Ich habe meinen Fernseher und meine Playstation verkauft und vermisste sie beide – den guten Vorsätzen sei Dank.
Ersteren habe ich durch einen Beamer ersetzt und somit eine bequeme Lösung gefunden. Zweiteres konnte und wollte ich erst mal nicht ersetzen, doch nach einem Gaming-Abend bei einem Freund kam die Erkenntnis: Ich brauche einen Handheld. Sein Lenovo Legion Go war allerdings nicht die Lösung, sondern ein Steam Deck.
Am Rechner spielen ist keine Option
Ich wollte produktiver sein! Videospiele hielten mich von meinen Vorhaben nur ab. Mehr Bücher, mehr Content, mehr schreiben und keine Videospiele — das war mein Motto für 2024. Sollte ich mal spielen wollen, mache ich es am PC
, habe ich mir gedacht. Ich habe einen einigermaßen leistungsfähigen Rechner, den ich für meine Projekte verwende, zu denen u. a. Videoschnitt gehört. Wenn ich ihn früher zum Spielen hergenommen habe, dann für Multiplayer wie Age of Empires 2 oder Worms Armageddon – also nichts, das wirklich Leistung braucht.
Nach dem Verkauf der Playstation holte ich mir für Steam ein paar Spiele wie Batman Arkham Knight
oder Final Fantasy 13
, von denen ich wusste, dass mein PC diese packt. Ich habe noch nie gerne alleine am PC gespielt und schnell festgestellt, dass sich das nicht geändert hat. Denn:
- Den Schreibtisch verbinde ich zu sehr mit Arbeit, als dass ich hier abschalten könnte.
- An Homeoffice-Tagen oder bei anderen Aufgaben am PC verbringe ich den ganzen Tag am selben Fleck, wenn ich hier spiele.
- Der Gaming-Stuhl ist zwar bequem, aber ich finde trotzdem keine angenehme Position zum Spielen.
Meine Hände habe ich immer mit dem Controller auf den Tisch gelegt, was sich komisch anfühlte. Auf dem Schoß unter dem Tisch war auch nicht das Wahre. Das muss klingen, als wäre ich eine Gaming-Diva, aber am Schreibtisch fehlt mir die Lässigkeit des Sofas … und mit Tastatur und Maus habe ich noch nie gerne gezockt, außer na ja, Age of Empires.
1:03
Spider-Man 2: So läuft die PC-Version auf dem Steam Deck
Dann spiele ich halt nicht und lese dafür mehr
, so meinte ich meinen Entschluss gefasst zu haben. Bis ich bei meinem Kumpel saß und seinen Lenovo Legion Go ausprobiert habe. Der Gedanke, einen Handheld zu kaufen, wurde geboren. Nur günstig soll er sein. Ein naiver Gedanke, wie ich schnell gelernt habe.
Windows oder SteamOS?
Der Lenovo Legion Go meines Kumpels hat mich beeindruckt: Moderne Spiele laufen darauf einwandfrei und auch das Handling haben mir zugesagt. Wieso nicht also einfach den nehmen? Ich sah mir nicht zu wenige Videos und Berichte an, welche Features dieser Handheld und die Go-Reihe mitbringen – mehr als ich brauche und jemals brauchen werde. Trotzdem sollte es kein Lenovo-Handheld werden.
Es war der Preis, der die Entscheidung traf. Alleine der Lenovo Legion Go S war mir mit 630 € dann doch zu teuer. Kein ungewöhnlicher Preis, wenn man sich weitere Windows-Handhelds ansieht. Der Ayaneo Pocket Evo kostet rund 580 €. Bei beiden Anbietern geht es preislich eher aufwärts statt abwärts.
Da ich bereits Spiele auf meinem Steam-Account habe, sah ich mich natürlich auch nach einem Steam Deck um. Spätestens hier wurde mir klar: Der Geldbeutel wird bluten. Das Steam Deck LCD mit 512 GB hat es mir dann angetan, auch wenn ich hier erst schlucken musste.
Es kostet bei Amazon 800 € (aua!) und ist beim Hersteller Valve selbst nicht mehr zu kaufen. Ich habe es beim Re-commerce-Anbieter Rebuy für rund 440 € (Zustand: wie neu) ergattert. Die anderen Windows-Handhelds habe ich gebraucht nicht so günstig gefunden.
Ein Schnäppchen also und es ist mir wirklich jeden Cent wert.
Ich habe die richtige Wahl getroffen
Seit 3 Monaten habe ich das Steam Deck nun und jetzt schon mehr gespielt als in den drei Jahren zuvor. Mein Lesesessel wurde zum Gaming-Sessel. Bei längeren Zugfahrten ist das Steam Deck jetzt auch immer dabei.
Ein absolutes Highlight ist, dass Final Fantasy 16
darauf läuft. Das war mir wichtig. Die wenigen Ruckler sind verzeihbar. Auch sollte erwähnt werden, dass das Gerät nach einer Stunde FF16 glüht. Man kann es ihm nicht verübeln, es ist schließlich kein Hochleistungsrechner.
Es liegt gut in der Hand. Das Legion Go ist vergleichsweise kantig. Abgesehen von der Haptik nehmen sich die Windows-Handhelds und das Steam Deck nicht viel, soweit ich das für mich beurteilen kann. Ich wäre, denke ich, auch mit ihnen glücklich geworden. Doch eine Funktion, die ich lieben gelernt habe, hat nur das Steam Deck.
Eines meiner liebsten Features ist, die Suspend-Funktion. Ein Knopfdruck reicht, um das Gerät in den Stand-by-Modus zu versetzen, auch mitten im Spiel. Wenn ich dort weiterspielen möchte, wo ich aufgehört habe, drücke ich erneut darauf und bin sofort wieder im Spiel – ohne Ladezeit und ohne großen Akku-Verlust. Genau das, was ich wollte.
0:35
Neuer Retro-Handheld sieht aus wie der Game Boy Advance
Wie anfangs beschrieben: Ich bin ein einfacher Gamer und das Steam Deck bietet mir die Einfachheit, die ich brauche. Einmal bei Steam eingeloggt habe ich nicht nur meine bereits gekauften Spiele im Überblick, sondern bin mit zwei Knopf-Drücken bei den Angeboten.
Ohne mich mit Settings und Hardware auseinandersetzen zu müssen, zeigt mir Steam an, ob ein Spiel kompatibel ist oder nicht. Und mit ein wenig Glück laufen sogar Spiele wie FF16, die eigentlich nicht kompatibel sind. Wenn nicht, lassen diese sich über den Steam-Support wieder zurückgeben. Service, wie ich ihn mag.



Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.