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The Bride werde ich mir kein zweites Mal ansehen und trotzdem bin ich heilfroh, dass ich dafür im Kino war

Franzi musste die Eindrücke von The Bride erst einmal verdauen. Denn obwohl es eine interessante Neuinterpretation der Geschichte von Frankensteins Braut ist, sind einige Kniffe doch nicht komplett durchdacht.

Jessie Buckley und Christian Bale spielen Frankenstein und die Braut. Bildquelle: Warner Bros. Jessie Buckley und Christian Bale spielen Frankenstein und die Braut. Bildquelle: Warner Bros.

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Wir alle kennen Frankensteins Monster oder einfach nur »Frankenstein.« Ich natürlich auch. Da ich aber kein allzu großer Horror-Fan bin und ich mich beim Anblick von grotesken Veränderungen des menschlichen Körpers ziemlich grusele, habe ich mich nie intensiv mit Mary Shelleys Geschichte aus dem Jahre 1818 beschäftigt.

Klar, habe ich hier und da mal eine Umsetzung gesehen – sogar erst kürzlich in der DC-Serie Creature Commandos – aber The Bride arbeitet die Geschichte viel direkter neu auf. Denn im Hauptfokus steht endlich mal wieder die Braut und nicht Frankenstein selbst.

Der Cast – allen voran Jessie Buckley, die erst kürzlich für ihre Hauptrolle in Hamnet für einen Oscar nominiert wurde  – ist dabei sehr überzeugend. Dabei haben Christian Bale als Frankenstein und Buckley als Bride eine tolle Chemie. 

Allerdings will die Geschichte trotzdem nicht so ganz zünden, denn der Film hält sich nicht immer ganz an seine Versprechungen – zum Beispiel was seine Intention betrifft.

Worum geht’s in The Bride?

Video starten 2:39 Ja, es kommt schon wieder ein Frankenstein-Film. Nein, das ist kein alter Trailer. Diesmal geht's um die Braut

In der Hoffnung, endlich eine Lebensgefährtin zu finden, sucht Frankenstein (Christian Bale) im Chicago der 1930er-Jahre die zwielichtige Doktorin Euphronius (Annette Bening) auf. Die beiden buddeln mal eben die Leiche von einer jungen Frau namens Ida aus und beleben sie wieder.

Ida (Jessie Buckley) hat keine Erinnerungen an ihr früheres Leben und entwickelt schnell einen eigenwilligen Freiheitsdrang, der eine radikale soziale Bewegung auslöst. Mit »Frank« stiftet sie in den Straßen von Chicago Chaos und hält die Polizei auf Trab, während sie ebenfalls nach ihrer eigenen Identität sucht. 

In Deutschland heißt der Film The Bride! – Es lebe die Braut und erscheint am 5. März 2026 im Kino.

Für wen ist The Bride interessant?

The Bride ist eine wilde Mischung aus verschiedenen Genres: Horror, Musical, Thriller, Sci-Fi und Drama. Wer jetzt beim Wort »Musical« gleich den Mund verzieht, dem kann ich Entwarnung geben: Die musikalischen Darbietungen halten sich in Grenzen. 

Hier wird demnach nicht alle zwei Minuten getanzt und niemand singt seine Dialogzeilen. Die Performances sind sinnvoll in die Handlung eingebaut und geben den Figuren mehr Tiefe und Persönlichkeit. Als Horror-Musical würde ich den Film demnach nicht beschreiben, eher als Horror mit musikalischen Elementen. Das ist aber längst nicht der einzige künstlerische und theatrale Aspekt von The Bride.

Gemeinsam machen Frankenstein und seine Braut die Straßen unsicher. Bildquelle: Warner Bros. Gemeinsam machen Frankenstein und seine Braut die Straßen unsicher. Bildquelle: Warner Bros.

Die Handlung wird teilweise durch düstere, kurze Monologe unterbrochen, es herrscht eine gewisse Kammerspiel-Atmosphäre und das Design der Braut sieht nicht nach einem gruseligen biologischen Experiment, sondern eher nach theater-typischer Kostümierung aus. Wer nicht gerne ins Schauspielhaus geht oder künstlerischen Umsetzungen nur wenig abgewinnen kann, der sollte sich lieber ein anderes Kinoticket kaufen.

Verfilmungen von Frankenstein gibt’s mittlerweile ja wie Sand am Meer. Erst 2025 widmete sich Filmemacher Guillermo del Toro einer weiteren Umsetzung für Netflix. Im Scheinwerferlicht und vor allem in der Buchvorlage kommt Franks Geliebte jedoch meist zu kurz - oder schlichtweg gar nicht vor. 

Regisseurin Maggie Gyllenhaal gibt ihr hier eine sehr wichtige Aufgabe und Bedeutung. Während Frankenstein sich nur nach Liebe sehnt, steht die Braut unter anderem für den feministischen Wunsch nach Freiheit und der Suche nach einer eigenen Identität in einer männerdominierten Welt.

Operation »Frankenstein braucht Liebe« geht in die heiße Phase. Bildquelle: Warner Bros. Operation »Frankenstein braucht Liebe« geht in die heiße Phase. Bildquelle: Warner Bros.

Das Spannende daran: Auch Mary Shelley wurde zu Lebzeiten und auch später noch stark unterschätzt. Aufgrund der Erstveröffentlichung von Frankenstein unter einem Pseudonym und ihrem jungen Alter (18/19 Jahre) wurde der Autorin vorgeworfen, dass sie das Buch gar nicht selbst geschrieben hat. Damals wurde vermutet, dass ihr Ehemann und Dichter Percy Bysshe Shelley den Roman entweder verfasst oder zumindest großzügig überarbeitet hat. 

Auf einer Metaebene könnte man daher argumentieren, dass die Braut auf eine gewisse Art und Weise ihre Schöpferin Shelley repräsentiert, die sich neben ihrem Mann eine eigene Identität aufbauen will. Jedenfalls würde diese Interpretation dem Film eine weitere Tiefenebene verleihen, die wirklich gut funktioniert.

Stärken und Schwächen von The Bride

Was mir an The Bride gefallen hat:

  • Selbst ist die Frau: Die Idee aus einer Figur – die immer im Schatten ihres Geliebten steht und oft nur »Frankensteins Braut« genannt wird – hervorzuholen und damit auch noch eine feministische Geschichte zu erzählen, ist einfach genial! Der Film zeigt wirklich gut, wie nur eine Person andere Menschen dazu inspirieren kann, sich von alten Normen zu befreien und sich selbst zu finden.
  • Jessie Buckley(!): Der Name muss an dieser Stelle für einen Augenblick für sich allein stehen. Ich weiß genau, warum die Oscar-nominierte Schauspielerin die Rolle der Braut bekommen hat: Sie ist unfassbar gut darin, die verschiedenen Facetten der Figur herauszustellen und schnell zwischen ihnen hin und her zu wechseln. Vor allem in den Dialogen mit Frankenstein gewinnt sie immer mehr an Persönlichkeit und wird mit jedem Wort greifbarer.
  • Christian Bale als Frankenstein: An manchen Stellen hat Bale die Rolle fast ein wenig zu gut gespielt. Warum? Weil Frankenstein eine unangenehme, lüsterne Art an den Tag legt, die mir des Öfteren eine Gänsehaut den Körper hochgejagt hat. Und ich dachte, es geht hier um Liebe! 

Jessie Buckley macht einen phänomenalen Job in der Rolle von the Bride. Bildquelle: Warner Bros. Jessie Buckley macht einen phänomenalen Job in der Rolle von the Bride. Bildquelle: Warner Bros.

Was mir an The Bride nicht gefallen hat:

  • Zwei Kriminalbeamte – aber wofür? Es gibt noch einen kleinen Nebenplot, der die Handlung und Intention des Films vorantreiben soll, aber das funktioniert nicht wirklich. Peter Sarsgaard (Jake) und Penélope Cruz (Myrna) spielen zwei Detectives, die das hinterlassene Chaos von Frankenstein und der Braut untersuchen. Die beiden spiegeln in gewisser Weise die Hauptaussage des Films, denn Myrna hat es als Frau auf Verbrecherjagd nicht leicht. Die Rand-Geschichte tritt jedoch die meiste Zeit auf der Stelle und ist so lose und lieblos mit den Haupt-Ereignissen verknüpft, dass es sie gar nicht gebraucht hätte. 
  • Zu wenig Konsequenzen: The Bride schwingt große Reden von Unabhängigkeit und Identitätsfindung, wird seiner eigentlichen Intention dann aber doch nicht ganz gerecht. Konflikte werden hier auf die einfachste und banalste Art und Weise aufgelöst und hinterlassen keinen befriedigenden Effekt. Vor allem das Ende hat mich dahingehend enttäuscht, aber an dieser Stelle verrate ich mal nicht mehr.
  • Die Welt ist »zu schwarz«: … und zu wenig weiß. Die 1930er-Jahre waren in Chicago sicherlich keine einfache Zeit, aber in diesem Film gibt’s kaum Charaktere, die nicht verdorbene Motive verfolgen oder schlimme Dinge tun. Mir fällt es als Zuschauer enorm schwer mich mit den Figuren zu identifizieren und ich weiß einfach nicht, mit welcher ich überhaupt sympathisieren soll. 

An dieser Stelle möchte ich euch noch eine kleine Empfehlung geben: Wenn ihr euch den Film im Kino anschaut, dann wählt die deutsche Sprachausgabe. Ich habe The Bride in der Originalversion ohne Untertitel gesehen und musste mich sehr konzentrieren, um die eigene Sprache des Films zu verstehen.

Das gesprochene Wort ist dem Roman von Shelley entsprechend an ein formelles und poetisches Englisch der Romantik angepasst. An der ein oder anderen Stelle wird der Dialog auch mehr genuschelt als gesprochen. Nicht-Muttersprachler könnten damit so ihre Probleme haben.

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