The Witcher 3 in First Person? Level-Designer erklärt, warum das nicht klappt

Im Twitch-Stream erklärte ein Level Designer von CD Project Red, warum eine Egoperspektive für das dritte Hexer-Spiel nie offiziell umgesetzt wurde.

von Stephanie Schlottag,
26.04.2020 11:43 Uhr

Dass The Witcher 3 keine Ego-Perspektive bekam, liegt natürlich nicht an Geralts Augen. Dass The Witcher 3 keine Ego-Perspektive bekam, liegt natürlich nicht an Geralts Augen.

Warum gab es eigentlich nie eine First-Person-Option in The Witcher 3, obwohl viele Fans sich zumindest die Möglichkeit gewünscht haben? Diese Frage - und mehr - beantwortete der Senior Level Designer von CD Project Red, Miles Tost, in unserem Twitch-Livestram auf MAX.

Kurz zusammengefasst: Eine Egoperspektive von Geralt hätten die meisten Spieler wohl zum Kotzen gefunden, und zwar ganz wortwörtlich.

Was sind die Witcher-Wochen bei GameStar?

Weil Cyberpunk 2077 verschoben wurde, haben wir uns einfach den ursprünglichen Release am 16. April geschnappt, um noch einmal in Erinnerungen zu schwelgen. Die nächsten zwei Wochen widmen wir ganz dem Open-World-Epos The Witcher 3 und nehmen euch mit auf eine virtuelle Reise durch Novigrad, Velen, Skellige und Co. um die Geheimnisse und Geschichten zu ergründen, die CD Projekts Meisterwerk so einzigartig und besonders machen. Egal ob in Artikelform, als Video und Livestream und natürlich auch als Podcast.

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Kampfsystem ist völlig ungeeignet

Während die First-Person-Ansicht für die Erkundung der offenen Spielwelt kein Problem gewesen wäre, hätte Geralts dynamischer Kampfstil definitiv umgekrempelt werden müssen. Immerhin spielen schnelle Bewegungen wir Ausweichrollen und Pirouetten darin eine wichtige Rolle.

Wie Tost erklärt, gab es zwar »ein paar Tests« für eine Ego-Sicht, aber wenn die Kamera bei diesen Manövern an Geralts Kopf fixiert gewesen wäre, wäre Spielern schnell schwindlig und übel geworden.

Die Kämpfe noch einmal komplett umzudesignen, nur um die Option der First Person anzubieten, wäre ein übertriebener Aufwand gewesen und hätte wohl auch mehr Probleme erzeugt als gelöst. Für was vor Herausforderungen CD Projekt beim Design der offenen Spielwelt von The Witcher 3 stand, erfahrt ihr im großen Hintergrundreport:

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Modder haben es bereits versucht

Die Modding-Community wäre natürlich nicht die Modding-Community, wenn sie es nicht versucht hätte. Bereits kurz nach Release gab es die ersten Mods, die ermöglichen sollten, The Witcher 3 aus der Ego-Perspektive zu erleben. 2016 schauten wir uns im Praxis-Test an, warum das nicht wirklich gut geklappt hat. Ein Rückblick:

The Witcher 3: Wild Hunt - First Person Mod im Praxistest 4:56 The Witcher 3: Wild Hunt - First Person Mod im Praxistest

Diese Mod scheint mittlerweile übrigens nicht mehr zum Download zur Verfügung zu stehen. Seitdem hat sich nicht wirklich etwas getan: Auch bei nexusmods findet sich nur noch eine einzige, vier Jahre alte First-Person-Mod. Deren Reviews sind äußerst durchwachsen - die Argumentation des Level-Designers entspricht nun mal der Wahrheit. Geralt steuert sich am besten aus der Third Person.

Falls ihr keine Angst vor Motion Sickness kennt und wissen wollt, wie ein Monster-Kampf mit so einer Mod aussehen würde, solltet ihr mal einen Blick in dieses Youtube-Video von »M R« werfen, der eine Szene aus Blood and Wine zeigt. Wir haben euch gewarnt.

In ihrem neuen Spiel Cyberpunk 2077 beschreitet CD Project den komplett entgegengesetzten Weg. Dort gibt es fast ausschließlich Ego-Perspektive, ihr werdet nicht auf die Schulter-Sicht umstellen können. Euren Spielcharakter V bekommt ihr nur in ausgewählten Zwischensequenzen zu sehen - nicht alle Fans finden diese Idee gut. Wir diskutierten die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Perspektiven im Video.

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