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The Running Man in der Filmkritik: Ich bin enttäuscht vom besten Actionfilm des Jahres

Für Vali ist The Running Man ein fantastischer Actionfilm! Aber ein nicht ganz so fantastischer Edgar-Wright-Film …

The Running Man startet am 13. November 2025 in den deutschen Kinos. Bildquelle: Paramount Pictures The Running Man startet am 13. November 2025 in den deutschen Kinos. Bildquelle: Paramount Pictures

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Einer meiner absoluten Lieblings-Regisseure legt einen 38 Jahren und sträflich unterschätzten Action-Klassiker mit Arnold Schwarzenegger neu auf? Say no more!

Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass ich 2025 keinem anderen Film mehr entgegengefiebert habe, als The Running Man. Immerhin kommt der von dem Kerl, der mit Shaun of the Dead, Hot Fuzz oder Scott Pilgrim vs. the World eine Handvoll moderne Kino-Klassiker abgeliefert hat, die natürlich meine Filmsammlung schmücken.

Meine Erwartungen waren also hoch und meine Hoffnungen groß, dass sich The Running Man ebenfalls dazu gesellt. Die Chancen standen gut, denn die Neuverfilmung des Stephen-King-Romans bekam das bisher größte Budget eines Edgar-Wright-Films und mit Glen Powell, Josh Brolin und Colman Domingo sind ein paar Top-Darsteller am Start.

Vor dem regulären Kinostart am 13. November 2025 konnte ich mir bereits ein Bild von The Running Man machen und - was soll ich sagen - wurde verdammt gut unterhalten. Edgar Wright hat einen der besten, wenn nicht sogar den besten Actionfilm des Jahres abgeliefert und trotzdem bin ich enttäuscht.

Wie passt das also zusammen?

Vali Aschenbrenner
Vali Aschenbrenner

2025 war bisher ein ziemlich gutes Jahr für das Action-Kino. Ballerina, Thunderbolts, zwei Predator-Filme (Killer of Killers und Badlands) und auch Superman zählen in Valis Augen definitiv zu den großen Highlights. The Running Man hätte für ihn alle anderen Filme abhängen sollen - vielleicht hat Vali deswegen auch ein bisschen zu viel davon erwartet.

(Wie so oft) eine düstere Zukunfts-Prognose

Kommen wir zuerst zur Story: Bei Edgar Wrights The Running Man handelt es sich genau genommen um keine Neuauflage des Schwarzenegger-Films von 1987. Stattdessen knöpft sich der Kult-Regisseur Stephen Kings Romanvorlage vor und erlaubt sich wesentlich weniger Freiheiten als noch Paul Michael Glaser vor ihm.

In einer dystopischen Zukunft, die uns näher sein könnte, als uns lieb ist, haben Mega-Konzerne die Wirtschaft, die Medien, das Gesundheitswesen und die Politik fest im Griff. Wenn ihr Cyberpunk 2077 kennt, wisst ihr, wie das für die einfache Bevölkerung läuft: nicht so prickelnd.

Konkret dreht sich die Handlung um den großherzigen Hitzkopf Ben Richards (Powell), der sich einmal zu oft für seine Kollegen gegen die erbarmungslose Ausbeutung durch seine Arbeitgeber stark gemacht hat. Jetzt steht er bei jedem Mega-Konzern auf der schwarzen Liste - bis auf einem: dem Veranstalter der berüchtigten Gameshow The Running Man.

Dabei laufen Teilnehmer 30 Tage lang um ihr Leben, während ihr Preisgeld mit jedem erreichten Meilenstein steigt. Der Clou ist, dass sich nicht nur schwer bewaffnete Profikiller an ihre Fersen haften, sondern auch das sensationslüsterne Publikum auf Blut aus ist. Und dann muss Ben Richards auch noch feststellen, dass Produzent Dan Killian (Josh Brolin) in seiner TV-Show nichts dem Zufall überlässt.

Video starten 2:47 The Running Man: 38 Jahre nach Arnold Schwarzenegger ist jetzt Glen Powell auf der Flucht

Edgar Wright steht drauf, aber steckt Edgar Wright auch drin?

Lasst mich an dieser Stelle gleich mal das Pflaster abreißen: The Running Man ist der konventionellste Film von Edgar Wright geworden - und damit in meinen Augen auch der schlechteste. Denn die sehr eigenwillige und damit auch einzigartige Handschrift des Regisseurs kommt hier nur sehr selten zum Vorschein.

Wer auf eine kreative Kombination aus Action und Comedy wie in Hot Fuzz, die gewieften Übergänge und schnellen Schnitte aus Shaun of the Dead, das Übermaß an Popkultur-Referenzen wie in Scott Pilgrim oder die Kombination von Musik und Sound wie in Baby Driver hofft, dürfte von The Running Man enttäuscht werden.

Nicht falsch verstehen! Das soll nicht bedeuten, dass diese Elemente in The Running Man gar nicht vorkommen. Doch im direkten Vergleich zu Wrights vorangegangenen Filmen spielen sie eine wesentlich kleinere Rolle und sind extrem rar gesät.

So bleibt mein absolutes Highlight des Films, eine Sequenz, in der sich Ben Richards in einem Apartment-Komplex ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel liefert, das live im Fernsehen übertragen wird. Während die Kamera also primär Ben verfolgt, weiß ich dank des stimmungsvollen Live-Kommentars von Running-Man-Moderator Bobby T. (Domingo) ganz genau, was sich gerade auf der Straße, auf den Fluren und vor Bens Tür abspielt.

Das ist nicht nur extrem clever und atmosphärisch, sondern auch extrem spannend!

Ben Richards ist übrigens nicht der einzige Runner auf der Flucht vor den Hunters von The Running Man. Mit dabei ist auch Katy OBrian aus The Mandalorian, Ant-Man 3, Twisters oder Mission: Impossible 8. Bildquelle: Paramount Pictures Ben Richards ist übrigens nicht der einzige Runner auf der Flucht vor den Hunters von The Running Man. Mit dabei ist auch Katy O'Brian aus The Mandalorian, Ant-Man 3, Twisters oder Mission: Impossible 8. Bildquelle: Paramount Pictures

Jammern auf ganz hohem Niveau

Dabei handelt es sich aber um eine der wenigen Ausnahmen und deswegen fühlt sich The Running Man größtenteils nicht unbedingt wie ein Edgar-Wright-Film an. Sondern stattdessen wie ein guter Actionfilm, den ein sehr kompetenter Regisseur in Szene gesetzt hat.

Denn The Running Man macht vieles richtig - von der spektakulären Action, über die erschreckend aktuelle Kritik an Kapitalismus, Industrie und 1 Prozent, die vor Satire geradezu strotzt, bis hin zu den durch die Bank starken Performances. Gerade Glen Powell, Josh Brolin und Colman Domingo spielen sich regelmäßig gegenseitig an die Wand, während der restliche Cast mit einigen angenehmen Überraschungen daherkommt, die ich euch an dieser Stelle nicht vorwegnehmen möchte.

Dem Set-Design sieht man zu jeder Sekunde an, wie viel Geld in die Produktion von The Running Man geflossen ist und gerade in der ersten Hälfte könnte man meinen, Ben Richards würde in Night City um sein Leben rennen. Wright verbeugt sich außerdem mit seiner bissigen Gesellschafts-Satire unmissverständlich vor Paul Verhoevens RoboCop oder Starship Troopers und muss sich vor seinen großen Vorbildern nicht verstecken.

Nur gegen Ende scheint es so, als wäre Wright trotz einer Laufzeit von zwei Stunden und 13 Minuten die Zeit ausgegangen. Recht spät werden zu viele neue Figuren eingeführt, während die Geschichte etwas sehr bequem auf ein relativ abruptes Ende hingebogen wird. Kein Beinbruch für The Running Man, aber man darf guten Gewissens die Frage stellen, ob der dritte anstelle des zweiten Akts von etwas mehr Aufmerksamkeit profitiert hätte.

Wollt ihr ordentliche Action mit einem charismatischen Hauptdarsteller und einer bissigen Gesellschaftskritik, die wir aktuell nicht genug um die Ohren geschlagen bekommen können, macht ihr mit The Running Man wenig falsch. Erwartet nur keinen richtigen Edgar-Wright-Film, denn sonst werdet ihr so wie ich enttäuscht.

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