Als Fan von Critical Role wirkt es auf mich immer noch surreal, dass die liebenswerte Gruppe aus Synchronsprechern mit ihren real gespielten DnD-Abenteuern inzwischen bereits zwei grandiose Animationsserien zum Leben erwecken konnte. The Legend of Vox Machina befasst sich mit den Abenteuern ihrer ersten Heldentruppe und startete am 3. Juni in ihre mittlerweile 4. Staffel.
Komplett abgefahren, dass es dazu jemals kommen konnte! Noch verrückter, dass es sich dann auch noch um eine wirklich grandiose Serie handelt. Zwar glaube ich, dass die komplette emotionale Tragweite der Geschichte in der originalen Pen&Paper-Kampagne noch besser zum Tragen kommt – aber wer nicht gerade 400 Stunden Freizeit verballern kann, um sich durch jede Episode zu wühlen, für den ist die Animationsserie ein hervorragender Ersatz.
Und für Fans ohnehin ein Traum, um in Erinnerungen zu schwelgen und dabei zuzusehen, wie die eigene Fantasy zum Leben erwacht.
Nach drei famosen Staffeln war es unklar, ob eine vierte überhaupt noch folgt. Jetzt ist sie aber da und ich kann es kaum erwarten, die neuen Folgen zu sehen – auch wenn ich wirklich gespannt bin, ob Season 4 mit den vorherigen mithält.
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The Legend of Vox Machina: Amazons beste Fantasy-Serie geht in die 4. Staffel
Darum geht es in The Legend of Vox Machina
Falls die Serie bisher an euch vorbeigegangen ist, solltet ihr das unbedingt ändern! Vor allem dann, wenn ihr viel mit Fantasy-Geschichten und erwachsenen Animationsserien anfangen könnt. Wer darüber hinaus eine Passion für Dungeons & Dragons mitbringt, wird gleich dreifach abgeholt.
In The Legend of Vox Machina begleitet ihr die gleichnamige Heldentruppe auf ihren Abenteuern in Tal'Dorei. Anfangs sind die Charaktere noch ziemliche Hallodris, respektlos, aufmüpfig und vulgär – was eben auch daran liegt, dass die Geschichte auf einer realen Pen&Paper-Kampagne basiert und es dort oftmals alberner und ruppiger zugeht als in einem klassischen Fantasy-Roman.
Doch davon solltet ihr euch nicht zu sehr abschrecken lassen. Wie in der Vorlage wandelt sich das über die Zeit. Die Figuren werden mit sehr viel Liebe in Szene gesetzt und die Gruppe wächst immer mehr zusammen. Die Geschichten werden ernster, epischer und reifen emotional. Irgendwann kann man nicht anders, als die Charaktere ins Herz zu schließen.
Handwerklich kann sich die Serie ebenfalls sehen lassen! Es erinnert optisch an klassische Wochenend-Cartoons, aber gemacht ist das alles ganz eindeutig für ein erwachsenes Publikum. Die Animationsqualität ist dabei hervorragend, ebenso wie die Leistungen der Synchronsprecher – wir raten zur englischen Vertonung, dann hört ihr nämlich die realen Spielerinnen und Spieler der D&D-Helden.
Die Herausforderungen von Staffel 4
In Staffel 4 geht die Story weiter, allerdings anders, als viele vielleicht denken. Als Fan der originalen Kampagne habe ich bereits einen guten Eindruck davon, was Vox Machina als Nächstes so bevorsteht. Auch wenn die Serie sich einige Freiheiten und Überraschungen für Kenner der Vorlage herausnimmt, bleibt der grobe Rahmen doch damit identisch. Und das bedeutet, dass Staffel 4 sich an Arc 4 der ersten Kampagne orientiert.
Die erste große Überraschung hier: Wer Fan des großmäuligen Barden Scanlan ist, bekommt den Gnom wohl weniger zu Gesicht als erhofft. Denn Staffel 4 dreht sich vollständig um dessen Nachfolger in der Gruppe: Taryon Darrington. In der Vorlage werden beide Charaktere vom selben Spieler verkörpert – Sam Riegel –, in der Animationsserie schlüpft Wayne Brady in die goldene Rüstung.
Aus Spoilergründen verrate ich hier nicht allzu viel über Tary, doch der menschliche Abenteurer sollte einen unterhaltsamen Ersatz für den Gnom darstellen. Die liebgewonnene Gruppendynamik von Vox Machina wird dadurch aber zwangsweise ein wenig aufgebrochen.
Eine weitere Herausforderung für Staffel 4 ist der Story-Rahmen. Denn in Act 4 gibt es keine eindeutige Bedrohung. Während in Staffel 1 noch die Briarwoods als Schurken auftreten und in Staffel 2 und 3 die Chroma-Conclave, bereitet Staffel 4 die Ankunft des finalen Endgegners vor.
Das ist zwar enorm reizvoll und wahrscheinlich wird hier schon viel von der düsteren Stimmung, die in Staffel 5 vermutlich vorherrscht, angedeutet – aber es birgt eben auch die Gefahr, dass sich Staffel 4 etwas zerfaserter oder nach einem reinen Übergang anfühlen könnte.
Es wird spannend, wie und ob The Legend of Vox Machina diese Gefahren entschärft.
Die Chancen von Staffel 4
Bei all den Herausforderungen bin ich allerdings nicht sonderlich besorgt, dass das Team hinter der Serie sie bewältigt. Das liegt auch daran, wie besonders die Entstehungsgeschichte von The Legend of Vox Machina ist. Bei der Serie sitzen keine uninformierten Fremdkörper in entscheidenden Positionen, die kein Gespür für die Vorlage haben.
Die Serie wird von den Erfindern von Critical Role federführend verantwortet. Der gesamte Cast ist involviert und sie alle treibt eine seit Jahren spürbare Leidenschaft für ihre Charaktere und die Welt voran. Ich glaube einfach nicht, dass diese Gruppe aus Kreativen leichtfertige Entscheidungen fällt. Wie oft kommt es etwa vor, dass ein Synchronsprecher eine Rolle verkörpert, die er sich selbst ausgedacht hat?
Und auch wenn Staffel 4 einen Übergang darstellt, ist es doch ein Übergang zum großen Finale. Und da ich schon weiß, worauf das hinausläuft, bin ich sehr optimistisch, dass hier schon viel davon zu sehen sein wird. Dass erste Hinweise auftauchen, erste Anzeichen deutlich werden und der Ton der Serie sich auf die Ankunft des Oberschurken vorbereitet. Darauf freue ich mich!
Ein kleines Durchatmen kann einer so epischen Highfantasy-Geschichte wie bei Vox Machina auch nur guttun. Die Welt muss sich immerhin erst einmal wieder ordnen, bevor eine neue Bedrohung sie abermals an den Abgrund drängen kann.
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