Thermomix TM7 nach einer Woche: Das hat mir gefallen – und das nicht

Kurz und gut: Im Prinzip ist das Gerät narrensicher – bis auf einen kleinen Hebel.

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Das habe ich bisher zubereitet

Sieben Tage steht der Thermomix TM7 nun bei mir auf der Arbeitsplatte und ich habe als absoluter Neuling bereits einige Stunden auf dem Tacho. Ich habe bisher zubereitet:

  • Risotto
  • Kuchen
  • Karamellsoße
  • Gyoza (im Dampfgarer)
  • Slush-Eis
  • Weichgekochte Eier

Von allen bisherigen Gerichten ist der Kuchen noch das fotogenste – und war auch das aufwändigste. (Bild: Maxe S., GameStar) Von allen bisherigen Gerichten ist der Kuchen noch das fotogenste – und war auch das aufwändigste. (Bild: Maxe S., GameStar)

Nachstehend lest ihr, was mir positiv aufgefallen ist, und was mir nicht gefallen hat.

Thermomix TM7: Das gefällt mir

Narrensichere Bedienung

Zugegeben: Meine Mutter hat einen Thermomix TM5. In Aktion gesehen habe ich so ein Teil also schon mal. Wo vorher ein Bildschirm und Drehregler saßen, findet sich jetzt nur ein Touchdisplay – und ich finde, das erleichtert die Bedienung immens.

Gerade in der heutigen Zeit, in der fast alle Smartphones besitzen oder viele schon mal ein Tablet in der Hand gehalten haben, ist das eine logische Entwicklung zum TM6. Die Steuerung war für mich direkt intuitiv.

Auch der Topf lässt sich nur in eine Richtung aufsetzen. Sitzt der richtig, leuchtet ein grüner Streifen – der seine Farbe zu Gelb und Rot ändert, je nachdem, wie heiß der Topf ist.

Rot: Achtung, heiß! Gelb: Erwärmt Rot: Achtung, heiß! Gelb: Erwärmt

Signalfarben geben an, wie heiß es im Innern des Kochtopfes ist. (Bilder: Maxe S., GameStar)

Übersichtliche Software

Schon bei der Ersteinrichtung hätte ich darauf schwören können, dass ich hier gerade Android vor mir habe. Das OS basiert auf einem Linux-Kernel (wie Android) und sieht dem Handy-Betriebssystem zum Verwechseln ähnlich.

Und das ist gut so. Dadurch kommen auch Nutzer und Nutzerinnen, die nicht so tech-affin sind, gut zurecht, weil sie die Bedienung ähnlich von ihrem Handy kennen. Schlauer Move.

Die Software selbst ist im Grunde selbsterklärend. Das Startmenü lässt sich individualisieren. Über ein Menü an der linken Seite komme ich zu Rezepten, Einstellungen oder dem freien Kochen.

Nutze ich Cookidoo, die hauseigene Rezeptbibliothek, bekomme ich bei jedem Rezept erst mal eine allgemeine Übersicht und hangle mich dann mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung durch die Zubereitung.

Das ist kinderleicht, im wahrsten Sinne des Wortes. Es kann im Grunde nichts schiefgehen. Ein Beispiel gefällig? Im Deckel des Thermomix befindet sich ein NFC-Chip und wird der nicht vom Kochtopf erkannt, geht’s gar nicht erst los. Ein richtig guter Failsafe.

Hinzu kommen clevere Kleinigkeiten wie das bereits genannte Lichtwarnsignal oder das automatische Abhaken von Zutaten. Im nachstehenden Clip seht ihr, wie die Software 200 Gramm Zucker automatisch abhakt, sobald sie sich im Topf befinden. Ach ja, das, was ihr im Hintergrund hört, ist nicht der Thermi, sondern meine Spülmaschine. Nicht irritieren lassen.

Video starten 0:11 Thermomix TM7: Rezeptposten werden abgehakt

Klar, auf den ersten Blick mag das völlig trivial wirken, aber den Klick spart man sich einfach und bei einem Rezept mit über 20 Schritten gibt das eine ordentliche Dividende.

Wahnsinnige Feature-Vielfalt

Wenn mich eines an Küchengeräten nervt, dann dass sie meist nur für ein, zwei Funktionen braucht. Danach verstauben sie im Schrank oder auf der Arbeitsfläche. Besäße ich den TM7, würde er bei mir direkt sieben (!) Geräte schlichtweg überflüssig machen:

  • Handrührgerät
  • Slow-Cooker
  • Reiskocher
  • Eierkocher
  • Mixer
  • Stabmixer
  • Wasserkocher

In professionellen Küchen sieht man immer wieder Thermomix-Geräte stehen und genau das ist der Grund. Die 20 angepriesenen Features sind nicht nur Augenwischerei, man nutzt viele davon wirklich. 

Ob ich am Ende meine Frühstückseier doch im Topf, dem Eierkocher oder Thermomix mache, steht auf einem anderen Blatt. Zumindest die nächsten vier Wochen wird mein Eierkocher sonntags jedenfalls kein Tageslicht sehen, auch, weil sie im TM7 perfekt werden und in meinem Eierkocher nicht.

Cookidoo lohnt sich für Leute wie mich

Ja, man kann den Thermomix problemlos zum freien Kochen verwenden (wie in besagten professionellen Küchen), wenn man weiß, was man tut. Vorwerk stellt euch allerdings mit der Cookidoo-App einen Rezept-Sparringspartner zur Seite.

Über Cookidoo findet ihr richtig viele Rezepte, die sich auf die absurdesten Arten und Weisen filtern lassen.

  • Küchen: Italienisch, griechisch, japanisch usw.
  • Festtage: Weihnachten, Geburtstage und Co.
  • Tageszeiten wie Frühstück, Mittag, Abend, 5-Uhr-Tee
  • Bestimmte Zutaten, die vielleicht wegmüssen.

Aktuell stehen mir über 15.000 Rezepte zur Verfügung. Klar, davon doppeln sich manche auch, aber am Ende hat man immer noch eine riesige Auswahl. (Bild: Maxe S., GameStar) Aktuell stehen mir über 15.000 Rezepte zur Verfügung. Klar, davon doppeln sich manche auch, aber am Ende hat man immer noch eine riesige Auswahl. (Bild: Maxe S., GameStar)

Zuhause überlegen wir uns immer Gerichte für die kommenden Tage und wer von euch das auch macht, weiß, wie ätzend das sein kann. Mit den Plus 15.000 Rezepten kann ich mich einfach treiben lassen und gucken, was mich anspricht. 

Logisch, das könnte ich im Internet ebenso machen, aber die Software erlaubt mir direkt, loszulegen, wenn ich will, oder Zutaten in meinen Einkaufswagen des Rewe-Lieferdienst zu legen, wo ich ohnehin oft einkaufe. Letztere Funktion hängt aber von eurem Wohnort und den Anbietern ab.

Ein Geschmäckle hat Cookidoo aber doch: ein Abosystem. Um auf die Rezepte zuzugreifen, berappt ihr 60 Euro im Jahr. Nötig ist ein Abo nicht, um den Thermomix zu benutzen, man kann auch alles im freien Kochen von Hand nachmachen.

Thermomix TM7: Das gefällt mir nicht

Der wichtigste Hebel des ganzen Geräts

Und ich spreche nicht vom Kippschalter, der den Thermomix hochfährt (den ich tatsächlich ziemlich befriedigend zu drücken finde), sondern diesen hier:

Von diesem Hebel hängt alles ab – wortwörtlich! (Bild: Maxe S., GameStar) Von diesem Hebel hängt alles ab – wortwörtlich! (Bild: Maxe S., GameStar)

Seit dem TM7 gibt es einen schwarzen Übertopf, der dafür sorgt, dass ihr euch nicht die Griffel verbrennt und den Edelstahltopf einfach entnehmen und in den Spüler stellen könnt.

Zusammengehalten wird das Konstrukt von jenem silbergrauen Hebelchen oben im Bild.

Super, weil einfach zu bedienen, aber vergesst ihr, den Hebel zuzuziehen, ist schnell ein Malheur passiert. Der Topf ist dann nämlich nicht dicht.

  • Es gibt keinen optischen Hinweis, dass der Hebel zu ist.
  • Es gibt keine Erinnerung in der Software, den Hebel zu schließen.
  • Es gibt kein Failsafe, dass der Topf womöglich nicht auf die Station passt, wenn der Hebel offen ist.

Am liebsten wäre mir, dass wenn Über- und Edelstahltopf nicht versiegelt sind, ich das Konstrukt gar nicht auf den Motor setzen kann. Ansonsten habt ihr wegen eines kleinen Hebelchens schneller ‘ne Sauerei, als ihr gucken könnt.

Da muss Vorwerk meiner Meinung nach dringend nachbessern. Bastle ich den TM7 nach dem Spülen zusammen und vergesse, den Hebel zu ziehen, hat mein Zukunfts-Ich am nächsten Tag ein Problem.

Kein Ausguss

Mir fehlt am Topf eine richtige Schnaube, um flüssige und dickflüssige Inhalte besser ausgießen zu können. Um mir mein Risotto in den Teller zu schütten, reicht es.

Sobald ich aber Getränke ausgieße oder – Gott bewahre – Karamellsoße in ein Glas, dann wird’s haarig. Bei letzterem geht’s sogar noch, wenn ich mit dem Spatel arbeite und vorsichtig bin, aber spätestens bei gecrushtem Eis oder einem Getränk mache ich eine Sauerei.

Ein Slushie ist sehr erfrischend, aber legt euch fürs Ausschenken besser einen Lappen bereit. (Bild: Maxe S., GameStar) Ein Slushie ist sehr erfrischend, aber legt euch fürs Ausschenken besser einen Lappen bereit. (Bild: Maxe S., GameStar)

Rührzeiten sind manchmal nicht ausreichend

Das ist jetzt vielleicht ein wenig pingelig, aber gerade bei Teigen könnten die Rühr- oder Knetzeiten in den Rezepten noch ein bisschen länger sein. Manchmal ist das Mehl nicht optimal eingearbeitet oder die Zutaten nicht zu meiner Zufriedenheit vermischt.

Kein Beinbruch, weil ich ja manuell nochmal nachsetzen kann. Heißt für mich aber auch: Ich überprüfe lieber ein zweites Mal, ob alles passt und vertraue nicht blind.

Besonders praktisch finde ich das Schmelzen von Schokolade. Im Wasserbad ist das immer ein Akt, im Thermi-Topf aber ganz easy. (Bild: Maxe S., GameStar) Besonders praktisch finde ich das Schmelzen von Schokolade. Im Wasserbad ist das immer ein Akt, im Thermi-Topf aber ganz easy. (Bild: Maxe S., GameStar)

Rezepte mit Stolperfallen

Sei schlau, lies genau: Das habe ich mir geschworen, als ich zu viel Parmesan in mein Pilz-Risotto gegeben habe.

  • Laut Rezept sollte ich 100 Gramm Parmesan mahlen.
  • In einem späteren Schritt verlangt das Rezept, dass ich den gemahlenen Parmesan unter das Risotto hebe.

Der gravierende Unterschied: Laut dem Rezept in der Übersicht sollte ich bloß 50 Gramm unterheben und nicht die vollen 100 Gramm. Der Rest war nämlich zum Nachwürzen am Tisch gedacht. Das hat mir die Schritt-für-Schritt-Anleitung allerdings verschwiegen.

Deshalb habe ich auch hier wieder gelernt: Ich vertraue nicht blind, ich lese vorher immer noch mal das Rezept durch.

Thermomix TM7: Was mir sonst noch aufgefallen ist

Nachstehend nenne ich euch noch einige Aspekte, die mir aufgefallen sind, die aber weder einen besonders positiven noch negativen Eindruck hinterlassen haben.

  • Der Thermomix wandert bei mir nicht. Ich weiß von meiner Mutter, dass wenn das Gerät richtig loslegt, eine Unwucht entsteht, weswegen der Thermomix »wandert«. Das ist schlecht, wenn er sich wie ein Lemming über die Kante der Arbeitsplatte stürzt. Mir ist das mit dem TM7 nicht passiert.
  • Cookidoo ist nicht vonnöten. Ja, die Rezeptbibliothek ist gigantisch und die Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind super (wenn auch nicht perfekt). Wer ein bisschen mehr Erfahrung auf der Pfanne hat (Achtung, Wortspiel), der kann sich die 60 Euro im Jahr sparen und Rezepte trotzdem einfach nachkochen.
  • Der Thermomix ist relativ leise. Klar, wenn ich auf Stufe 10 Mandeln für meinen Tortenboden häcksle oder Eis crushe, macht das Lärm. Wenn ich aber eine Soße, Suppe oder ein Ragout koche, blubbert das Gerät fast schon beruhigend monoton vor sich hin.

Video starten 0:18 Thermomix TM7: So laut ist das Gerät

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