Gute Animation altert nicht
SF 2 ist ein Evergreen auf professionellen Turnieren. Doch Kultstatus und historische Bedeutung in allen Ehren: Für Spieler daheim ist es heute eher für die nostalgische Runde zwischendurch geeignet. Die prägnante Musik, die hohe Zugänglichkeit und der Nostalgiefaktor machen es perfekt für eine eigene kleine Zeitreise in den heimischen vier Wänden.
Wie schnell sich die Welt aber weiterdreht, ist schon in den drei Alpha-Titeln zu spüren. Die Charaktere sind aufwendiger animiert und steuern sich direkter. Außerdem heben sich die Helden auch besser vom Hintergrund ab und sind während der Action leichter erkennbar.
Einen Schritt weiter gehen die Spiele aus der 3er-Riege. Die Präsentation? Großartig! Die Auflösung mag zwar geringer sein, aber die Figuren schwirren in butterweichen Animationen über den Bildschirm, ausgestattet mit liebevollen, handgepixelten Details. Bei manchen Kämpfern sieht das sogar beeindruckender aus als bei so manchen Zeichentrickfilmen. Die Kreatur Twelve ist zum Beispiel eine Art Gestaltwandler, die ihren Körper verformen kann. Wie sie sich rasend schnell vom Zweibeiner in eine Spinne verwandelt etwa - das sieht einfach cool aus!
SF 3 ist das technischste Spiel in der Sammlung, an dem sich Turnier-Profis auch heute noch die Zähne ausbeißen. Das Roster ist hier zwar nicht so umfangreich, doch das Spielsystem ist mit all seinen Combos und Möglichkeiten so tief wie in keinem anderen 2D-Titel aus der Serie. Die absoluten Sahnestücke sind aber SF: Alpha 2 und SF 3: 3rd Strike, bei denen das Gesamtpaket stimmt. Vor allem gilt bei beiden: Easy to learn, hard to master.
Beide Spiele werden nicht umsonst auch heute noch von einer Community mit brennender Begeisterung gespielt. Dass sie sich über ein Jahrzehnt gehalten haben, spricht für ihre hohe Qualität. Dieser lange Zeitraum wird auch im Museum deutlich, das Capcom beigefügt hat. Hier gibt es nicht nur eine gut aufgemachte Zeitlinie, sondern auch überraschend umfangreiche Originaldokumente. Konzeptzeichnungen, Prototypen, verworfene Ideen - alles ins Deutsche übersetzt. Eine Jukebox zum Soundtrack sowie Charaktersteckbriefe sind ebenfalls enthalten.
Kleine Schönheitsfehler
Die perfekte Sammlung also? Nicht ganz. Der fehlende Online-Modus von SF: Alpha 2 dürfte vielen Fans ein dicker Dorn im Auge sein, ebenso das unzureichende Matchmaking-System. Für historisch interessierte Spieler kommt noch ein weiterer Dämpfer hinzu: Sämtliche Winning-Screens wurden im Online-Modus im Sinne des Spielflusses entfernt.
Das sind die Einblendungen, die nach einem erfolgreichen Match gezeigt werden, meist mit einem Portrait des Kämpfers und einem dummen Spruch daneben. Sie haben keinen Einfluss auf das Gameplay, aber sie sind Teil der ursprünglichen Spielerfahrung. Immerhin bleiben sie im Einzelspieler unangetastet.
Ärgerlich sind auch kleine Bugs im Trainings-Modus von SF 2. Dieser wurde auf Wunsch der Fans von Capcom in letzter Minute implementiert. Offenbar mit der heißen Nadel, denn es gibt in seltenen Fällen Probleme mit der Kollisionsabfrage. Schläge, die eigentlich geblockt wurden, gehen zum Beispiel trotzdem durch die Deckung. Das übrige Spiel ist allerdings fehlerfrei. Bei unseren Tests mit dem Online-Modus hatten wir keine Probleme.

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