Wie sieht der optimale TV für die Fußball-EM 2024 aus? Achtet auf ein Display mit 120 Hertz und diese Dinge

Es gibt Fernseher fürs Zocken und Heimkino - und Sport. Worauf ihr beim Kauf ein Auge haben solltet, lest ihr in diesem Artikel.

Auf dem richtigen Fernseher macht die Fußball-EM gleich noch mal so viel Spaß. (Bild: Leo Lintang - adobe.stock.com) Auf dem richtigen Fernseher macht die Fußball-EM gleich noch mal so viel Spaß. (Bild: Leo Lintang - adobe.stock.com)

Wenn ihr einen neuen Fernseher kauft, dann vermutlich für das verbesserte Gaming-Erlebnis oder weil ihr eure 4K-UHD-Blu-rays in bombastischer Qualität genießen wollt.

Was auch ein sehr gutes Argument sein kann: Sport. Die anstehende Fußball-EM ist für viele ein Grund, einen neuen TV zu kaufen. Gehört ihr zu diesen Personen, habe ich einige Tipps, die ihr vor dem Kauf beherzigen sollte.

Was bei eurem neuen TV besonders wichtig ist

Um herauszufinden, worauf man bei Technik im Hinblick auf Sport schauen sollte, müssen wir eruieren, wann Fußball und Co. überhaupt schlecht aussehen.

Es geht nicht darum, möglichst realistische Farben oder den besten Kontrast zu erzielen. Stattdessen zählen vor allem diese Faktoren:

  • Sport ist oftmals schnell, also sollte das Bild nicht verwaschen sein.
  • Im Sport kommt es auf die Details an, man muss augenblicklich erkennen können, was sich auf dem Screen abspielt.
  • Bildfehler sind bei Sport doppelt ärgerlich, deswegen solltet ihr den neuen Fernseher testfahren.
  • Dynamische Farben sind sehr wichtig. Dadurch erkennt man Details schneller. 

Zum Schluss verrate ich euch, welchen Bildmodus ihr am besten für Sport verwendet. Spoiler: Es ist nicht der Sportmodus.

Bewegungsunschärfe und 120 Hertz

Jeder kennts: Sobald die Kamera schwenkt oder Elemente sich schnell bewegen, wird das Bild unscharf. (Bild: sports photos - adobe.stock.com) Jeder kennt's: Sobald die Kamera schwenkt oder Elemente sich schnell bewegen, wird das Bild unscharf. (Bild: sports photos - adobe.stock.com)

Es gibt drei Möglichkeiten, warum das Bild verschmiert, wenn ihr einen schnellen Sport schaut - und manchmal ist sogar alles drei auf einmal Schuld.

  • Langsame Pixelreaktionszeit: Bildpunkte reagieren nicht schnell genug auf den Befehl des TVs.
  • Unterschiedliche FPS: Beißt sich die Framerate des Inhalts mit der Bildwiederholfrequenz des Fernsehers, stottert das Bild.
  • Schlechte Bewegungsverarbeitung: Der Prozessor des TVs kommt schlicht und einfach nicht mit.

Meist liegt es daran, dass der Fernseher billig ist. Nicht unbedingt, was den Preis betrifft, sondern generell von geringer Verarbeitungsqualität und mit günstig gefertigten Teilen.

Die offensichtlichste Lösung: Keinen Billig-TV kaufen. So einfach ist das allerdings nicht, denn es gibt durchaus gute und günstige Modelle, wie auch unsere unten verlinkte Kaufberatung zeigt.

Achtet vor dem Kauf auf ein 120-Hertz-Panel im Gerät. Zwar sind so viel Hertz für ein gutes Sporterlebnis nicht zwingend notwendig, aber weil ein solches Display nur bedingt mit billiger Technik betrieben werden kann, könnt ihr Wegwerf-Bauteile schon mal weitgehend ausschließen.

Ganz wichtig: Es muss ein natives 120-Hertz-Panel sein. Kein 120 Hertz Clear Motion Rate oder 240 Hertz Motion Flow (oder was Hersteller sonst für Marketingsprech auspacken), sondern die Technik selbst muss diese Wiederholrate unterstützen.

Geht es auch ohne 120-Hertz-Panel? Ja, denn die meisten Fernseher haben wie oben bereits erwähnt eine Funktion, die sich so etwas wie Motion Flow, Smooth Motion oder ähnlich nennt.

Hier werden die Bilder interpoliert, das heißt, es werden Zwischenbilder eingerechnet, die Bewegungen geschmeidiger erscheinen lassen.

Der große Nachteil: Nicht nur entstehen Artefakte und Schlieren um das sich schnell bewegende Objekt wie zum Beispiel einen Fußball. Es entsteht auch der sogenannte Seifenoper-Effekt, der Bewegungen unnatürlich aussehen lässt und den viele Menschen deshalb nicht mögen.

Wenn ihr mit beidem leben könnt, ist eine hohe Hertzzahl nicht zwingend nötig, wir raten aber zu einem Modell mit hoher Bildwiederholrate.

Mehr zu dem Thema lest ihr in meinem Artikel über die FPS von Filmen.

Helligkeit

Helligkeit spielt bei TVs generell eine große Rolle. (Bild: Philips) Helligkeit spielt bei TVs generell eine große Rolle. (Bild: Philips)

Spitzenhelligkeit ist ein sehr wichtiger Faktor, wenn ihr einen Fernseher kauft. Umso mehr, wenn ihr euch einen TV zulegt, auf dem ihr hauptsächlich Athleten im sportlichen Wettkampf betrachtet. Hier verpasst man schnell wichtige Momente.

Der Grund liegt auf der Hand: ein klareres Bild. Bekanntermaßen schaffen Geräte mit Hintergrundbeleuchtung, also LED-LCDs, QLEDs und Co., im Schnitt ein helleres Bild als OLED.

Sind OLEDs dann grundsätzlich die schlechtere Wahl hinsichtlich Sport? Im Gegenteil: OLED ist auch hier König. Die Geräte haben eine sofortige Pixelreaktionszeit, meist 120-Hertz-Panels und sie sind alle Qualitätsfernseher. Sprich: Bewegungsverarbeitung und Upscaling auf Spitzenniveau.

Jetzt kommt das große Aber. Mehr als bei allem anderen Content ist das Umgebungslicht hier ausschlaggebend. Hat euer Wohnzimmer viele Fenster oder schaut ihr die meiste Zeit bei Tageslicht, dann greift lieber zu einem LED-TV.

Spiegelungen sind nervig, aber mehr noch, wenn ihr den Ball nicht mehr seht. Matte Displays sind selten, daher muss die Hintergrundbeleuchtung in hellen Räumen gegensteuern – und das schaffen OLEDs nicht so zuverlässig wie LEDs mit hoher Spitzenhelligkeit.

Bildfehler ausschließen

Bildfehler sind sehr ärgerlich. (Bild: Andrey Popov - adobe.stock.com) Bildfehler sind sehr ärgerlich. (Bild: Andrey Popov - adobe.stock.com)

Der kommende Aspekt gilt immer, wenn ihr einen neuen Fernseher gekauft habt.

Bevor ihr euren Fernseher final aufstellt oder vielleicht sogar an die Wand hängt, schließt ihn an den Strom an und haltet nach Bildfehlern Ausschau.

Blooming und Halos bei LCDs, also große, helle Flächen und übertretendes Licht, kennt ihr, aber habt ihr schon mal von einem Dirty-Screen-Effekt (DSE) gehört? Das ist, wenn die Hintergrundbeleuchtung ungleichmäßig arbeitet und dunkle Flecken entstehen – das Bild wirkt »schmutzig«.

Wie sieht der DSE aus? Salopp gesagt: wie ein Fettfleck auf einem grauen T-Shirt. Das können kreisrunde Flecken sein, Streifen, Balken, ein dunkler Rahmen oder fehlendes Licht in den Ecken, sogenanntes »Vignetting«.

Wie wichtig Hintergrundbeleuchtung ist und welche Arten von Local Dimming es gibt, erkläre ich euch in diesem Guide.

Ein »schmutziger« Bildschirm fällt vor allem bei großen, gleichmäßigen und gleichfarbigen Flächen auf - zum Beispiel bei einem Fußballfeld.

Lasst dieses Video auf eurem Fernseher laufen und ihr werdet DSE erkennen. Im Zweifelsfall könnt ihr den TV nämlich umtauschen.

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Habt ihr einen OLED-Fernseher gekauft, habt ihr diese Probleme nicht. Allerdings sind auch TVs mit selbstleuchtenden Pixeln nicht vor Bildfehlern gefeit, etwa tote Pixel. 

Überprüft daher immer das Bild, bevor ihr den TV schlussendlich einrichtet. Am besten eignen sich dazu Test- oder Vergleichsbilder, zum Beispiel von Burosch.

Knackige Farben

Die Farbtreue ist bei Sport-Inhalten nicht zu unterschätzen. (Bild: haizon - adobe.stock.com) Die Farbtreue ist bei Sport-Inhalten nicht zu unterschätzen. (Bild: haizon - adobe.stock.com)

Eine starke Farbpalette ist wichtig, mehr noch, wenn ihr Handball, Basketball oder Fußball schaut, aber sie sollte nicht auf Kosten der Bildqualität kommen.

Nutzt nicht den hellsten Bildmodus oder das Sport-Preset. Hier opfert der Fernseher alle anderen Bildparameter, um das Display so hell und knackig wie möglich zu machen. Das Ergebnis: viel Licht, aber oft auch schlechte Farben und Kontraste.

Die beste Lösung: Nutzt die Kino-, Heimkino- oder Filmeinstellung und regelt die Helligkeit respektive Hintergrundbeleuchtung manuell hoch, bis es euch gefällt. So bekommt ihr ein helleres Bild, ohne euch die Farben zu verschlechtern.

Sollte euch das noch zu dunkel sein, probiert dasselbe mit dem Standard-Preset aus.

Fazit

Maxe Schwind
@GameStar_de

Wenn ihr einen Fernseher für die Fußball-EM kauft, dann achtet zusammenfassend unbedingt darauf:

  • Ein 120-Hertz-Panel, weil es keine billigen Bauteile mit sich bringt
  • Hohe Spitzenhelligkeit (oder ein mattes Display), besonders in hellen Räumen
  • Dirty-Screen-Effekt
  • Nicht den Sportmodus benutzen

Am Ende des Tages entscheidet ihr, wie Fußball auf eurem TV am besten aussieht. Doch vor und nach dem Kauf eines neuen Geräts können die oben genannten Punkte eine gute Handreichung sein.

Egal, wie man es dreht und wendet: Ein Qualitätsfernseher kann sowohl fürs Heimkino, Gaming und Sport hergenommen werden. Seid ihr allem drei zugeneigt, dann greift zu einem Oberklassegerät und ihr werdet so gut wie nie Probleme haben.

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Folgende Artikel könnten für die Kaufentscheidung eures Fernsehers ebenfalls wichtig sein:

Ein schöner, großer und gut eingestellter Fernseher hebt jedes Fußballspiel auf ein höheres Level. Dank dieses Artikels wisst ihr nun, worauf ihr achten müsst. Seid ihr begeisterter Sportfan? Wenn ja, was verfolgt ihr regelmäßig? Wer ist euer liebster Sportler (oder Sportlerin) oder eure Lieblingsmannschaft? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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