Auf der Erde leben über acht Milliarden Menschen, doch auf Steam teilt sich die globale Spielerschaft gerade eine einzige Tastatur.
Wer das kostenlose Jump&Run Jono startet, erlebt ein ungewöhnliches Experiment: Genau eine Person weltweit darf die Spielfigur steuern. Allerdings nur für sechzig Sekunden. Danach übernimmt der nächste Spieler in der Reihe.
Was nach endlosem Frust klingt, sorgt für echte Begeisterung. Jono hat derzeit zu 93 Prozent positive Steam Reviews. Entwickelt wurde das Projekt von Tuomas Erikoinen, der früher als Grafiker am originalen Angry Birds mitwirkte und nun unter dem Studionamen Part Time Monkey eigene Ideen umsetzt.
Das eigentliche Spiel tobt im Warteraum
Im Kern ist Jono ein klassischer 2D-Plattformer. Ihr springt über Stacheln, weicht Fallen aus und sucht Portale. Der Clou ist die Übergabe: Sobald eure Minute abläuft, setzt der nächste Wartende die Partie nahtlos an genau der Stelle fort, an der ieure Spielfigur gestanden habt. Scheitert ihr kurz vor Schluss, muss euer Nachfolger den Fehler ausbaden. Meistert ihr eine knifflige Passage, verhelft ihr allen zum Fortschritt.
Inzwischen wurden so über 100.000 Räume gelöst: Mehr als 5.500 Spieler haben rund 142.000 Bildschirmtode erlebt. Das gehe nun schon über 5.000 Spielstunden so.
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Nur einer darf spielen: Bei Jono wartet die ganze Welt auf euch
Auch wenn wenn ihr nicht spielt, sol Jono unterhalten: Als Live-Show im integrierten Livestream. Im Chat werden Sprünge analysiert, Ratschläge erteilt oder Patzer humorvoll kommentiert. Erikoinen erklärte auf Reddit, das Spiel locke die Leute an, doch »die Unterhaltungen und Witze halten sie dort«. Das kollektive Hoffen und Bangen macht das Warten zum eigentlichen Hauptereignis.
Eine Million Level
Das gemeinsame Ziel ist gewaltig: Die weltweite Community soll eine Million Abschnitte bewältigen.
Wem das reguläre Abenteuer zu zahm erscheint, der wagt sich an den Modus Meat Grinder (Fleischwolf) mit extrem schweren Gemeinschaftsleveln. Ein einziger dieser Abschnitte forderte 2.627 Tode und fast fünf Stunden Spielzeit, ehe jemand den Ausgang fand.
Uns erinnert das in rund einem Monat entwickelte Sozialexperiment an Curiosity von Fable-Erfinder Peter Molyneux, bei dem Millionen Menschen Schichten eines riesigen Würfels abtrugen.
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