Seit Total War: Warhammer standen Heldenfiguren fast immer im Mittelpunkt einer Fraktion. Selbst historische Ableger der Reihe wechselten von einem Stammbaum mit vielen Charakteren zu Fraktionen, die von einem Charakter geprägt wurden.
Doch schon bei Three Kingdoms wurde deutlich, wo das Problem dabei liegt. Deckt die Geschichte viele, viele Jahre ab, sterben diese legendären Anführer irgendwann und die Fraktion verliert ihren Reiz. Total War: Medieval 3 wird das nächste richtig klassische Total War mit einem historischen Setting und hier hat man sich deshalb für einen völlig neuen Umgang mit Charakteren entschieden. Dieser Umgang erinnert dabei sehr an Crusader Kings.
Details dazu wurden erst kürzlich in einem Stream enthüllt, in dem die führenden Entwickler hinter Medieval 3 den aktuellen Entwicklungsstand des Spiels präsentierten.
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Endlich wieder Mittelalter - Total War: Medieval 3 hat Großes vor
Dynastien dominieren
In Medieval 3 soll der Fokus von einzelnen Figuren weggelenkt und dafür mehr Augenmerk auf die Dynastien gelegt werden. Fürs Spiel relevante Charaktere gehören damit immer zu bestimmten, adeligen Häusern innerhalb eures Reichs. Jeder dieser Charaktere kann dabei auch alle Aufgaben übernehmen.
Es gibt nicht mehr wie früher Geheimagenten, Diplomaten oder Generäle. Ihr könnt jeden adeligen Untertan genau da einsetzen, wo es am besten erscheint. Allerdings sollen solche Charaktere durchaus rar gesät sein und sich wie eine wertvolle Ressource anfühlen.
Ein Talentbaum existiert nicht. Stattdessen erhalten Charaktere bei der Geburt und durch ihren Einsatz gewisse Eigenschaften. Also etwa loyal, egoistisch, charismatisch, hitzköpfig oder tyrannisch. Sie haben auch gewisse Attribute wie Autorität, Intelligenz oder Tapferkeit. Solche Attribute und Eigenschaften werden an ihre Nachkommen vererbt.
Somit stärken wir nach und nach eine ganze Dynastie, die dann besonders viele fähige Generäle oder Diplomaten hervorbringt. Stirbt mal einer in einer Schlacht oder an Altersschwäche, ist der gesamte Fortschritt dadurch nicht verloren.
Zwar soll es auch noch berühmte, historisch belegte Charaktere geben – doch die tauchen auf und gehen dann wieder. Womöglich könnt ihr sogar einem völlig unbekannten Adeligen zu größerem Ruhm verhelfen als Richard Löwenherz.
Ränkespiele und Intrigen
Die Dynastien sind aber nicht nur dafür gedacht, einen durchgehenden Spielfortschritt zu ermöglichen. Sie sind nicht an euer eigenes Reich gebunden. Die gleiche Familie kann genau so gut Abkömmlinge in Nachbarregionen aufweisen. Hat die Familie eures Anführers bei den Nachbarn fußgefasst, könnt ihr einen gewissen Einfluss ausüben.
Ein plakatives Beispiel wäre hier, dafür zu sorgen, dass ein Verwandter den Thron besteigt und damit die Türen zu einem Bündnis aufstößt. Auch reichsintern soll es zu Intrigen und Vorhaben der adeligen Dynastien kommen. So können Notstände im Land eine Agenda auslösen, für die verschiedene Dynastien verschiedene Lösungsvorschläge einbringen.
Im Stream war es ein Mangel an Soldaten. Die Charaktere im Reich stimmen ab, welchen Weg sie gehen wollen – das hängt von ihren Attributen, Eigenschaften und ihrer Zugehörigkeit ab. Ihr könnt als Anführer aber versuchen, Charaktere für die Seite zu gewinnen, die ihr bevorzugt. Je nach Ausgang bedeutet das bestimmte Vorteile, wie etwa eine neue Gebäudekette.
Allerdings können zu viele unliebsame Ausgänge eine Dynastie aufwiegeln und den Samen für eine waschechte Rebellion und damit Bürgerkrieg säen.
Total War bleibt Total War
Obwohl Total War hier eindeutig versucht, einer Runde mehr Charakterspiel, Intrigen und all das hinzuzufügen, bleibt es natürlich in erster Linie ein Total War. Das bedeutet auch, dass euer Erfolg nicht zwangsweise an eine Dynastie gebunden ist. In Total War spielt ihr als »Das Reich«.
Allerdings können Charaktere und Dynastien natürlich große Auswirkungen darauf haben, wie stabil sich das Reich hält, wie weit es sich ausbreitet und wie gut es sich gegen andere Reiche verteidigen kann.
Bedenkt zudem bei all dem: Medieval 3 befindet sich noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase! Vieles von dem, was die Entwickler zeigen und sagen, kann sich bis zum Release noch ändern.
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