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Warum kommt GTA 6 nicht zum Release auf Steam? Ex-Produzent enthüllt eine Rockstar-Strategie, die PC-Spieler seit Jahren in den Wahnsinn treibt

Ein ehemaliger Rockstar-Produzent erklärt, warum GTA 6 am 19. November nur für PS5 und Xbox Series X/S erscheint – und wieso das laut ihm nichts mit fehlender PC-Liebe zu tun hat.

Konsole zuerst, PC hinterher: Dieses Muster kennt ihr schon von GTA 5 und Red Dead Redemption 2, und es wiederholt sich bei GTA 6. Konsole zuerst, PC hinterher: Dieses Muster kennt ihr schon von GTA 5 und Red Dead Redemption 2, und es wiederholt sich bei GTA 6.

Am 19. November 2026 startet GTA 6 offiziell nur für PS5 und Xbox Series X/S. Eine Version für den PC hat der Publisher bis heute nicht angekündigt, weder Termin noch Systemanforderungen oder Store.

Warum das so ist, hat der frühere Rockstar-Produzent John Ricchio jetzt in einem Podcast-Interview mit Kiwi Talkz eingeordnet – und liefert damit die bislang detaillierteste Innenansicht in Rockstars Plattform-Logik.

Konsole zuerst, weil sich Grenzen leichter erweitern als verkleinern lassen

Ricchio arbeitete von 2003 bis 2014 bei Rockstar und war unter anderem an GTA 5, Red Dead Redemption und Max Payne 3 beteiligt. Im Kiwi-Talkz-Podcast von Reece Reilly erklärte er, warum Rockstar praktisch nie gleichzeitig für Konsole und PC startet.

Sein Argument: Eine PS5 oder Xbox Series X ist für jeden Spieler exakt dieselbe Hardware. Ein PC dagegen ist eine endlose Kombination aus Prozessoren, Grafikkarten und Konfigurationen, auf die sich ein Studio erst nachträglich einstellt.

Deshalb baue Rockstar lieber zuerst für die bekannten Grenzen der Konsolen und erweitere das Spiel danach für den PC, statt umgekehrt. Ein fertiges Spiel nachträglich zu verkleinern, sei ungleich schwerer, als es später für stärkere Hardware zu auszubauen.

Als Beleg nennt er ausgerechnet Red Dead Redemption: Schon während der Konsolenentwicklung habe intern früh ein lauffähiger PC-Build existiert. Anstatt ihn weiterzuverfolgen, flossen die Ressourcen lieber in GTA 5. Der PC-Port des ersten Red Dead Redemption erschien deshalb erst 2024, satte 14 Jahre nach dem Konsolen-Original.

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»Es ist nicht so, dass wir uns nicht um PC kümmern«

Bei der eigentlichen Entscheidung gehe es laut Ricchio selten um Technik, sondern um Priorisierung. Sinngemäß stellt er klar: Es sei nicht so, dass man sich bei Rockstar »nicht um den PC kümmere«. Die eigentliche Frage im Studio laute vielmehr, ob sich der Aufwand für einen Port zum jeweiligen Zeitpunkt lohne oder ob die Zeit lieber in die laufende Konsolenversion investiert werde.

Klar ist für ihn: Wer an einem Port arbeitet, arbeitet zwangsläufig an nichts anderem. Es brauche deshalb entweder einen triftigen geschäftlichen Grund für einen frühen Port, oder der Aufwand müsse gering genug sein, um sich fast von selbst zu erledigen – und genau das sei bei einem PC-Port so gut wie nie der Fall.

Immerhin räumt Ricchio ein, dass der Leistungsunterschied zwischen Konsole und PC heute spürbar kleiner ist als noch vor einigen Jahren. Reine Hardware-Ausreden ziehen also immer weniger.

Der Haken an der Erklärung

Ganz sauber geht die Rechnung trotzdem nicht auf: Take-Two-Chef Strauss Zelnick hatte den Konsolen-Fokus im Mai in einem Bloomberg-Interview mit einem anderen Argument begründet: Rockstar müsse bei einem Release wie diesem zuerst die »Kernzielgruppe« bedienen, und das seien nun mal Konsolenspieler. Werde diese Gruppe nicht zuerst und am besten bedient, erreiche man am Ende auch alle übrigen Spieler schlechter, so Zelnick sinngemäß.

Nur passt das nicht ganz zu seiner eigenen nächsten Aussage: Während PC-Verkäufe bei Take-Two 2007 noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich lagen, mache die Plattform bei großen Titeln inzwischen 45 bis 50 Prozent des Umsatzes aus.

Bei einem Spiel von der Größenordnung GTA 6 ist das schlicht die halbe potenzielle Kundschaft, die zum Start außen vor bleibt. Zelnick soll an anderer Stelle laut Notebookcheck sogar von praktisch unbegrenzten finanziellen, kreativen und personellen Ressourcen bei Rockstar gesprochen haben – was die Erklärung über knappe Entwicklungskapazitäten zusätzlich in ein seltsames Licht rückt.

Am Ende bleiben zwei Erklärungen, die sich nicht ausschließen, aber auch nicht restlos zusammenpassen: knappe Entwicklungsressourcen auf der einen, ein Marketing-Deal mit Sony und die Aussicht auf zwei separate Kaufwellen auf der anderen Seite.

Die Geschichte spricht jedenfalls eine deutliche Sprache – bei GTA 5 vergingen rund 18 Monate zwischen Konsolen- und PC-Start. Ein ähnlicher Abstand bei GTA 6 würde eine Steam-Version frühestens Mitte 2028 realistisch machen.


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