutschland, sprang auf diesen Zug auf und zementierte den Kultstatus.

Was als Resteverwertung begann, entwickelte eine Eigendynamik: Über die Jahre bauten die ständigen Wiederholungen eine Fangemeinde auf, die so loyal und zahlungskräftig war, dass Paramount sie nicht mehr ignorieren konnte.

Die Absetzung war dabei ironischerweise der Grund für den späten Erfolg. Erst der Hunger nach mehr, der durch die Wiederholungen entstand, ermöglichte zehn Jahre später das Comeback im Kino mit Star Trek: Der Film und schließlich den Start von The Next Generation im Jahr 1986.

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