Häufig stellt man mir die Frage: Ich brauche ein neues Notebook, worauf muss ich beim Kauf achten?
Meist wird dann eine möglichst einfache Antwort erwartet, die ich aber leider so nicht geben kann.
Es kommt immer auf die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen an. Aber es gibt aber einige grundsätzliche Punkte, die man vor dem Kauf beachten sollte und vielleicht auch euch weiterhelfen. Wenn ihr also wissen möchtet, worauf es 2025 bei einem Laptop ankommt, werdet ihr hier fündig.
Prozessoren
Die KI ist gekommen um zu bleiben: Der Hype um Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag angekommen, aktuelle Prozessoren von Intel, AMD, Apple und Qualcomm setzen massiv auf integrierte Neural Processing Units (NPUs).
- Die reine TOPS-Zahl (Tera Operations Per Second) der NPU ist ein Indikator, aber wichtiger ist die Softwareunterstützung und die reale Anwendungsperformance. Copilot+ PCs mit Windows Betriebssystem, die mindestens 40 TOPS liefern, sind ein guter Anhaltspunkt für eine zukunftssichere KI-Performance direkt auf dem Gerät. Diese Leistung ermöglicht es, lokale KI-gestützte Funktionen wie Live-Untertitel, erweiterte Bildbearbeitung oder proaktive Systemoptimierungen auf dem Notebook auszuführen, ohne dass Daten permanent in die Cloud gesendet werden müssen.
Grafikleistung
Integrierte Grafiklösungen (iGPUs) sind heute leistungsfähiger als jemals zuvor und liefern eine solide Basis für alltägliche Aufgaben, Medienkonsum und sogar leichtes Gaming.
Mit der Radeon 8050S und der 8060S hat AMD mittlerweile sogar eine iGPU im Programm, welche die Leistung einer dedizierten GPU erreicht und sich auch gut für Gaming-Anwendungen eignet.
Für anspruchsvolle Spieler bleiben dedizierte Grafikkarten von Nvidia und AMD aber auch im Jahr 2025 das Maß der Dinge. Eine RTX 5090 muss es allerdings in den meisten Fällen trotzdem nicht gleich sein.
- Neben der reinen Rechenleistung (TFLOPs) sind Features wie Raytracing-Performance, DLSS 3/FSR 3 für intelligentes Upscaling und Frame Generation entscheidend. Interessant ist auch die zunehmende Nutzung von GPU-Leistung für KI-Beschleunigung, insbesondere in professionellen Anwendungen. Die Speicherbandbreite der Grafikkarte und die Qualität der Treiberunterstützung sind ebenfalls Faktoren, die ihr nicht vernachlässigen solltet, wenn ihr die maximale Leistung wollt.
- Besonders wichtig ist die sogenannte TGP, also die Leistungsaufnahme der Grafikkarte. Die Hersteller der Grafik-Chip geben hier immer eine gewisse Spanne an, welche die Laptop-Fertiger ausnutzen können. Wenn ihr eine leistungsstarke Gaming-Grafikkarte haben möchtet, solltet ihr vorher unbedingt prüfen, ob das gewünschte Notebook auch einen Grafik-Chip mit der maximal zulässigen TGP hat. Ansonsten kann sich sehr schnell Enttäuschung bei der Leistung einstellen.
Arbeitsspeicher
16-GB-RAM haben sich 2025 als das absolute Minimum etabliert. Selbst bei Office- und WebBrowse-Aufgaben solltet ihr kein Notebook mehr mit weniger RAM kaufen, es sei denn ihr plant direkt eine Aufrüstung ein.
Für Power-User und anspruchsvolle KI-Anwendungen rate ich dagegen zu mindestens 32 GB, bei der Verwendung von professionellen Tools dürfen es auch gerne 64 GB oder mehr sein.
- Achtet auf die Geschwindigkeit des RAMs (MHz), aber noch viel wichtiger ist die Frage, ob der Arbeitsspeicher auch aufgerüstet werden kann. Bei den meisten Geräten ist das möglich, es gibt aber mittlerweile immer mehr Notebooks, bei denen der RAM auf der Hauptplatine verlötet wird. Spätere Upgrades sind dann natürlich nicht mehr möglich.
Festspeicher (SSD)
Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass die alte mechanische Festplatte zumindest bei mobilen Rechnern ausgestorben ist. Mittlerweile sind schnelle PCIe-4.0-NVMe-SSDs im M.2-Format an ihre Stelle getreten.
Die noch schnelleren PCIe-5.0-SSDs finden sich zunehmend in High-End-Geräten. Der reale Performance-Gewinn ist für die meisten Nutzer aber zumindest bisher noch marginal. Dafür werden diese besonders schnellen SSDs auch signifikant wärmer und sind noch deutlich teurer.
- Eine Kapazität von 1 TB sollte das Minimum sein, da Betriebssysteme, Anwendungen und Spiele immer mehr Speicherplatz beanspruchen. Die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten sind wichtig, aber auch die Haltbarkeit (TBW – Terabytes Written). Leider lässt sich in den meisten Fällen beim Kauf nicht genau erkennen, welche SSD der Hersteller verbaut hat. Hier hilft ein Blick in den Gerätemanager des Betriebssystems.
Displays
Die Displayqualität hat einen enormen Sprung gemacht. OLED-Displays sind mittlerweile nicht mehr nur Premium-Geräten vorbehalten und bieten perfekte Schwarzwerte, hohe Kontraste und dazu lebendige Farben. Die Mini-LED-Technologie steht dem fast in nichts nach und punktet dazu noch mit einer exzellenten Helligkeit.
MacBooks und Thinkpads sind typische Arbeitsgeräte, die auch gerne im professionellen Umfeld eingesetzt werden. (Quelle: Apple, Lenovo)
- Auflösung: QHD (2560x1440) oder QHD+ (bei 16:10 Formaten) bietet ein sichtbar schärferes Bild als Full HD. Das gilt insbesondere bei Displaygrößen ab 14 Zoll aufwärts.
- Bildwiederholrate: 120 Hz oder 144 Hz sorgen für eine deutlich flüssigere Darstellung. Ein noch höhere Bildwiederholrate ist nur für professionelle Spieler wirklich interessant.
- Farbraum: Für semi-professionelles Arbeiten sind 100% sRGB der Standard, während 100%+ DCI-P3 oder AdobeRGB bei der Farbgenauigkeit der Maßstab für Profis sind.
- Helligkeit: 300 Nits sollte es für Innenräume sein, 500 Nits oder mehr für das Arbeiten in hellen Umgebungen oder im Außenbereich
- Oberfläche: Glänzend (für brillantere Farben) oder Matt (besser gegen Reflexionen) stehen hier zur Wahl. Wenn ihr häufig euer Notebook draußen verwenden möchtet, ist ein mattes Display die bessere Wahl.
Konnektivität
Bei der Konnektivität solltet ihr auf die aktuellen Standards achten. Generell benötigt natürlich nicht jeder WiFi 7 oder Thunderbolt, es kann für die Zukunft aber nicht schaden, wenn man entsprechend gerüstet ist. Ich persönlich würde heute keinen Laptop mehr kaufen, der nicht den WiFi-7-Standard beherrscht.
- Bluetooth 5.4: Für stabile Verbindungen zu Peripheriegeräten mit verbesserter Energieeffizienz.
- WiFi 7 (802.11be): Beginnt sich als neuer Standard zu etablieren und bietet höhere Geschwindigkeiten, geringere Latenzen und bessere Performance in überfüllten Netzwerken. Die Vorteile von WiFi 7 stehen euch allerdings nur zur Verfügung, wenn ihr auch den passenden Router habt.
- Thunderbolt 4/USB4: Bietet hohe Datenraten (40 Gbps), DisplayPort-Funktionalität und Power Delivery über einen einzigen Anschluss. Thunderbolt 5 mit bis zu 80 Gbps wird gegen Ende des Jahres in ersten High-End-Geräten erwartet.
Akkulaufzeit und Effizienz
Die reine Akkukapazität (Wh) sagt alleine noch nicht wirklich viel darüber aus wie lange die Akkulaufzeit tatsächlich ist. Diese wird auch maßgeblich von der Effizienz der CPU, des Displays und anderer Komponenten beeinflusst. ARM-basierte Notebooks wie etwa die MacBooks von Apple setzen hier neue Maßstäbe, aber auch Intels und AMDs aktuelle Generationen haben deutlich zugelegt.
- Verlasst euch nicht nur auf Herstellerangaben, sondern lest in unabhängigen Tests nach, wie die Laufzeiten unter realen Nutzungsbedingungen wirklich sind.
Formfaktor und Verarbeitung
Ob ultraportables Subnotebook, vielseitiges Convertible oder leistungsstarkes Gaming-Notebook – der Formfaktor muss natürlich zum Anwendungszweck passen. Wenn ihr ein Gerät sucht, das euch überallhin begleitet, dann werdet ihr natürlich nicht zu einem Modell mit 18-Zoll-Display greifen.
Und auf der anderen Seite lässt es sich mit einem 12- oder 13-Zoll-Notebook nicht wirklich gut spielen. Überlegt euch also vor dem Kauf genau wozu der Rechner genutzt werden soll und wie mobil er sein muss.
Wer viel Geld für ein Notebook ausgibt, will auch möglichst lange Spaß daran haben. Entsprechend wichtig ist die Qualität. Hochwertige Materialien (Aluminium, Magnesiumlegierungen) und eine stabile Verarbeitung sind Indikatoren für Langlebigkeit.
Achtet auch immer auf die Qualität von Tastatur und Touchpad. Drückt gerne mal mit einem Finger auf die Mitte der Tastatur. Wenn sie deutlich nachgibt, deutet das nicht unbedingt auf die höchste Stabilität und Qualität hin. An eurer Stelle würde ich da zu einem anderen Gerät greifen.
Wenn ihr die oben genannten Punkte beachtet, steht dem Laptop-Kauf 2025 nicht mehr im Wege.

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