In Star Wars: Episode 1 wurde im wahrsten Sinne des Wortes ein Duel of the Fates
ausgetragen: Weil Qui-Gon Jinn im Kampf gegen Darth Maul geschlagen wurde, galt das Schicksal von Anakin Skywalker als besiegelt. Denn Obi-Wan Kenobi konnte für Anakin nie der Meister sein, den der Auserwählte
gebraucht hätte.
In Episode 3 fiel Anakin dann auf die Dunkle Seite der Macht, vernichtete als Darth Vader den Orden der Jedi und war maßgeblich am Fall der Galaktischen Republik beteiligt. Erst Jahrzehnte später fand Anakin in Episode 6 mithilfe seines Sohnes Luke zurück auf die Helle Seite und erfüllte seine Bestimmung.
Dass der Sieg über die Sith (zumindest, wenn wir die Sequels ausklammern) durch Qui-Gon einen nicht ganz so hohen Preis erfordert hätte, zeigt nun ein offizieller Star-Wars-Comic auf ein Neues.
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Star Wars: Zum 25. Jubiläum von Episode 1 erstrahlt der offizielle Trailer in neuem Glanz
Auch Qui-Gon Jinn war in ein Massaker involviert
Star Wars: Jedi Knights von Marc Guggenheim und Madibek Musabekov spielt sich im Kanon einige Jahre vor den Geschehnissen von Episode 1 ab. Dabei werden Qui-Gon und mehrere Jedi entsandt, um den mysteriösen Mord an einem Meister ihres Ordens zu untersuchen.
Um es kurz zu halten und auch nicht zu viel zu spoilern: Im Verlauf der Geschichte wird Qui-Gon mit den Sünden seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Denn als Qui-Gon selbst noch ein Padawan war, versuchten er und sein Meister Count Dooku eine Gruppe räuberischer Krieger zu stoppen.
Hierfür stellte sich der junge einem Einzelkampf gegen einen auserwählten Krieger der sogenannten Behru, beging dabei aber einen fatalen Fehler: Im Eifer des Gefechts machte Qui-Gon von der Macht Gebrauch, was von den Beruh als ehrenloser und feiger Regelbruch verurteilt wurde.
Die Behru gingen zum Angriff über, wurden aber (fast) allesamt von Count Dooku in kürzester Zeit umgebracht. Dooku rechtfertigte diese Tat damit, nur so sich selbst und seinen Schüler schützen zu können. Daraufhin wies Dooku ihn dazu an, niemals über diesen Vorfall zu sprechen und ihn zu vertuschen.
Entscheidend ist, wie Qui-Gon mit seinen Sünden umgeht
Zurück in der Gegenwartshandlung des Comics angekommen, sieht sich Qui-Gon mit einem einzigen Überlebenden namens Corlis Rath des Massakers konfrontiert. Doch anstatt dem rachsüchtigen Krieger mit einem Lichtschwert zu begegnen, zeigt Qui-Gon Bedauern, Reue und übernimmt die Verantwortung für die Missetaten von ihm und seinem Meister.
Sein Konflikt mit Corlis Rath wird damit ohne Gewalt gelöst, wodurch Qui-Gon auf ein Neues beweist, wie nahe er der Definition eines wahren Jedi entspricht, wonach jedes Mitglied des Ordens streben sollte.
Das spricht sogar ein junger Obi-Wan Kenobi direkt aus:
Qui-Gon wäre der bessere Meister für Anakin gewesen
Was hat das alles nun mit Anakin Skywalker zu tun? Jedi Knights zeigt, dass sich Qui-Gon und Anakin in vergleichbaren Situationen befanden. Beide Jedi waren aufgrund unkontrollierter Emotionen und mangelhafter Führung ihrer jeweiligen Meister an einem Massaker beteiligt - mal mehr, mal weniger direkt.
Doch wie Qui-Gon damit umgegangen ist, macht den entscheidenden Unterschied. Es lässt sich guten Gewissens behaupten, dass er Anakin als sein Meister nach dessen Massaker an den Tusken-Räubern zurück auf den rechten Weg führen könnte. Denn Qui-Gon hat eine ähnliche Erfahrung durchgemacht und hätte ihm mit Empathie begegnen können.
Ebenso wird die Szene von Episode 2 durch ein kleines Detail noch tragischer: Als Anakin die Mörder seiner Mutter Shmi zur Rechenschaft zieht, hören wir Qui-Gon verzweifelt nach ihm rufen. Wie wir jetzt wissen auch, weil Qui-Gon nachvollziehen konnte, was Anakin durchmachte.
Falls ihr es noch nicht wusste: Bevor Colin Trevorrow ausstieg und durch J.J. Abrams ersetzt wurde, sollte Episode 9 auf den Titel Duel of the Fates hören. Um was genau sich seine Vision für den Abschluss der Skywalker-Saga gedreht hätte, könnt ihr unter den Links oben nachlesen. Dort findet ihr außerdem Infos dazu, was sich gerade sonst noch im Star-Wars-Universum abspielt.
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