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Vindictus - Mein Feind, meine liebste Waffe

Zum EU-Release von Vindictus liefern wir eine erste Einschätzung zum MMO-Action-Rollenspiel. Allein und in einer Gruppe haben wir uns dazu durch Monsterhorden gesäbelt. Klingt simpel – doch dank Source Engine können wir die Umgebung als Waffe benutzen. Oder erledigte Gegner...

von Martin Deppe,
05.10.2011 16:20 Uhr

Ewig lang über der perfekten Klasse brüten? Der kostenlos spielbare und seit heute aus der Beta-Version entlassene Fantasy-Prügler Vindictus nimmt Ihnen die Arbeit ab: Hier gibt’s nur eine Handvoll Startklassen, und die sind noch nicht mal fertig – in der deutschen Version stehen momentan nur ein Mädel mit Schild und Schwert, eine Zauberin mit Sense und Manapistole sowie ein Kerl mit zwei Klingen zur Wahl. Die übrigen Klassen sollen später dazukommen (In der US-Version, die schon seit einigen Monaten läuft, gibt es bereits einen zweiten männlichen Kämpfer). Das ist Ihnen zu dünn? Versprochen, nach spätestens fünf Minuten machen Sie sich keinen Kopf mehr darüber, denn Sie werden schlicht keine Zeit dafür haben. Vindictus spielt sich nämlich sauflott, liefert aber gleichzeitig eine annehmbare Story und einige Besonderheiten, auf die wir gleich eingehen.

Statt durch eine komplette Welt zu ziehen, schickt Vindictus Sie von einer Küstenstadt aus in instanzierte Bereiche. Ihre Aufträge kriegen Sie von Händlern, konkurrierenden Armeeangehörigen oder Schenkendamen. Auf einer Landkarte picken Sie sich das Ziel raus, hier finden Sie auch menschliche Mitspieler, die den gleichen Auftrag haben. Sehr nett: Sobald Sie einer Gruppe beigetreten sind, deren Leiter aber noch auf weitere Mitstreiter wartet, tummeln Sie sich mit den anderen auf einer Art Wikinger-Langboot. Hier kriegen Sie schon einen Vorgeschmack auf die Stärken der Source Engine von Valve (Half Life 2), die Vindictus antreibt: Herumliegendes Obst lässt sich prima zersäbeln oder auf die anderen Streiter werfen, Sie können sogar das halbe Schiff zerlegen.

Gegner als Schutzschild

In den Instanzen selbst geht’s dann richtig ab. Vindictus spielt sich wahnsinnig schnell, wie die Wilden klicken die Spieler mit den Maustasten, um Schwerthiebe (linke Taste) oder Spezialschläge (rechte Taste) auszuführen. Kombos bringen Ihnen Kampfpunkte ein, doch Ihr kompletter Kampfstil wird bewertet: Wenn Sie etwa Gegner mit herumliegenden Brettern traktieren, einen erledigten Feind hochstemmen und auf seine Kumpels schleudern – oder ihn als Schutzschild gegen Bogenschützen missbrauchen. Fässer sind ideal, um bergauf stürmende Horden zu dezimieren. Wachtürme können Sie umhauen, um darauf postierte Schützen auf den Boden der Tatsachen purzeln zu lassen – und ihnen den Bogen zu entreißen, mit dem Sie wiederum kurzzeitig auf die nächsten Feinde ballern können. Überhaupt lassen sich Speere vortrefflich als Sekundärwaffe nutzen: Mit der Taste F wird die Flugbahn eingeblendet, auf Mausklick fliegt die altmodische Fernwaffe dann gen Ziel. Wird natürlich auch gewertet.

Vindictus - Screenshots ansehen

Während die ersten Dungeons noch recht simpel aufgebaut sind (zu großen Teilen zufallsgeneriert), kommen später Tomb-Raider-artige Fallen hinzu, etwa rollende Baumstämme mit Stacheln, oder dampfbetriebene Eisenwalzen. Vindictus bleibt aber ein flottes Schwerschwing-Spiel, große Hüpf-Turn-Einlagen gibt’s nicht – kein Wunder, schließlich können die Figuren nur in der Extreme Edition, die hier in Europa und in Korea aber nicht in den USA läuft, springen, Gegner in der Luft angreifen und Kombos ausführen.

An jedem Instanz-Ende wartet ein dickerer Bossgegner, der eine Spezialattacke auf dem Kasten hat: einen besonders starken Bogenschuss etwa, oder einen mächtigen Hammerhieb. Freundlicherweise blinkt kurz vorher ein »Danger«-Warnzeichen auf, sodass Sie schon mal blocken oder ausweichen können. Am Schluss gibt’s dann die große Abrechnung, wer wie cool wie viele Gegner umgehauen hat und so.

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