Alle Jahre wieder findet die Consumer Electronics Show in Las Vegas statt. Dort werden nicht nur allerhand technische Neuheiten gezeigt, nein, die TV-Hersteller präsentieren immer ihr neues Line-up.
Weil Fernseher nicht gleich Fernseher ist (sie aber ganz oft so ausschauen), verrate ich euch die Neuheiten, bei denen ihr Ohren und Augen spitzen solltet.
TVs mit RGB-LED
Es war Sony, die mit dieser Technologie vorgeprescht sind; gesehen haben wir sie auf der IFA 2025. Im Grunde funktioniert RGB-LED ziemlich simpel.
Für die Hintergrundbeleuchtung von LED-TVs kommen üblicherweise weiße oder blaue LEDs zum Einsatz. Bei RGB-LED ist es so, dass stattdessen drei LEDs leuchten, und zwar in Rot, Grün und Blau – und diese unterstützen das gezeigte Bild auf dem Display.
Auf der linken Seite seht ihr, dass die Hintergrundbeleuchtung bunt ist. Das ist neu bei RGB-LED. (Bildquellen: Sony)
Die Vorteile:
- Breiteres Farbspektrum: Wenn die Farbe der Hintergrundbeleuchtung mit der Farbe auf dem Schirm passt, entstehen weniger Misstöne in den Zwischenräumen. Der DCI-P3-Farbraum soll zu 99 Prozent abgedeckt werden, der breitere BT.2020 bis zu 90 Prozent, ein Unikum bisher.
- Höhere Spitzenhelligkeit: Sony spricht von bis zu 4.000 Nits. Das wäre Spitzenklasse; der Bravia 9 kommt »nur« rund auf die Hälfte.
- Bessere Blickwinkelstabilität: Helle Hintergrundbeleuchtung lässt das Bild bei LED-TVs verblassen, weil sie durchstrahlen. Bei RGB LED passiert das nicht, weil die Hintergrundbeleuchtung bereits die »richtige« Farbe zeigt.
- Weniger Clouding: Helle Lichtwolken entstehen bei LEDs immer dann, wenn helle Objekte vor schwarzem Hintergrund stehen. Ist die Hintergrundbeleuchtung nicht einfach nur hell, sondern farbig, wird das verringert.
- Leicht geringerer Stromverbrauch: Die Hintergrundbeleuchtung leuchtet nur in den benötigten Farben und nicht als Ganzes. Das dreht an der Strompreisschraube, wenn auch nur ein kleines Bisschen.
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OLED: Die Lichtgestalt für Gamer oder übertriebener Hype?
TVs mit Tandem-OLED
Gerade, wenn man glaubt, die LED-Technik verkürzt den Abstand zu OLED, wird bei der Technologie noch ein Pfund draufgepackt.
Dieses Pfund heißt 2025 Tandem-OLED oder, wie LG sie bei seinem G5 nennt, »Primary RGB Tandem«.
Wie der Name bereits suggeriert, arbeitet hier OLED im Tandem. Das bedeutet: Das Panel setzt sich anders zusammen; die Halbleiter-Schichten der einzelnen Bildpunkte haben eine neue Struktur. Anstatt nur eine Leuchtschicht pro Pixel zu verwenden, stapeln Tandem-OLEDs zwei oder mehr Leuchtschichten übereinander.
Die Vorteile:
- Höhere Helligkeit bei HDR: Während OLED sein perfektes Schwarz behält, sollen helle Lichtbereiche bei HDR-Inhalten, nun, heller sein. Das Ergebnis: ein erhöhter Kontrast. Das bestätigt der Test der Kollegen von Hifi.de.
- Höhere Langlebigkeit: Pixel in OLEDs bestehen aus organischem Material. Das bedeutet, dass sie mit der Zeit schlechter werden. Durch die geringere Belastung der einzelnen Schichten erhöht sich die Langlebigkeit der Bildpunkte – und des Displays.
- Höhere Effizienz: Wie im Bild oben zu sehen, kumulieren sich die Lichtquellen. Das heißt auch: Die einzelnen Schichten müssen nicht mit voller Kraft arbeiten.
- Geringere Wärmeentwicklung: Die Arbeitslast wird auf eine Schicht mehr als bisher verteilt. Dadurch wird weniger Wärme erzeugt.
TVs mit Dolby Vision 2
Quasi aus dem Nichts hat Dolby seinen neuen und verbesserten Standard angekündigt.
Dolby Vision ist ein HDR-Format, das dynamische Metadaten einsetzt, das die Kontrasterweiterung pro Szene oder sogar pro Bild berechnet. Kurzum: Die Bildqualität wird durch akzentuierte Kontraste verbessert.
Dolby Vision 2 soll das Bild in vier Bereichen aufbrezeln; es geht nicht mehr nur um HDR.
- Precision Black: Diese Funktion soll feine Details in dunkleren Szenen besser hervorheben, ohne dass die Szene an sich darunter leidet. Schwarz soll nicht zu grau werden, wir sollen Menschen oder Gegenstände in einem finsteren Raum trotzdem besser sehen können.
- Bidirektionales Tone Mapping: Das soll erlauben, die Inhalte gezielter an Premium-TVs anzupassen. Das heißt: je besser euer Fernseher, desto besser auch die Bildqualität.
- Light Sense: Das Feature soll Lichtsensoren an TVs diffiziler arbeiten lassen. Ein Lichtsensor passt die Helligkeit des Displays an die Umgebung an.
- Authentic Motion: Dolby bezeichnete diese Funktion als das »weltweit erste kreative Tool zur Bewegungssteuerung«. Anstatt einer pauschalen Zwischenbildberechnung, können Filmemacher nun Szene für Szene festlegen, wie die Bewegungsdarstellung erfolgen soll.
Ich war bereits etliche Male auf der Messe und fand immer die skurrilen Neuigkeiten am besten: TVs mit Saugnäpfen, durchsichtige OLEDs, auffaltbare Fernseher mit Motor.
So sehr ich mich auch auf die Neuheiten freue, am Ende werde ich vor allem von den Geräten begeistert sein, die ich vorher gar nicht auf dem Schirm hatte.
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