Alle exklusiven Tests zum halben Preis lesen!

So viele Tests wie noch nie!

Das erste Jahr Plus zum halben Preis sichern

Der Boss von von Wardogs will keine Entwickler im Team haben, die sich gegen massive Überstunden in der Branche aussprechen

»Wer keinen Crunch will, passt nicht ins Team« - der Chef von Bulkhead stellt klar, dass der Entwickler bewusst auf Phasen setzt in denen jeder mehr als sonst mit anpacken muss.

Der Taktik-Shooter Wardogs ist bereits ein Hit auf Steam. Nun schafft es aber auch der Studio-Chef mit seinen Aussagen in die Schlagzeilen. Der Taktik-Shooter Wardogs ist bereits ein Hit auf Steam. Nun schafft es aber auch der Studio-Chef mit seinen Aussagen in die Schlagzeilen.

Die Spielebranche steht immer wieder massiv für Crunch-Kultur in der Kritik. Dahinter verbergen sich exzessive Überstunden, die meist das ganze Unternehmen betreffen und oft vermehrt vor wichtigen Releases stattfinden. Viele Entwickler geben an, dass sie regelmäßig Schritte einleiten, um diese Hochphase der Überstunden einzudämmen oder gänzlich zu vermeiden.

Nicht so Bulkhead, wie der Chef hinter dem Entwicklerteam vom kürzlichen Steam-Hit Wardogs, im Rahmen eines Interviews angab. Für ihn sei klar, dass bei seinem Studio »jeder hart arbeiten müsse«. Deshalb »sortiere er vorab potenzielle Mitarbeiter aus, die sich offen gegen Crunch ausgesprochen haben«.

Sie passen ihm zufolge schlichtweg nicht ins Team. Allerdings stellt er auch klar, dass er bewusst auf eine Balance zwischen Crunch und ruhigeren Entwicklungsphasen achte. Das vollständige Interview mit Joe Brammer ist auf YouTube bei The Game Business veröffentlicht worden (via IGN).

Video starten 1:34 »Das ist gottverdammtes Kino« - Der Launch-Tag von Wardogs ist endlich gekommen und Shooter-Fans sind aus dem Häuschen

Crunch-Phasen wechseln sich mit ruhigen Zeiten ab

Er verteidigt darin, dass es Phasen gebe, in denen Überstunden an der Tagesordnung stehen, stellt aber auch klar, dass es kein Dauerzustand sei:

In den letzten drei Monaten war Wardogs viel wichtiger als ein Großteil ihres Familienlebens. Das war so, weil sie damit ihr Geld verdienen. Aber jetzt muss Bulkhead einsehen, dass es in die andere Richtung gehen muss. Zum Beispiel drängen uns alle, die Konsolenversion früher herauszubringen. Wir haben gerade gesagt: ›Nein, du verstehst das nicht, so wird das nicht laufen‹.

Wir können sie nicht noch mehr unter Druck setzen. Das machen wir nicht. Es wird 2028 erscheinen, wenn wir sagen, dass es erscheinen wird. Für mich geht es also um Ausgewogenheit und darum, den Leuten zu helfen und sicherzustellen, dass sie ein Unternehmen haben, in dem sie sagen können: ›Ich gebe auf‹, ohne das Gefühl zu haben, dass sie gefeuert werden, weil sie aufgeben.

Dennoch sieht sich das Team aktuell vor Herausforderungen gestellt, weil laut Brammer die Mitarbeiter immer älter werden und etwa auch Familien gründen wollen. Ursprünglich habe man 10 Wochen Vaterschaftsurlaub angeboten, das musste aber letztlich gestrichen werden, weil die Partner der Mitarbeiter damit zu kämpfen hatten, wenn die Arbeit für diese wieder regulär losging. Nun löse man die Situation über zwei Wochen Urlaub und die Möglichkeit, danach übergangsweise halbtags zu arbeiten.

»Wer keine Überstunden machen will, passt nicht zu uns«

Laut Brammer achte man zudem bereits beim Einstellen darauf, dass die zukünftigen Mitarbeiter mit der Studio-Philosophie kompatibel sind und sich nicht aktiv gegen Crunch in der Branche ausgesprochen haben:

Viele Leute, die vielleicht ein Problem mit Crunch haben - zu Recht, ich verstehe das, wir versuchen immer, ihn zu vermeiden, aber wir machen keinen Hehl daraus, dass es irgendwann dazu kommen wird -, schaffen es oft gar nicht erst bis zur Tür. Wir wollen dafür bekannt sein: Das hier ist ein Ort, an den man kommt, um hart zu arbeiten. Wenn dir die Arbeit, die du hier machst, und das Ergebnis, das du hier erzielst, am Herzen liegen, wirst du dich wirklich wertgeschätzt fühlen. Wenn nicht, wirst du dich wie ein Sklave fühlen.

Brammer will den Mitarbeitern dafür Anreize bieten, sich richtig reinzuhängen. Er spricht Boni und Unternehmensanteile an, die sich ausgewählte Mitarbeiter mit ihren Leistungen verdienen können. Wer hart arbeitet, soll so beim Studio auch dafür belohnt werden.

Wardogs feierte kürzlich eine große Erfolge bei Steam. Der Taktik-Shooter wird nicht nur von vielen Fans gefeiert, sondern verkauft sich im Early Access bereits hervorragend. Alle News und unsere Einschätzung zum Battlefield-Konkurrenten findet ihr gleich hier in der Link-Box.

Was sagt ihr zu der durchaus kontroversen Meinung von Brammer? Findet ihr es legitim, dass es im geplanten Rahmen zu Überstunden kommt oder versucht das Unternehmen hier ein ungesundes Arbeitsumfeld zu rechtfertigen?


Kommentare(1)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.