Schon vor Release sorgte das ungewöhnlichste Feature von The Blood of Dawnwalker für Diskussionen und Besorgnis: Wie, ich habe für die Hauptquest nur begrenzt Zeit? Heißt das, man muss durch die offene Welt hetzen? Das klingt ja nach allem, aber nicht nach entspannten Feierabend-Vergnügen.
Gut, entspannt würde ich Dawnwalker nun wirklich nicht nennen, aber aus Gruselgründen und nicht wegen der viel gefürchteten Zeitmechanik. Die ist nämlich gut durchdacht und eher ein taktisches Element als ein echter Stressfaktor. Ich erkläre euch ganz genau, wie das System funktioniert.
So verstreicht die Zeit im Spiel
Um das gute Ende der Hauptquest zu sehen, habt ihr nach dem Prolog 30 Ingame-Tage und -Nächte Zeit, eure Familie zu befreien. Wer länger braucht, kann das Spiel immer noch abschließen – zu einem vermutlich hohen Preis.
Jeder Tag und jede Nacht bestehen aus je 8 Zeitabschnitten, ergibt also 30 mal 16 Zeiteinheiten bis zum Ende eures Abenteuers.
Grundsätzlich vergeht die Zeit nur, wenn ihr bestimmte Missionen und Aktivitäten erledigt, aber nicht beim reinen Erkunden, Craften und so weiter. Das wird euch an mehreren Stellen im Spiel angezeigt: einmal in eurem Journal, wo die Zeitkosten als goldene Sanduhr neben jeder Quest aufgelistet sind. Allerdings kann es sein, dass weitere optionale Ziele dazukommen und es doch länger dauert.
Die andere Anzeige ist oben rechts in eurem HUD eingeblendet, wenn ihr durch die Open World wandert. In grau wird euch angezeigt, wie viel Zeit eine Aktivität kostet, der ihr euch gerade nähert. Außerdem tickt eine Uhr als Warnhinweis. Manchmal wird auch in Dialogen nochmal extra eingeblendet. welche Option wie lange dauern wird.
Das Erlernen der meisten Skills kostet ebenfalls Zeit, auch das wird durch das goldene Sanduhr-Symbol dargestellt. Überlegt also genau, welche Verbesserungen sich lohnen!
24:04
Open-World-RPG mit erstklassiger Vampir-Geschichte! | Blood of Dawnwalker im Test
Unbedingt beachten: Kleine Fallstricke beim Zeitsystem
Manche Missionen stehen euch nur zu bestimmten Zeiten zur Verfügung. Das wird dann durch eine Sonne (tagsüber, also als Mensch) oder eine Mondsichel (nachts, also als Vampir) angezeigt.
An Schreinen könnt ihr Zeit überspringen – wobei wir euch davon dringend abraten. Sucht euch für Wartezeiten lieber etwas Sinnvolles zu tun, im Zweifelsfall ein paar Vampir-Handlager ausräuchern oder Skills aufleveln.
Wenn eine Mission so viel Zeit beansprucht, dass dadurch die Tagesphase wechselt, wird euch das ebenfalls im Tagebuch aufgezeigt. Das kann wichtig sein, da euch eure Hexen-Fähigkeiten ausschließlich tagsüber, die Vampir-Skills aber nur nachts zur Verfügung stehen.
Manche Missionen haben außerdem einen Timer. Braucht ihr zu lange, dann hat das narrative Konsequenzen. Vielleicht stirbt dadurch eine Nebenfigur oder ein Verbrecher entkommt der gerechten Strafe – so in der Art. Diese Quests erkennt ihr an der zusätzlichen Zeiger-Uhr.
Habe ich genug Zeit für alles?
Nein, wenn ihr die 30 Tage einhalten wollt, dann könnt ihr nicht alle Missionen und Aktivitäten durchziehen. Ihr müsst bewusst einige Dinge auslassen. Laut Entwicklern könnt ihr etwa 80 Prozent des Inhalts bei einem Durchgang sehen.
Wir raten euch, kaputte Schreine auszulassen und euch nicht mit Soldatenlagern aufzuhalten, die nicht story-relevant sind. Beides kostet euch eine Zeiteinheit pro Erledigung und rechnet sich nicht wirklich. Auch mit Skillpunkten solltet ihr nicht verschwenderisch umgehen, meistert lieber Parade-Zeitfenster und Ausweichen.
Nun wisst ihr also Bescheid, wie genau die Zeit in The Blood of Dawnwalker vergeht. Schreckt euch das System immer noch ab oder findet ihr den taktischen Anspruch mal eine nette Abwechslung? Es bringt auf jeden Fall mehr Eile in die Hauptquest, als es etwa bei einem The Witcher 3 der Fall war. Schreibt uns gern eure Meinung.
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