Jede große Sci-Fi-Serie hat ihre Höhen und Tiefen. Doch während einige schwächere Episoden schnell in Vergessenheit geraten, gibt es Ausreißer, die ein Eigenleben entwickeln – sei es als Fan-Favoriten oder als unfreiwillige Kult-Phänomene.
Eine Folge, die es auf absurde Weise in letztere Kategorie geschafft hat, ist »Threshold« (deutsch: Die Schwelle) aus Star Trek: Voyager.
Info: Zum Treshold Day am 29. Januar haben wir diesen Artikel aus dem Jahr 2025 noch einmal neu veröffentlicht.
Die 15. Episode aus Staffel 2 der Science-Fiction-Serie wurde 29. Januar 1996 erstmals im Fernsehen ausgestrahlt. Sie gilt weithin als eine der schlechtesten der gesamten Star Trek-Geschichte, bei IMDb rangiert sie auf Platz 4 hinter Perlen wie dem heftig kritisierten Serienfinale von Star Trek: Enterprise oder der Clip-Sammlung »Shades of Gray« (The Next Generation).
Treshold wurde von Fans und Kritikern gleichermaßen verspottet, von den Machern der Serie bereut – und trotzdem wird sie bis heute gefeiert. Denn Threshold ist so bizarr, dass sie längst einen festen Platz im Trash-Olymp von Star Trek hat.
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Auf Kampfstationen: Die Voyager aus Star Trek stürzt sich in Across the Unknown in Gefechte mit Phasern und Torpedos
Mit Warp 10 ins Elend
In Threshold gelingt Lieutenant Tom Paris das Unmögliche: Er durchbricht die Warp-10-Grenze, was ihn laut Drehbuch überall im Universum gleichzeitig existieren lässt. Doch dieser bahnbrechende Erfolg hat fatale Nebenwirkungen. Paris beginnt, sich rapide zu verändern, entwickelt Mutationen – und verwandelt sich schließlich in eine schleimige, echsenartige Kreatur.
Als wäre das nicht schon grotesk genug, verschleppt er Captain Janeway, die ebenfalls mutiert. Am Ende der Episode finden die beiden als amphibienartige Wesen auf einem fremden Planeten Zuflucht – und haben dort offenbar Salamander-Babys gezeugt.
Am Ende werden die beiden geheilt und das Ereignis nie wieder mit nur einem Wort erwähnt. Da war der Schaden aber natürlich längst angerichtet.
Ein Unfall der Sci-Fi-Geschichte
Selbst die Star Trek-Macher sind sich einig: Threshold war ein Fehler. Drehbuchautor Brannon Braga bezeichnete die Folge rückblickend als »königlichen, dampfenden Stinker«. Das Drehbuch stammte von Michael De Luca, Regie führte Alexander Singer. Voyager-Mitautorin Jeri Taylor kommentierte die Episode im Rückblick folgendermaßen:
»Die Tatsache, dass wir Menschen in Salamander verwandeln, war für viele Leute beleidigend und für andere einfach nur dumm.«
Dabei hatte Threshold durchaus große Ziele. Die Episode wollte wissenschaftliche Konzepte über Raumfahrtgrenzen erforschen und war für Tom-Paris-Darsteller Robert Duncan McNeill auch ein interessanter Einblick in die Psyche des Voyager-Steuermanns.
Vom Fiasko zum Kultklassiker
Aber hat Threshold trotzdem einen besonderen Platz im Herzen vieler Trek-Fans? Der Grund liegt in der unfreiwilligen Komik der Folge. Die absurde Mutationsgeschichte, die billigen Make-up-Effekte und die skurrile Enthüllung der Salamander-Babys haben die Episode zu einem Liebling von Trash-Fans gemacht.
Jedes Jahr am 29. Januar feiern Star Trek-Fans am »Threshold Day« diese Katastrophe der TV-Geschichte. Memes, Fan-Theorien und liebevoll-ironische Huldigungen an die Salamander-Kinder sorgen dafür, dass die Episode nie ganz in Vergessenheit gerät.
Selbst Janeway-Darstellerin Kate Mulgrew nimmt es inzwischen mit Humor:
Link zum BlueSky-Inhalt
Eine Episode, die nie vergessen wird
Obwohl sie auf fast jeder Top 10 der schlechtesten Star Trek-Folgen auftaucht, hat Threshold eine Art Unsterblichkeit erreicht – gerade weil sie so misslungen ist. Sie zeigt, dass selbst die größten Fehltritte einer Serie in der Popkultur überleben können.
Threshold wird ganz sicher nie als Glanzstück von Star Trek bezeichnet werden, aber sie wirft eine bis heute faszinierende Frage auf: Was ist wohl aus den Salamander-Babys von Janeway und Paris geworden?
Falls ihr euch noch gut (beziehungsweise sehr, sehr schlecht) an Treshold erinnert oder ihr eine andere Episode von Star Trek habt, die ihr über alle anderen hinaus verachtet, schreibt es uns gerne in die Kommentare.
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