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Steams neue Zensur-Regelung trifft Dutzende von Spielen, jetzt gibt sich der Drahtzieher hinter allem zu erkennen

Vor wenigen Tagen hat Valve zahlreiche Erotikspiele von Steam entfernt, da Kreditkartenfirmen dem Unternehmen Druck machten. Dahinter will nach eigenen Angaben eine australische Anti-Porno-Gruppe stecken.

Kein Geld mehr für Schmuddel-Spiele auf Steam. Auf Druck von Zahlungsdienstleistern hat Valve zahlreiche Erotikspiele von der Plattform verbannt. Kein Geld mehr für Schmuddel-Spiele auf Steam. Auf Druck von Zahlungsdienstleistern hat Valve zahlreiche Erotikspiele von der Plattform verbannt.

Vor wenigen Tagen berichteten wir, dass Valve eine ganze Reihe von Spielen mit zweifelhaftem Inhalt aus dem Steam-Verkaufskatalog genommen und seine Richtlinien für den Vertrieb im Store verschärft hat.

Dort heißt es nun, dass Spiele, die gegen die Standards und Regeln von Zahlungsdienstleistern verstoßen, im Store nicht mehr angeboten werden können. Das betrifft vor allem Spiele aus dem Bereich Adult Games.

Hintergrund war, so ersten Medienberichten zufolge, der Druck großer Banken und Kreditkartenunternehmen wie beispielsweise Visa, da diese nicht wollen, dass ihre Zahlungsplattform für potenziell illegale oder problematische Inhalte genutzt wird.

Video starten 15:42 Das sind die 15 derzeit meistgewünschten Spiele auf Steam

Diesen Erfolg beansprucht nun eine australische Anti-Pornografie-Gruppe für sich. Die Gruppierung Collective Shout macht vor allem einen von ihnen verfassten öffentlichen Brief sowie ihre an Zahlungsdienstleister gerichtete Verbraucherkampagne für den auf Valve ausgeübten Druck verantwortlich.

Darüber hatte zunächst das amerikanische Onlinemagazin Vice.com berichtet, der Bericht in deren Gaming-Sparte Waypoint wurde allerdings später gelöscht. Dies geschah, so die Autorin auf Social Media, auf Drängen des Verlags angesichts des kontroversen Themas. Autorin Ana Valens und zwei Kollegen kündigten daraufhin bei Waypoint.

Wer oder was ist Collective Shout?

Collective Shout, zu Deutsch Kollektiver Aufschrei, wurde 2010 von der selbsternannten Pro-Life-Feministin Melinda Tankard Reist mitbegründet. Die Gruppe beschreibt sich als basisdemokratische Protestbewegung gegen die Objektivierung von Frauen und die Sexualisierung von Mädchen in Medien, Werbung und Popkultur.

In der Vergangenheit versuchte die Gruppe bereits erfolglos, Auftritte von Snoop Dogg und Eminem in Australien zu unterbinden sowie ein dortiges Verkaufsverbot für Detroit: Become Human zu erreichen. Erfolgreich war dagegen ihre Kampagne, GTA 5 in Australien aus dem Sortiment großer Einzelhandelsketten zu verbannen.

Von ihnen stammte außerdem die Change.org-Petition, die letztendlich dazu führte, dass das Ü18-Spiel No Mercy im April von den Entwicklern zurückgezogen wurde, nachdem mehrere Länder bereits ein Verbot ausgesprochen hatten.

Bereits im Juni hatte die Gruppe in einem Update unter der Petition gefordert, dass Zahlungsdienstleister wie Paypal, Mastercard und Visa ihre Geschäftsbeziehungen mit Steam wegen hunderter Vergewaltigungs-, Inzest- und Kindesmissbrauch-Spiele einstellen. Am 11. Juli folgte ein entsprechender öffentlicher Brief der Gruppe an die Zahlungsunternehmen.

Ob diese Kampagne wirklich einen Einfluss auf Valves Entscheidung hatte, ist aktuell unklar. Es scheint allerdings, als habe Valve nur vier Tage später mit der Löschung diverser Erwachsenenspiele begonnen.

Am 18. Juli meldete sich auch Collective Shout zu Wort: Seit wir unsere Kampagne gestartet haben, haben sie eine neue Regel zu ihren Richtlinien hinzugefügt und Hunderte dieser Spiele entfernt, schrieb die Gruppe auf Twitter. Mitgründerin Tankard Reist schrieb darüber hinaus sehr polemisch:

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Wie groß der Einfluss von Collective Shout und ihrer Agenda letztlich auf den Druck der Zahlungsdienstleister ist, lässt sich nur schwer einschätzen.

Die ehemalige Vice-Journalistin Ana Valens spricht allerdings gegenüber PCGamer von einer nachweislichen Verbindung zwischen der Gruppe und den Löschungen bei Steam: Ich habe den Inhalt eines jeden Artikels genauestens überprüft. [...] Ich hoffe, dass mehr Autoren die klaren und offensichtlichen Anzeichen von Zensur durch Zahlungsabwickler untersuchen, die bei Steam und anderen Seiten aufgetreten sind.

Collective Shout hingegen dürfte sich durch den öffentlichen Erfolg ermutigt fühlen, weitere Inhalte bei Steam zu kontrollieren. Die Spiele, die in dieser ersten Welle von Steam entfernt wurden, hatten allesamt zweifellos fragwürdige Inhalte; allerdings hat Collective Shout in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass ihr Verständnis von Pornografie- und antifeministischen Inhalten noch deutlich umfassender ist.

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