Total War: Warhammer 3 - Ein neues Feature hat mir fast den Spaß am Spiel ruiniert, aber ihr könnt das schon vor Spielstart verhindern

Mit Update 9.0 hat sich das Strategiespiel eigentlich zum Besseren gewandelt. Doch ein neues Endgame-Ereignis solltet ihr unbedingt deaktivieren.

Der Skavenkönig ging Fabiano in Warhammer 3 ganz schön auf die Nerven. Aber anders, als gedacht. Der Skavenkönig ging Fabiano in Warhammer 3 ganz schön auf die Nerven. Aber anders, als gedacht.

Nach langer Zeit des Zwists hat sich Creative Assembly gerade offenbar endlich wieder mit der Warhammer-3-Community versöhnt! Denn am 24. September erschien mit Lords of the End Times ein für viele Fans famoses DLC-Paket, das mehrere grandiose neue legendäre Kommandanten ins Spiel brachte. Im Test war ich von dem Aufgebot ebenfalls enorm beeindruckt!

Doch ein paar lohnenswerte DLCs allein sind nicht der Grund, dass in der Fangemeinde rund um Total War: Warhammer 3 derzeit blendende Stimmung herrscht. Neben Lords of the End Times veröffentlichte das Entwicklerteam außerdem das wirklich große Update 9.0 und krempelte damit das Spiel auch für alle um, die derzeit keine Kohle locker machen wollen.

Glücklicherweise zählt 9.0 zu den besten Updates, die das gigantische Strategiespiel je erhalten hat! Damit kommt haufenweise neuer Kram ins Spiel, der obendrein das grundlegende Spielgefühl gerade im Endgame massiv verbessert! Allerdings sind nicht alle Änderungen gelungen. Es gibt mindestens ein neues Feature, das eine Partie meiner Erfahrung nach sogar ruinieren kann. Das lässt sich umgehen, aber dafür müsst ihr auf jeden Fall noch vor Spielstart ein paar Handgriffe tätigen.

Fabiano Uslenghi
Fabiano Uslenghi

Total War ist eine von Fabianos absoluten Lieblingsreihen. Schon seit Rome: Total War spielt er quasi jedes Jahr und hat keinen einzigen Ableger ausgelassen. Für ihn gibt es keine echte Total-War-Konkurrenz, denn kein anderes Spiel kombiniert die zwei Seiten seines Wesens so perfekt miteinander. Fabiano liebt globale Strategie, aber auch bildgewaltige Schlachten. Obendrein schlägt sein Herz schon immer für Geschichte und natürlich Fantasy.

Video starten 2:49 Die letzte Stunde schlägt für Total War: Warhammer 3! Der Endzeit-DLC hat jetzt einen Release-Termin

Das Ende der Zeit ist gekommen

Sowohl der DLC als auch das Update 9.0 für Warhammer 3 stehen ganz im Zeichen der legendären Endzeit. Dieses Großereignis aus der Tabletop-Vorlage sorgte dereinst dafür, dass die klassische Fantasy-Welt von Warhammer vollständig zerstört wurde. Beim Tabletop wurde das genutzt, um das beliebte Spiel neu aufzulegen und mit Age of Sigmar ein völlig neues, aber stark umstrittenes Fantasy-Universum zu erschaffen.

In Total War bringt die Endzeit nicht das Ende der Supports für das Strategiespiel, aber trotzdem einige massive Änderungen mit sich. Allen voran die sogenannten Endzeit-Szenarien. Diese völlig neuen Herausforderungen sollen ein altbekanntes Problem insbesondere von Total War: Warhammer lösen. Gerade wenn eure Fraktion anfängt, als übermächtiger Schneeball die ganze Welt zu erobern, ballert euch das Spiel nochmal eine saftige Spielherausforderung vor den Latz.

Das Endgame von Total War soll mit diesen Szenarien also deutlich herausfordernder werden und euch aus dem bis dahin etablierten Eroberungstrott reißen. Dafür wurden drei unterschiedliche Szenarien entwickelt:

  • Invasion des Chaos: Archaon, der Ewige Auserwählte, sorgt dafür, dass auf der ganzen Welt Armeen des vereinten Chaos auftauchen, die alle Provinzen verwüsten und Städte in Schutt und Asche legen.
  • Großes Ritual des Nagash: Der Vater der Nekromantie beginnt ein mächtiges Ritual, dem sich zahlreiche untote Fraktionen anschließen. Nach und nach verwandelt er dadurch die Welt in untotes Ödland.
  • Skaven-Rattenflut: Die Rattenmenschen folgen ihrem Rattenkönig hinterher und brechen in endlosen Massen aus dem Untergrund hervor, die die ganze Welt in einer Flut aus Ungeziefer ersticken.

Ihr wollt das Gefühl vom Ende der Welt in Warhammer? Das bekommt ihr jetzt. Das Chaos brennt die Welt zugrunde. Ihr wollt das Gefühl vom Ende der Welt in Warhammer? Das bekommt ihr jetzt. Das Chaos brennt die Welt zugrunde.

Klingt alles für sich nach einem Heidenspaß! Und ja, diese Endzeit-Szenarien hat Warhammer 3 in meinen Augen dringend gebraucht. Zumal jedes davon spielerisch sich nochmal stark voneinander abhebt. Anders als etwa die früheren Endgame-Krisen, wo im Grunde jeweils nur eine große Armee einer anderen Fraktion durch die Lande marodierte.

Bei den neuen Endzeit-Szenarien gilt es aber, diese auf leicht unterschiedliche Weise einzudämmen. Bei der Invasion des Chaos ist die Armee Archaons quasi unbesiegbar, bevor ich nicht genug andere Chaos-Streitmächte erledigt habe. Bei Nagash muss ich gezielt dessen Mortarachen besiegen, um das Ritual zu stoppen. Die Skaven hingegen verlangen von mir, Rattenarmeen zu besiegen und Hinweise zu sammeln, was ihr großer Plan genau ist.

Alles sehr cool, nur mit einer kritischen Ausnahme! Die Rattenflut der Skaven kann eurem Spiel aktuell eher den Spaß aussaugen, anstatt es zu beflügeln.

Darum nervt die Rattenflut

Die Rattenflut war das Endgame-Ereignis, das mir bei meinem Durchgang mit Nagash ungefähr ab Runde 80 massiv zusetzen sollte. Zu dem Zeitpunkt war ich übrigens sogar noch verhältnismäßig schwach, da Nagash zwar als Charakter sehr mächtig ist, seine Armeen aber relativ behäbig an Macht zulegen. Und vielleicht auch, da ich länger nicht gespielt hatte und ein paar strategische Fehler im Early Game ausbaden durfte.

Eigentlich war ich also ziemlich anfällig, als die Skavenflut mit einem epischen Video losbrach. Jetzt im Nachhinein war die Flut aber das Beste, was mir passieren konnte ... im schlechtesten Sinne. Sie war gut, weil meine Fraktion massiv von den aktuellen Designfehlern des Ereignisses profitiert hat. Aber auch schlecht, weil das Spiel dadurch unfassbar leicht und damit langweilig wurde. Dafür gibt es drei Gründe:

Der Rivalenschwund

Bei der Rattenflut werden auf der ganzen Welt vereinzelt bestimmte Städte zu Skavenhochburgen. Sie verwandeln sich damit in der Theorie in Ratten-Spender, die endlos neue Skavenarmeen ausspucken. Zu diesen Städten zählen Orte wie Altdorf, Höllengrube, Skavenblight oder Folterschlucht.

Gehört einer dieser Orte euch, werdet ihr dann einfach rausgeworfen und die Stadt spontan in eine Skavensiedlung umgemünzt. Mir ist das sogar mit Skavenblight passiert, das ich erst eine Runde vorher erobert habe. Nebenbei verschwinden aber auch alle anderen Skavenfraktionen und werden stattdessen Teil der Skavenflut.

Letzteres hat mir in die Karten gespielt, da ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich einen recht vertrackten Krieg mit gleich zwei Skaven führte. Ikir Krallenhand hatte ich im Norden meines Reiches noch gut unter Kontrolle, doch im Osten war Quiek Kopfjäger zu einer regionalen Großmacht gewachsen und setzte meinen Skelettkriegern mit Ratlingkanonen und Todesrädern übel zu. Als die Flut ausbrach, verschwand die Quiek-Front im Grunde komplett und ich konnte mir seine nun leer stehenden Siedlungen problemlos einverleiben.

Die Skavenflut ist ausgebrochen und hat es gewagt, Nagash aus seiner Stadt zu werfen. Frech. Die Skavenflut ist ausgebrochen und hat es gewagt, Nagash aus seiner Stadt zu werfen. Frech.

Quantität vor Qualität

In der Theorie sollte die schiere Masse an koordinierten Skavenarmeen das eigentlich ausgleichen, in der Praxis passiert das aber nicht. Denn die riesigen Armeehaufen der Skaven bestehen aus absoluten Trash-Units. Die sind bis unter den Deckel vollgestopft mit Klanratten oder Skavensklaven. Vielleicht sind mal ein paar Sturmratten oder ein Rattenoger dabei. Aber die eigentlich Knaller jeder Rattenarmee: die Blitzkanonen, die Todesräder, Schredder, Flammenwerfer und Höllenbruten fehlten komplett.

Dadurch ist es möglich, selbst drei vollbesetzte Armeen der Rattenflut mit einer einzigen gut bestückten Streitmacht zurückzuschlagen. Und das passiert auch die ganze Zeit. Die Rattenarmeen haben keine Chance! Zumal alle anderen Fraktionen auf der ganzen Welt ebenfalls gegen sie kämpfen. In meinem Spiel konnten die Skaven nirgendwo die Oberhand gewinnen. Sie wurden alle schon direkt an der Türschwelle von Endgame-Armeen jeder Coleur aufgerieben.

Von einer Bedrohung ist hier also auf gar keinen Fall zu reden. Sie sind ein minimales, zwischenzeitliches Ärgernis. Wirklich besiegt war die Skavenflut bei mir auch 200 Runden später noch nicht. Aber das lag daran, dass ihre Städte alle erobert und keine neuen Armeen in meiner Nähe gespawnt sind, die ich hätte für Hinweise besiegen können. So blieb das große Finale einfach aus.

Das letzte Bündnis

Das allein hat mich bereits enttäuscht. Aber wäre es nur dabei geblieben, hätte ich die Skavenflut zumindest als Randnotiz abgehakt und meine Welteroberung fortgesetzt, in der Hoffnung, auf andere, starke Kontrahenten zu stoßen. Doch ein Nebeneffekt des Endzeit-Szenarios machte mir das Leben ab diesem Moment noch viel, viel leichter!

Das Spiel geht davon aus, dass die Skavenflut eine solche Wucht entfaltet, dass sich alle anderen Fraktionen gegen sie verbünden müssen. Das ist der Moment, in dem selbst Orks und Imperium einen Waffenstillstand schließen. Eigentlich ziemlich cool. Aber wenn es keine große Bedrohung gibt wie bei den Skaven, führt das nur zu einer ungewohnt brüderlichen Warhammer-Welt.

Ich konnte ab diesem Moment quasi mit allen anderen Fraktionen verbündet sein und immer nur gezielt die Länder wegschnetzeln, die ich nach und nach erobern wollte. Und ich war Nagash, der untote Gott der Nekromantie. Trotzdem haben sich mir Hochelfen, Menschen oder Zwerge an den Hals geworfen.

Selten fühlt es sich derart unspektakulär an, die ganze Welt einzunehmen.

Was ihr tun solltet, um das zu verhindern

Meine erste Begegnung mit den Endzeit-Szenarien war ein ziemlicher Reinfall. Aber ich komme auch mit guten Nachrichten! Denn ihr könnt ganz leicht verhindern, dass es euch genau so ergeht. Aber nur, wenn ihr noch keine neue Partie gestartet habt, sondern das erst noch plant.

Ihr könnt vor Spielstart nämlich einstellen, welche Endzeit-Szenarien wann genau eintreten sollen. Die Optionen bieten hier durchaus eine Menge Möglichkeiten, dieses im Grunde richtig coole Feature zu personalisieren. Hier meine Empfehlung für euch:

Version 1: Keine Skavenflut

  • Deaktiviert die Skavenflut einfach. Wenn alle drei Endzeit-Szenarien angehakt sind, ist es Zufall, welche davon genau eintritt. Geht nicht das Risiko ein, die Skavenflut zu bekommen.
  • Lasst die Chaos-Invasion und das Ritual des Nagash aktiviert, wenn ihr überrascht werden wollt, was passiert. Habt ihr einen Favoriten (die Chaos-Invasion ist das beste Event), hakt einfach nur das an.

Version 2: Frühe Skavenflut

  • Wenn ihr die Skavenflut gerne trotzdem hättet, stellt die Schieberegler nach vorne, zu welchem Zeitpunkt die Flut euer Spiel heimsucht. Im Early Game kann die Skavenflut durchaus Probleme verursachen. Ihr könnt dafür sorgen, dass sie irgendwann zwischen Runde 20 und 30 oder so ausgelöst wird.
  • Wenn ihr das macht, schaltet dafür aber am besten die Chaos-Invasion und das Ritual des Nagash aus. Die wollt ihr nämlich nicht in Runde 20 erleben.

Version 3: Die volle Endzeit

  • Ihr könnt auch einstellen, dass tatsächlich alle drei Szenarien im selben Spiel erfolgen. Dann habt ihr die komplette Endzeit-Erfahrung und dann wäre es nicht so schlimm, wenn die Skavenflut zwischendurch nicht so sehr reinhaut.
  • Allerdings habe ich das noch nicht in der Praxis getestet. Es ist wahrscheinlich immer noch Zufall, welches Szenario wann genau eintritt. Und die Szenarien treten auf jeden Fall nicht gleichzeitig auf. Ihr müsst also erst eins lösen, bevor das nächste kommt. Da die Skavenflut unter Umständen aber fast unlösbar wird, wärt ihr in dem Fall wieder in der selben Situation wie ich.
  • Wenn ihr wollt, könnt ihr außerdem die Krisen aktivieren. Das sind die Endgame-Gefahren, die schon vor Update 9.0 im Spiel steckten. Das könnte dabei helfen, selbst die Skavenflut bedrohlich erscheinen zu lassen. Wenn etwa parallel noch Waldelfen, Orks, Zwerge oder Vampire mächtige Armeen entsenden.

Endphasen-Szenarien Hier könnt ihr modifizieren, wie euer Endgame genau aussehen soll.

Krisen Die Krisen sind standardmäßig deaktiviert. Wer noch mehr Kuddemuddel will (ich versuch, das Wort »Chaos« zu vermeiden, wegen Chaos-Invasion und so) kann das aber vor Spielstart ändern.

Ich schätze, dass Creative Assembly das Problem mit der Skavenflut in einem Update nochmal angeht. Immerhin bin ich offenbar nicht der Einzige, der das Problem bemerkt hat. Im Netz finden sich viele Leute, die von der schwachbrüstigen Skaven-Invasion irritiert sind. Solche Fixes können bei CA gelegentlich eine Zeit dauern, in diesem Fall aber hoffentlich nicht allzu lange. Es wäre sehr schade, wenn dieser Makel ein ansonsten durchaus grandioses Update zu lange trübt.


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