Teardown: Warum das Anti-Minecraft zum Steam-Start so gut ankommt

Das ungewöhnliche Physik-Spiel Teardown steigt zum Early-Access-Release auf Steam direkt als Topseller ein und begeistert massenhaft Spieler.

von Christian Just,
30.10.2020 20:06 Uhr

In Teardown reißen wir ganze Gebäude ein - mit komplexer Physik-Berechnung und RTX-unabhängigen Raytracing-Effekten. In Teardown reißen wir ganze Gebäude ein - mit komplexer Physik-Berechnung und RTX-unabhängigen Raytracing-Effekten.

Erst war es nur eine ambitionierte Techdemo, die der Schwede Dennis Gustafsson nutzte, um mit Physik, Zerstörung und Raytracing-Beleuchtung zu experimentieren. Dann entwickelte sich daraus ein Spiel namens Teardown, das am 29. Oktober 2020 schließlich im Early-Access-Programm von Steam erschien.

Und praktisch sofort schlug es in den Topsellern ein, also den derzeit meistverkauften Spielen auf Steam. Spieler überschütten Teardown mit Lob - aus über 1.800 Spieler-Bewertungen errechnet Steam 96 Prozent positive Reviews (»äußerst positiv«). Woran liegts?

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Was feiern und kritisieren Spieler an Teardown?

In den positiven Reviews finden sich vor allem Lob und Anerkennung für die komplexe und dynamische Physik-Berechnung. Teardown nutzt eine eigene Engine, die neben Verformung und Zerstörung verschiedener Materialien auch Wasser, sich ausbreitendes Feuer und Rauch simuliert.

Auch die Raytracing-Beleuchtung stößt bei Spielern auf lobende Worte, zumal zum Betrieb keine RTX-Karte benötigt wird. Entsprechend fallen die Hardware-Anforderungen happig aus - und das obgleich Teardown auf Voxel-Grafik setzt und mit harten Kanten stark an Minecraft erinnert.

Hier ärgern sich einige Spieler in den Reviews auch darüber, dass Teardown etwa beim Einreißen eines großen Gebäudes sogar High-End-Rechner in die Knie zwingt. Hier hätten sich Spieler offenbar schon zum Start des Early Access mehr Optimierung gewünscht. Teardown verlangt mindestens eine Grafikkarte vom Typ Geforce GTX 1060, empfohlen wird sogar eine 1080.

Auch das Missions- und Spieldesign stößt nicht bei allen Nutzern auf Wohlgefallen. Einige kritisieren, dass neue Level erst für den Sandbox-Modus freigeschaltet werden, wenn man eine Mission des jeweiligen Levels in der Story-Kampagne abgeschlossen hat.

Ansonsten überwiegt wie erwähnt der positive Tenor. Immer wieder liest man, wie viel Spaß die Spieler bei ihren Zerstörungsorgien haben. Neben den destruktiven Freuden gefällt einigen auch, dass die Missionen viele Lösungswege bieten.

Wie die Zerstörung in Teardown aussieht, lässt sich am besten anhand bewegter Bilder begutachten:

Teardown: Trailer zeigt die wahnsinnige Zerstörungs-Physik im "Anti-Minecraft" 1:36 Teardown: Trailer zeigt die wahnsinnige Zerstörungs-Physik im "Anti-Minecraft"

Was bietet Teardown im Early Access?

Story-Kampagne: In der Kampagne betreiben wir ein Abrissunternehmen und müssen aus Geldnot diverse dubiose Aufträge annehmen. So stehlen wir etwa eine Reihe von Computern von einem Firmengelände. Hier müssen wir erst einen sinnvollen Pfad freikloppen, -baggern und -sprengen, um vor dem Eintreffen der Polizei mit allen Items zu verschwinden.

Für die Planung und Vorbereitung im Level haben ihr unbegrenzt Zeit, lösen aber mit bestimmten Ereignissen oft einen Countdown aus, weshalb sich unsere Bemühungen auf das Gestalten eines möglichst effizienten Pfades durch die Level richten.

Teardown - Screenshots ansehen

Durch Fortschritt schalten wir derzeit fünf verschiedene Level und 20 Missionen sowie eine Reihe von Werkzeugen und Waffen frei, die uns immer ausgefeiltere Zerstörung erlauben. Auch verschiedene Fahrzeuge wie Sportwagen, Laster und Bagger stehen überall herum und lassen sich sinnvoll für unsere Pläne nutzen.

Sandbox: Alle freigespielten Level und Werkzeuge lassen sich auch frei und ohne definierte Aufgaben als Sandbox spielen. Hier haben wir auch keine Munitions- oder Gasbeschränkung für Items wie die Schrotflinte oder den Schneidbrenner.

Level-Creator: Die Grundlagen für Modder, die eigene Level erschaffen wollen, sind zum Early-Access-Release ebenfalls in Teardown integriert.

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