Mein Tag als Disney-Prinzessin
Ich gebe zu, ich war lange Zeit nicht unbedingt der größte Fan dieses Genres. Meine Vorliebe galt immer eher epischen Schlachten und tiefgründigen Geschichten. Doch dann kam Disney Dreamlight Valley. Meine Frau, die normalerweise eher Gelegenheitsspielerin ist, versank darin für Wochen.
Stundenlang baute sie ihr Tal um, pflanzte Gemüse an und erfüllte Quests für ihre Lieblings-Disney-Charaktere. Ich schmunzelte anfangs, aber ihre Begeisterung war ansteckend. Eines Abends dachte ich mir »Warum nicht?« und lud den Spielstand meiner Frau auf dem Steam Deck.
Zu meiner eigenen Überraschung fand ich mich schnell in diesem gemütlichen Kreislauf aus Sammeln, Bauen und Dekorieren wieder, der so eine ungeheure Sogwirkung entfaltet. Obwohl ich am Ende nicht weitergespielt habe (auch weil ich manch seltene Ressource meiner Frau unwissentlich verkauft und dafür Ärger bekommen habe), kann ich die Faszination des Genres inzwischen sehr gut nachvollziehen.
Es gibt immer etwas zu tun, aber ohne dass ich mich unter Druck gesetzt fühle. Ich bin produktiv, aber setze mir mein eigenes Tempo. Das Gefühl des Fortschritts ist stets präsent, und die Interaktionen mit den Charakteren sind herzerwärmend. Es war eine Art Offenbarung für mich, wie entspannend und erfüllend diese Art von Spielerfahrung sein kann.
Was ich faszinierend und im Kontekt von Tales of the Shire nach wie vor relevant finde: Disney Dreamlight Valley hat bis heute einen Metacritic-Schnitt von 70 Punkten, auf Steam dagegen 91 Prozent positiver Bewertungen.
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Disney Dreamlight Valley zeigt einen Tag in der Sandbox-Sim
Eine andere Zielgruppe, aber nicht weniger wichtig
Genau deshalb glaube ich fest daran, dass Tales of the Shire sein Publikum finden wird - mit ein bisschen Glück sogar ein sehr großes. Denn es bedient eine völlig andere Zielgruppe als die Herr der Ringe-Spiele, die wir sonst kennen - von Action bis Strategie.
Fans des Tolkien-Universums oder auch solche, die es bislang nur mit gewalttätigen Auseinandersetzungen und Jungs-Abenteuern auf der Kino-Leinwand in Verbindung bringen, können sich hier eine friedliche Auszeit im idyllischen Auenland nehmen.
Als Hobbit das eigene Zuhause gestalten, Gärten anlegen, Nachbarn besuchen und ein gemütliches Festmahl zubereiten - ja, das kann tatsächlich Spaß machen! Ich glaube, dass Tales of the Shire hiermit einen Nerv treffen könnte. Denn es besitzt den Charme des Einfachen, des Ursprünglichen, abseits komplexer Gameplay-Mechaniken und aufwendig inszenierter Story-Zwischensequenzen.
Wer kein Interesse an Tales of the Shire hat, muss es nicht spielen - und darf dieser Meinung natürlich auch Ausdruck verliehen. Aber die Realität des Marktes zeigt, dass Vielfalt der Schlüssel zum Erfolg ist. Daher sollte es niemand einfach abtun.
Tales of the Shire mag keine bahnbrechende Grafik oder ein komplexes Kampfsystem bieten, aber es bietet etwas viel Wertvolleres für seine Zielgruppe: eine Rückzugsmöglichkeit, eine Oase der Ruhe und Kreativität in einer Welt, die oft zu schnelllebig ist.
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