Drei Monate Plus im ersten Jahr sparen!

Drei Monate Plus im ersten Jahr sparen!

Steam, Reddit, Twitch, Discord: Warum vier CEOs der wichtigsten Gaming-Plattformen jetzt vor dem US-Kongress aussagen sollen

Nach dem Attentat auf den amerikanischen Polit-Aktivisten Charlie Kirk richtet sich die Aufmerksamkeit des US-Kongress auf Videospiele und ihre Plattformen.

Steam, Reddit, Twitch und Discord sollen sich vor dem US-Kongress zu ihren Anti-Radikalisierungsmethoden äußern. Steam, Reddit, Twitch und Discord sollen sich vor dem US-Kongress zu ihren Anti-Radikalisierungsmethoden äußern.

Der US-amerikanische, rechtspopulistische Polit-Aktivist Charles James Kirk starb am 10. September 2025 im Rahmen eines Attentats. Er wurde auf einer öffentlichen Veranstaltung an der Utah Valley University angeschossen und erlag kurze Zeit später seinen schweren Verletzungen.

Im Netz tobt seitdem eine Debatte über politisch motivierte Gewalt, Radikalisierung und die Rolle des Gamings dabei.

Was hat das Attentat mit Gaming zu tun? 

Der Mörder von Kirk, Tyler R. soll laut FBI-Direktor Kash Patel und Utah Governeur Spencer Cox seine Kugeln beschriftet haben, mit denen er auf Kirk schoss. Unter anderem fanden sich dort Meme-Texte wie »Notices bulge OwO whats this?« oder »Hey Faschist! Fang! ↑ → ↓↓↓«  gestanden haben. 

Während ersteres ein bekanntes Meme aus einem Furry-Rollenspiel ist, erkennen einige von euch im zweiten Zitat die Anspielung auf das beliebte Multiplayer-Spiel Helldivers 2.

Es ist nicht das erste Mal, dass Attentäter mit Memes und Sprüchen aus dem Internet- und Gaming-Kosmos Aufmerksamkeit erregen. 2019 streamte der Attentäter von Christchurch seine Bluttat, bei der er 49 Menschen in einer Moschee erschoss, live auf Twitch. In seinem selbstgeschriebenen Manifest fanden sich ebenfalls unzählige Memes und Hinweise auf den Gaming-Kosmos.

Keine Killerspieldebatte 2.0

Obwohl der Begriff der Killerspieldebatte immer mal wieder fällt und für Aufregung sorgt, fällt dieses Mal nicht das Rampenlicht auf Shooterspiele, sondern auf die digitalen Räume, in denen sich die Täter aber auch viele von uns tagtäglich aufhalten. Die Rede ist von Steam, Reddit, Discord und Twitch. 

Obwohl die Motive des Täters unklar sind, sehen viele einen Zusammenhang zwischen seinen Taten und seiner Nähe zu Online-Community, in denen Gewalt, Popkultur und sarkastische Aussagen eng miteinander verwoben sind. Schon vor Kirks Tod kursieren zu ihm tausende Memes und Clips. Das ist gerade bei hochrangigen Politikern und einflussreichen Personen keine Seltenheit.

Immer wieder werden auch bekannte Figuren und popkulturelle Referenzen genutzt, um politische Statements zu machen. So auch letztens bei Kinderbuchfigur Conni, bei der sich sogar der Verlag selbst zu Wort meldete: 

Hate Speech ist schon lange ein Problem im Netz

Ebenfalls bekannt: Auf Gaming-Plattformen und in sozialen Netzwerken herrscht oft der Wilde Westen. Rassistische, frauenfeindliche, antisemitische oder gewaltverherrlichende Inhalte sind schon lange an der Tagesordnung.

Laut des Statistischen Bundesamtes trifft etwa ein Viertel aller Internetnutzenden in Deutschland im Netz auf Hatespeech. Dabei sind politische Ansichten und Kommentare oftmals das Ziel von Hassrede. Dem Hate-Speech-Report der Forsa-Studie aus 2024 zufolge nehmen Kinder und junge Erwachsene diese digitale Gewalt öfters wahr, als ältere Menschen.

Auch auf Steam sind Hass und gewaltverherrlichende oder gar strafbare Inhalte schon lange keine Neuheit mehr:

In Deutschland und der EU versuchen die Mitgliedsstaaten diesem gigantischen Problem in Form von Verordnungen wie dem Digital Services Act (DSA) Herr zu werden. An den müssen sich auch Plattformen wie Discord, Steam, Twitch und Reddit halten.

In Amerika laufen die Dinge etwas anders. Hier sind mit Blick auf das US-amerikanische Verständnis von Redefreiheit viele Äußerungen, die etwa in Deutschland strafbar wären, erlaubt. Das führt dazu, dass es kaum Einschränkungen im Hate-Speech-Bereich gibt.

Seit dem Amtsantritt des aktuellen US-Präsidenten Donald Trump sind viele Firmen wie Meta (Facebook und Instagram) etwa auch dazu übergangene, ihre Inhaltsmoderation noch weiter zu reduzieren. 

Steam, Discord, Twitch und Reddit sollen Rede und Antwort stehen

Nach dem Attentat an Charlie Kirk scheint sich der politische Wind in den USA allerdings wieder etwas zu drehen. Während für frühere Attentate in den USA die sozialen Medien und Gaming-Plattformen nicht in die Verantwortung genommen wurden, zitiert jetzt der US-Kongress die CEOs der wohl größten und einflussreichsten Gaming-Plattformen zu sich. 

Die politisch motivierte Ermordung von Charlie Kirk kostete einem Ehemann, Vater und amerikanischen Patrioten das Leben. Angesichts dieser Tragödie und anderer politisch motivierter Gewalttaten hat der Kongress die Pflicht, die Online-Plattformen zu überwachen, die Radikale zur Förderung politischer Gewalt genutzt haben.

Um künftige Radikalisierung und Gewalt zu verhindern, müssen die CEOs von Discord, Steam, Twitch und Reddit vor dem Aufsichtsausschuss erscheinen und darlegen, welche Maßnahmen sie ergreifen werden, um sicherzustellen, dass ihre Plattformen nicht für ruchlose Zwecke missbraucht werden.

So heißt es in der offiziellen Mitteilung des US-Kongress. Die persönlichen Vorladungen für Humam Sakhnini (Discord), Gabe Newell (Steam), Dan Clancy (Twitch) und Steve Huffman (Reddit) sind ebenfalls verlinkt. Die Anhörung der vier soll am 8. Oktober stattfinden. Verpflichtend erscheinen müssen sie hier aber nicht.

Bisher gibt es von allen vieren noch keine Äußerungen zu der Einladung des Kongresses.