Es gibt diese Momente, in denen man einen Trailer sieht und sofort weiß: Das wird teuer. Nicht unbedingt für den Geldbeutel, aber für das eigene Zeitkonto. The Dark West ist genau solch ein Fall. Als ich die ersten Bilder sah, dachte ich erst an einen weiteren Bullet-Heaven-Shooter.
Aber weit gefehlt! Das hier ist ein ausgewachsenes Action-RPG, das in die Fußstapfen von Diablo oder Grim Dawn treten will – nur eben mit Cowboy-Hut, Winchester und einer Wagenladung okkulter Magie. Und meine Güte, sieht das gut aus!
Endlich ein Cowboy-Diablo!
Machen wir uns nichts vor: Das Setting ist hier der eigentliche Star. Wir kennen den düsteren, matschigen Look aus Cryteks Hunt: Showdown. Diese Mischung aus Wildem Westen, Sumpflandschaften und groteskem Horror hat eine ganz eigene Faszination. The Dark West fängt genau diese Stimmung ein, transportiert sie aber in die isometrische Perspektive.
Statt euch wie in einem Extraction-Shooter vor jedem knackenden Ast zu fürchten, dürft ihr hier die klassische Action-Rollenspiel-Machtfantasie ausleben. Ihr seid der einsame Revolverheld, der sich durch Horden von Untoten und Dämonen ballert.
Die Entwickler von Black Hand versprechen eine Welt, in der »Glaube dünn gesät und Hoffnung selten« ist. Optisch heißt das: viel Schatten, stimmungsvolle Beleuchtung und Monster-Designs, die herrlich eklig wirken.
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Endlich ein Cowboy-Diablo: Erster Trailer zur Action-RPG-Hoffnung The Dark West
Looten, Leveln, Pokern
Was The Dark West weiter von der Masse abheben soll, sind spezifische Mechaniken, die das Western-Thema direkt ins Gameplay übersetzen. Es bleibt zwar im Kern ein Hack & Slay mit Loot-Fokus, aber mit interessanten Twists:
- Eure Fähigkeiten werden offenbar durch ein Kartensystem beeinflusst. Ihr stellt Poker-Hände zusammen, die eure Skills und Boni verändern.
- Ein spannendes Risk-Reward-System betrifft den Alkohol. Im Spiel verleiht euch der Konsum Stärke, stumpft aber gleichzeitig eure Sinne ab. Ihr müsst also abwägen: Wollt ihr härter zuschlagen, aber dafür Nachteile bei der Wahrnehmung oder Kontrolle in Kauf nehmen?
Bei aller Begeisterung für das unverbrauchte Setting müssen wir realistisch bleiben. Bisher existieren nur Ankündigungen und Versprechungen auf Papier. Das Studio Black Hand ist ein unbeschriebenes Blatt, und ein gutes Action-RPG steht und fällt mit dem Spielgefühl.
Gerade die angekündigten Mechaniken bergen Risiken: Das Alkohol-System klingt immersiv, könnte sich im Spiel aber schnell als nerviger Störfaktor entpuppen, wenn etwa die Steuerung schwammig wird oder Bildschirm-Effekte die Übersicht rauben. Auch das Poker-System ist ein zweischneidiges Schwert: Action-RPG-Fans lieben Kontrolle über ihre Builds. Wenn der Zufallsfaktor beim Kartenziehen zu hoch ist, könnte Frust entstehen.
Zudem wirft der Umfang Fragen auf: In der Roadmap für die Vollversion ist die Rede davon, mehrere Klassen hinzuzufügen. Das legt den Verdacht nahe, dass zum Early-Access-Start die Auswahl an Charakteren noch sehr überschaubar sein könnte. Ob ein kleines Indie-Team zudem die nötige Abwechslung an Gegnern, Items und Skills liefern kann, um langfristig gegen Platzhirsche wie Grim Dawn oder Path of Exile zu bestehen, muss der Early Access erst noch beweisen.
Early Access noch dieses Jahr
Die Entwickler machen kein Geheimnis daraus, dass sie Feedback brauchen. Der Start in den Early Access ist noch für dieses Jahr geplant und soll etwa ein Jahr andauern. Zum Start sollen bereits mehrere Akte, Bosse und funktionierende Systeme wie Crafting enthalten sein. Für die Vollversion sind dann fünf Akte und ein »einzigartiges Endgame« geplant.
Der Fokus liegt aktuell auf dem Balancing der Beute. Wer also Lust hat, die Entwicklung eines düsteren Western-ARPGs aktiv mitzugestalten – und bereit ist, die Kinderkrankheiten einer frühen Version zu ertragen –, sollte den Titel auf seine Wunschliste setzen.
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