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»Das haben sie sich ausgedacht« - Wardogs-CEO wehrt sich entschieden gegen die Crunch-Vorwürfe

Nach Vorwürfen, er würde in seinem Studio eine ungesunde Crunch-Kultur pflegen, hat sich Wardogs-Chefentwickler Joe Brammer zu Wort gemeldet und entsprechende Medienberichte zurückgewiesen.

Der Taktik-Shooter Wardogs ist bereits ein Hit auf Steam. Nun schafft es aber auch der Studio-Chef mit seinen Aussagen in die Schlagzeilen. Der Taktik-Shooter Wardogs ist bereits ein Hit auf Steam. Nun schafft es aber auch der Studio-Chef mit seinen Aussagen in die Schlagzeilen.

Update vom 17.09.2026:

Bulkheads Studiochef Joe Brammer hat mittlerweile auf die Medienberichte über seine Aussagen zur Crunch-Kultur in der Spielebranche reagiert. Auf Twitter erklärte Brammer, die Vorwürfe seien aus der Luft gegriffen; entsprechende Aussagen einem Interview aus dem Zusammenhang gerissen worden.

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Brammer betonte in seinem Statement, er habe nirgends gesagt, dass Crunch (obligatorische Überstunden) in seinem Studio verpflichtend sei. Bei Bulkhead versuche man solche Phasen aktiv zu vermeiden und habe während der Entwicklung von Wardogs sogar für lange Zeit eine Vier-Tage-Woche aufrechterhalten. Trotzdem ließen sich arbeitsintensive Phasen laut des CEOs nicht immer vermeiden.

Social-Media-Screening sorgte für Kritik

Der Wardogs-Studiochef hatte während eines Interviews bei TheGame Business Show erklärt, bei Neueinstellungen die Social-Media-Profile der Bewerber zu prüfen. Spräche sich jemand dort aktiv gegen Crunch aus, würde er bei Bulkhead nicht eingestellt. In dem Interview sagte Brammer wörtlich: Ich erwarte auch, dass Leute crunchen. Dazu stehe ich und versuche das nicht zu verstecken. Darüber hatte unter anderem PC Gamer kritisch berichtet.

Brammer betonte nun, diese Aussagen bezögen sich mehr die generelle Unternehmenskultur und würden nicht die Tagesordnung bei Bulkhead widerspiegeln. Er brauche Leute, die Lust hätten, hart zu arbeiten. In der letzten Crunch-Phase beim Studio habe er es seinen Mitarbeitern aber freigestellt, dabei mitzuziehen oder nicht.


Originalmeldung vom 16.09.2026:

Die Spielebranche steht immer wieder massiv für Crunch-Kultur in der Kritik. Dahinter verbergen sich exzessive Überstunden, die meist das ganze Unternehmen betreffen und oft vermehrt vor wichtigen Releases stattfinden. Viele Entwickler geben an, dass sie regelmäßig Schritte einleiten, um diese Hochphase der Überstunden einzudämmen oder gänzlich zu vermeiden.

Nicht so Bulkhead, wie der Chef hinter dem Entwicklerteam vom kürzlichen Steam-Hit Wardogs, im Rahmen eines Interviews angab. Für ihn sei klar, dass bei seinem Studio »jeder hart arbeiten müsse«. Deshalb würden es potenzielle Mitarbeiter, die ein Problem mit Crunch hätten, »oft gar nicht erst durch die Tür schaffen«, so Brammer. Sie passen ihm zufolge schlichtweg nicht ins Team.

Allerdings stellt er auch klar, dass er bewusst auf eine Balance zwischen Crunch und ruhigeren Entwicklungsphasen achte. Das vollständige Interview mit Joe Brammer ist auf YouTube bei The Game Business veröffentlicht worden (via IGN).

Video starten 1:34 »Das ist gottverdammtes Kino« - Der Launch-Tag von Wardogs ist endlich gekommen und Shooter-Fans sind aus dem Häuschen

Crunch-Phasen wechseln sich mit ruhigen Zeiten ab

Er verteidigt darin, dass es Phasen gebe, in denen Überstunden an der Tagesordnung stehen, stellt aber auch klar, dass es kein Dauerzustand sei:

In den letzten drei Monaten war Wardogs viel wichtiger als ein Großteil ihres Familienlebens. Das war so, weil sie damit ihr Geld verdienen. Aber jetzt muss Bulkhead einsehen, dass es in die andere Richtung gehen muss. Zum Beispiel drängen uns alle, die Konsolenversion früher herauszubringen. Wir haben gerade gesagt: ›Nein, du verstehst das nicht, so wird das nicht laufen‹.

Wir können sie nicht noch mehr unter Druck setzen. Das machen wir nicht. Es wird 2028 erscheinen, wenn wir sagen, dass es erscheinen wird. Für mich geht es also um Ausgewogenheit und darum, den Leuten zu helfen und sicherzustellen, dass sie ein Unternehmen haben, in dem sie sagen können: ›Ich gebe auf‹, ohne das Gefühl zu haben, dass sie gefeuert werden, weil sie aufgeben.

Dennoch sieht sich das Team aktuell vor Herausforderungen gestellt, weil laut Brammer die Mitarbeiter immer älter werden und etwa auch Familien gründen wollen. Ursprünglich habe man 10 Wochen Vaterschaftsurlaub angeboten, das musste aber letztlich gestrichen werden, weil die Partner der Mitarbeiter damit zu kämpfen hatten, wenn die Arbeit für diese wieder regulär losging. Nun löse man die Situation über zwei Wochen Urlaub und die Möglichkeit, danach übergangsweise halbtags zu arbeiten.

»Wer keine Überstunden machen will, passt nicht zu uns«

Laut Brammer achte man zudem bereits beim Einstellen darauf, dass die zukünftigen Mitarbeiter mit der Studio-Philosophie kompatibel sind und sich nicht aktiv gegen Crunch in der Branche ausgesprochen haben:

Viele Leute, die ein Problem mit Crunch haben - zu Recht, ich verstehe das, wir versuchen immer, ihn zu vermeiden, aber wir machen keinen Hehl daraus, dass es irgendwann dazu kommen wird - schaffen es oft gar nicht erst bis zur Tür. Wir wollen dafür bekannt sein: Das hier ist ein Ort, an den man kommt, um hart zu arbeiten. Wenn dir die Arbeit, die du hier machst, und das Ergebnis, das du hier erzielst, am Herzen liegen, wirst du dich wirklich wertgeschätzt fühlen. Wenn nicht, wirst du dich wie ein Sklave fühlen.

Brammer will den Mitarbeitern dafür Anreize bieten, sich richtig reinzuhängen. Er spricht Boni und Unternehmensanteile an, die sich ausgewählte Mitarbeiter mit ihren Leistungen verdienen können. Wer hart arbeitet, soll so beim Studio auch dafür belohnt werden.

Wardogs feierte kürzlich eine große Erfolge bei Steam. Der Taktik-Shooter wird nicht nur von vielen Fans gefeiert, sondern verkauft sich im Early Access bereits hervorragend. Alle News und unsere Einschätzung zum Battlefield-Konkurrenten findet ihr gleich hier in der Link-Box.

Was sagt ihr zu der durchaus kontroversen Meinung von Brammer? Findet ihr es legitim, dass es im geplanten Rahmen zu Überstunden kommt oder versucht das Unternehmen hier ein ungesundes Arbeitsumfeld zu rechtfertigen?


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